Sportschießen oder auch Schießsport ist der sportliche Umgang mit Schusswaffen oder Bogenwaffen (Armbrust, Bogen). Sportliches Schießen bedeutet Schießen nach bestimmten Regeln, die Waffe wird dabei - entgegen ihrer ursprünglichen Bedeutung - als Sportgerät verwendet, ähnlich wie beim Speerwerfen oder Fechten.
Im Groben geht es beim Sportschießen darum, die Mitte einer Zielscheibe zu treffen bzw. (etwa beim Wurfscheibenschießen mit Flinten und Schrotpatronen) ein Ziel überhaupt zu treffen. Je näher man die Treffer in der Mitte platzieren kann, umso mehr Punkte (Ringe) erhält der Schütze. In der Regel werden 10, 15, 20, 30, 40 und 60 Schuss á 5 bzw. 10 Schussserien geschossen.
Sportschießen wird in der Bundesrepublik Deutschland in verschiedenen Dachverbänden organisiert. Der DSB (Deutscher Schützenbund) ist der größte, dieser ist auch beim NOK vertreten und organisiert die Deutschen Meisterschaften sowie die Bundesliga. Die meisten sportlich orientierten Schützenvereine sind über die Landesverbände des DSB organisiert.
Die Deutsche Schießsport Union (DSU) hat Ihren Schwerpunkt im Großkaliberbereich. Weitere Dachverbände sind in Deutschland: der Bund Deutscher Sportschützen (BDS) und der Bund der Militär- und Polizeischützen (BDMP).
Das Sportschießen hat eine lange Tradition in Deutschland, bereits seit Beginn der Neuzeit gibt es Schützengilden in Deutschland und in den angrenzenden Nachbarländern. Davon zeugt zum Beispiel die Nachtwache von (1642), das berühmteste Bild des niederländischen Malers Rembrandt, welches die Amsterdamer Bürgerwehr darstellt, eine Schützengilde. Der erste bezeugte Schützenwettbewerb wurde aber bereits 1442 in Zürich abgehalten.
Nach den Befreiungskriegen (1815) setzte ein Aufschwung im Vereinswesen ein, von dem auch der Schießsport profitierte. Aber erst Ende des 19. Jahrhundert fing man an, das Schießen als echte (moderne) Sportart zu begreifen und entsprechend einzelne Disziplinen umzugestalten. Zum Beispiel wurde bis dahin noch auf lebende Tauben geschossen (später Tontauben, heute Wurfscheiben genannt), was z.B. in den USA mit zur Ausrottung einer ganzen Taubenart führte.
Heute gehört der Schießsport zu den beliebtesten Sportarten. Nach Vereinsmitgliedern liegt er in Deutschland zurzeit auf Platz vier nach Fußball, Turnen und Tennis.
Olympische Geschichte
Wohl aus dem Grunde, dass der Begründer der Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, ein begeisterter Pistolenschütze war, war das Sportschießen bereits 1896 in Athen eine der olympischen Disziplinen. Auf dem Programm standen fünf Wettbewerbe, vor allem mit Militärwaffen. Mit Ausnahme von St. Louis1904 und Amsterdam1928 war das sportliche Schießen immer Bestandteil des olympischen Programms.
Die Frauen nehmen seit Los Angeles1984 in getrennten Wettbewerben teil, früher konnten sie (ab 1968) in die "Männer-Teams" integriert werden.
Obwohl sowohl Bogen- als auch Schusswaffen lebensgefährliche Verletzungen verursachen können, ist Sportschießen ein eher ungefährlicher Sport, da der Schießbetrieb nur auf zugelassenen Schießständen und nur unter ständiger Aufsicht stattfinden darf.
Schusswaffen
Gewehre und Pistolen werden nach Feuerwaffen und Luftdruckwaffen unterteilt. Neben der Art wie das Geschoss beschleunigt wird (kalte oder heiße Gase).
