Die Sprachtypologie ist ein System ( eigentlich mehrere solcher Systeme ) zur Klassifizierung von Sprachen anhand grammatischer Merkmale. Die typologische Klassifikation unterscheidet sich von der genetischen Klassifikation, welche Sprachen nach primären etymologischen Ursprüngen, d.h. nach ihren Ursprachen, in Sprachfamilien einordnet, und von der geographischen Klassifikation, welche Sprachen nach geographischen Kriterien in Sprachbunden gruppiert.
Eine typologische Klasse wird Sprachtyp genannt.
Es existieren verschiedene Ansätze zur Sprachtypologie.
Zu den frühesten Typologien gehört die von August Wilhelm Schlegel und Wilhelm von Humboldt. Sie teilten die Sprachen aufgrund morphologischer Kriterien in synthetische und analytische Sprachen ein.
Synthetische Sprachen drücken syntaktische Verhältnisse im Satz zumindest teilweise durch Affixe aus.
Analytische Sprachen verwenden für die syntaktische Funktion Wortstellungsregularitäten oder Funktionswörter.
Die analytischen Sprachen umfassen die Gruppe der isolierenden Sprachen, zu der auch das Chinesische gehört.
Die Arbeit der beiden Sprachforscher stieß auf Kritik, weil sie chauvinistisch die flektierenden Sprachen, zu denen auch das Deutsche gehört, als weiterentwickelt einstufte und verschiedene theoretische Mängel aufwies.
Ein neuer Ansatz ist die Wortstellungstypologie von Greenberg, die auf syntaktischen Kriterien beruh. Es klassifiziert Sprachen nach der Reihenfolge von Subjekt, Objekt und Verb im Satz. Den jeweiligen dieser Sprachtypen einer Klasse nennt man häufig auch einfach nur selbst "Typ der Sprache"
Subjekt Verb Objekt
Subjekt Objekt Verb
Verb Subjekt Objekt
Verb Objekt Subjekt
Objekt Subjekt Verb
Objekt Verb Subjekt
Diese Typen werden für gewöhnlich mit SVO, SOV, etc. abgekürzt.
Beim Deutschen oder beim Holländischen wird diese Klassifikation dadurch erschwert, dass das Verb oft in mehrere Teile über den Satz verteilt wird, und Subjekt wie Objekt irgendwo dazwischen platziert werden, beispielsweise: "Im Wald habe ich einen Fuchs gesehen".
Sowohl Deutch wie auch Holländisch werden häufig als V2-Sprachen klassifiziert, da das Verb in jedem Fall an der zweiten Stelle eines Hauptsatzes positioniert ist.
Einige Sprachen, insbesondere stark flektierende, lassen sich aber nur sehr schwer in dieses System einordnen, da sie im Grunde jede beliebige Reihenfolge von Verb und Objekt zulassen. Beispiele sind Latein und die Polnische Sprache
Die relationale Typologie bezieht für ihre Klassifizierung die Umsetzung grammatischer Relationen ein (Siehe Aktiv-, Ergativ- und Nominativsprachen).
Je nach Forschungsinteresse kann man typologischen Betrachtungen Kriterien aus allen Teildisziplinen der Linguistik zu Grunde legen. Aus phonologischer Perspektive kann man Sprachen beispielsweise in akzentzählende bzw. silbenzählende einteilen.
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