Luftdruckwaffen fallen auch unter das deutsche Waffengesetz, haben aber bei einem Vorhandensein eines F im Fünfeck (unter 7,5 Joule Bewegungsenergie der Geschosse) eine Befreiung von einigen waffenrechtlichen Notwendigkeiten. Seit einigen Jahren werden vermehrt Pressluft- und/oder CO²-Waffen eingesetzt, die dem Schützen das mühselige Spannen der Waffe ersparen. Sowohl Luftgewehr als auch Luftpistole sind für viele der Anfang für das sportliche Schießen. Schießstände für Luftdruckwaffen sind in vielen Orten vorhanden. Anders als bei den "Schießbudengewehren" auf dem Jahrmarkt wird bei Luftdruckwaffen nicht mit Kugeln sondern mit so genannten Diabolos geschossen die eine geradere Flugbahn und ein sauberes Einschussloch gewähren.
Das größte Angebot für das sportliche Schießen besteht im Bereich der "Feuerwaffen". Beim Sportschießen werden mehr oder weniger sportlich modifizierte Gebrauchswaffen verwendet. Die Spitzenatlethen benutzen "hochgezüchtete" Sportwaffen wie die Schnellfeuerpistole, die Freie Pistole oder das Gewehr der Biathleten.
Die Disziplinen
Jede Disziplin hat ihre speziell auf die Anforderungen angepassten und dem Reglement entsprechenden Waffen. Die unten aufgeführten Disziplinen sind die bekanntesten und international verbreitetsten. Je nach Waffengattung und Verband gibt es aber auch Mischformen, Abänderungen und Besonderheiten. Auch wird das Reglement immer wieder verändert, um die Attraktivität des Sportes bei Sportübertragungen für TV-Sender zu erhöhen.
International hat man sich in den letzten Jahrzehnten bemüht, die Disziplinen so zu modifizieren, dass sie ihren ursprünglich militärischen bzw. waidmännischen Charakter verlieren. Bestes Beispiel sind die ehemalige Disziplin "Keilerschießen", "Tontaubenschießen" und "Schnellfeuer" (früher Duell). Der Keiler wurde durch normale runde Scheiben ersetzt - und heißt heute "Laufende Scheibe", die Tontaube heißt heute Wurfscheibe und die Schnellfeuerscheiben sind mittlerweile ebenfalls rund und haben ihr stilisiertes menschliches Aussehen verloren, alle drei Disziplinen sind olympisch.
Da aber der Schießsport auch von vielen Menschen ausgeübt wird, die berufsmäßig mit Waffen zu tun haben (Polizisten, Militär) gibt es auch noch etliche Disziplinen, die deutliche Anleihen aus diesen Bereichen zeigen. Beispiele hierfür sind "Westernschießen" und "praktische Flinte" die in Deutschland vom Bund der Militär- und Polizeischützen und dem Bund Deutscher Sportschützen angeboten werden. In der Regel werden viele dieser Disziplinen trotz ihrer Popularität (vor allem in den USA) und internationaler Wettkämpfe nicht von den Nationalen Olympischen Komitees gefördert.
Große internationale Wettkämpfe, einschließlich der Olympischen Spiele, werden mit Ausnahme von Skeet und Trap nur mit kleinkalibrigen Waffen und geringer Treibladung durchgeführt.
Des Weiteren kann man die Disziplinen in dynamische und statische Disziplinen einteilen. Der Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass bei dynamischen Disziplinen die Ziele oft beweglich sind, und nur innerhalb eines Zeitfenster getroffen werden dürfen. Besonders in großkalibrigen Disziplinen sind beim dynamischen Schießen oft auch Standortveränderungen vorgeschrieben, und die Geschwindigkeit zur Schussabgabe wird mit bewertet.
Bogen
Der Bogen hat die längste Tradition. Er ist als Waffe der Menschheit seit ca. 15.000 Jahren bekannt. Bereits aus dem Mittelalter sind Bogenwettkämpfe beurkundet. Das Bogenschießen ist in mehreren Disziplinen olympisch.
Das Gewehr hat eine rund 700-jährige Geschichte. Im sportlichen Bereich kann man Luftdruckgewehre, Kleinkalibergewehre und Dienstgewehre unterscheiden. Die Entfernungen auf die geschossen werden hängen vom Typ der Waffe ab. Luftgewehre werden üblicherweise auf 10 m geschossen, KK-Gewehre auf 50 oder 100 m, großkalibrige Gewehre bis zu 1000 m. Das Visier besteht in der Regel aus Okular und Korn.
KK-Gewehr oder Dreistellungskampf (Kleinkaliber), 50 Meter Entfernung jeweils drei Serien à 40 (Frauen: 20 Schuss) liegend, stehend und kniend. In einer Entfernung von 50 m und einer Zeit von 270 min werden 3 x 40 (Männer: liegend 75 min, stehend 105 min, knieend 90 min) (bzw. Frauen 3 x 20 in 150 min Gesamtschießzeit) Schüsse abgegeben. Dazwischen liegen jeweils 15 Minuten Pause.
KK-Gewehr - Olympisch Match (oder 60 Schuss liegend): 50 Meter Entfernung. 60 Schuss in liegender Position in 90 min Schießzeit
KK-Gewehr - Laufende Scheibe 50 Meter Entfernung. Die Scheibe läuft mal von links nach rechts, mal umgekehrt.
Mit dem Luftgewehr wird aus 10 m Entfernung auf relativ kleine Zielscheiben geschossen. In einer Entfernung von 10 m und einer Schießzeit von 105 min werden stehend 60 Schuss abgegeben (Frauen 75 min, 40 Schuss).
GK-Gewehr (Groß-Kaliber, darunter fallen auch die Disziplinen Ordonnanzgewehr, Unterhebelrep.-Gewehr und Sportgewehr)
Pistole
Die Pistole als ehemalige Reiter- und vor allem Duellwaffe erfreut sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts wachsender Beliebtheit als Sportgerät. Das Visier besteht in der Regel aus Kimme und Korn.
Die Luftpistole (Lupi) ist häufig die Einstiegswaffe des Pistolenschützen. Die Entfernung zur relativ großen Zielscheibe beträgt 10 m. Luftpistole ist eine olympische Disziplin, und wird von vielen Schützen der Freien Pistole als Zweitdisziplin betrieben. In einer Entfernung von 10 m und einer Zeit von 105 min werden 60 Schuss abgegeben. (Frauen 75 min, 40 Schuss)
Die Disziplin Sportpistole wird üblicherweise mit Kleinkaliberpistolen (olympisch) oder Revolvern im Kaliber 22 lfb auf eine Entfernung von 25 m geschossen. Die Großkaliberpistole hat ein Kaliber von mehr als 7,65 mm und wird ebenfalls auf 25 m geschossen. In dieser Disziplin wird zur einen Hälfte auf eine normale, stehende Scheibe geschossen, und zum Zweiten auf eine sich bewegende Scheibe. Die Scheibe bleibt hierbei 7 s lang verdeckt und ist dann 3 s zu sehen. In diesen 3 Sekunden kann der Schütze den Schuss abgeben. Dieser Vorgang wiederholt sich fünf Mal. (nur Frauen) In einer Entfernung von 25 m werden 60 Schuss abgegeben. Sechs Serien á fünf Schuss in sechs Minuten bzw. sechs Serien á fünf Schuss in drei Sekunden.
Die Disziplin freie Pistole wird auf 50 Meter Entfernung geschossen. Die dabei verwendeten Scheiben sind genau so groß wie bei der Sportpistole. Allerdings sind die Pistolen eher ungewöhnlich. Der Abzug hat ein Gewicht von wenigen Gramm (Ungeübte spüren keinen Druckpunkt) um ein "Verreißen" zuverhindern. Der Schaft geht außen um die Hand herum, sodass die Pistole noch besser gehalten werden kann. Eine Freie Pistole hat keinen automatischen Auswurf, einen sehr langen Lauf und nimmt nur eine Patrone auf.
Bei der olympischen Schnellfeuerpistole wird auf fünf nebeneinander stehende Drehscheiben jeweils ein Schuss abgefeuert. Der Schütze hat dafür 8, 6 bzw. 4 Sekunden Zeit. Das verwendete Kaliber ist 22. Im Allgemeinen werden kurze Patronen verwendet, deren Treibladung verringert ist - um den Rückschlag zu minimieren. Die Scheiben sind wesentlich größer als bei den anderen Disziplinen. Nach dem in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts mehrere Schützen fehlerlose Wettkämpfe bestritten hatten (jeder Schuss ging in die 10) wurde die Scheibengröße deutlich verringert. Bei größeren Wettkämpfen sind die Scheiben nicht mehr drehbar gelagert. Die Erlaubnis zum Schießen gibt eine Lampe an. Wie der Name schon sagt, ist die olympische Schnellfeuerpistole eine olympische Disziplin, aber nur für Männer.
Die Schnellfeuerpistole ist ebenfalls eine olympische Disziplin, aber nur für Frauen. Dabei werden die fünf Schuss separat in fünf Zeitfenstern à 3 Sekunden auf nur eine Scheibe abgeben. Nach jedem Schuss muss die Waffe gesenkt werden. Nach 7 Sekunden öffnet sich erneut ein Zeitfenster (Scheibe dreht sich bzw. Lampe geht an). Schnellfeuer wird von vielen als Vorstufe zur olympischen Schnellfeuerpistole betrieben, da Waffen und Scheiben identisch sind. In 25 m Entfernung und der Zeitfolge von acht, sechs und vier Sekunden werden je 30 Schuss abgegeben, á fünf Serien. Der Wettkampf findet an zwei Tagen statt.
Die Disziplin Kombinationspistole ist eine Mischform aus Schnellfeuerpistole und Sportpistole, sie wird zwar oft von Nachwuchsschützen betrieben (bei denen noch nicht entschieden ist, ob sie gute Genauigkeitsschützen sind (freie Pistole) oder eher Schnellfeuerschützen) aber ist nicht olympisch.
Kleinkaliber-Pistole: In 50 m Entfernung werden 60 Schuss abgegeben.
Laufende Scheibe (nur Männer) In einer Entfernung von 10 m werden 60 Schuss mit dem Luftgewehr abgegeben. Langsamlauf 30 Schuss in 5 Sekunden und Schnelllauf 30 Schuss in 2,5 Sekunden. Pro Wettbewerb gibt es von jeder Seite 10 schnelle und 10 langsame Läufe in nicht vorhersehbarer Reihenfolge. Stecherabzug ist nicht erlaubt.
Wurfscheibenschießen
Weitere Waffendisziplinen sind: Revolver .357 MAG, Revolver .44 MAG, Pistole 9mm und Pistole .45 ACP.
Flinte
Die Flinte findet heute im Wesentlichen ihren Platz bei den Disziplinen Skeet und Trap, Doppeltrap dem sog. Wurfscheibenschießen.
Daneben gibt es noch eine Reihe von Sonderdisziplinen und Varianten, je nach Verband.
Dieser Beitrag ist aus der XML-Version der deutschen WikiPedia® entwickelt worden und unterliegt inhaltlich den GNU FDL-Lizenzbestimmungen. Linkziele außerhalb der wikipedia-Inhalte unterliegen den Urheberrechten der jeweiligen Anbieter
( DirectDownloads ) Kalenderblätter druckfertig aufbereitet für Schmuckblätter zum Selbstdrucken im Word DOC6/RTF Format, je Euro 5 über Click&BuyJAN | FEB | MÄRZ APRIL | MAI | JUNI JULI | AUG | SEPT OKT | NOV | DEZ
Das Geschenk für jeden Anlass, nicht nur bei 'runden' Jubiläen Andere Einzeltage oder Zahlungsarten bitte HIER bestellen
Diese Web Site verdient ihr Geld durch Produktverkäufe (CD-ROM, downloads) und in erster Linie durch Anzeigen. Wenn Sie als Webmaster zuverlässige Partner suchen für Ihr eigenes Anzeigenschäft, dürfen Sie sich gerne auf unsere Empfehlungen stützen:
z.B.: GigaCash & ProfiWin