Sportklettern ist eine Variante des Kletterns, bei welcher eine hohe technische Schwierigkeit auf verhältnismäßig kurzen Routen im Vordergrund steht.
Abgrenzung und Definition
Sportklettern steht im Gegensatz zum klassischen alpinen Klettern. Während im alpinen Klettern das Bezwingen eines Berges im Vordergrund steht, sind Sportkletterrouten in der Regel viel kürzer und erstrecken sich nur über einen einzelnen Fels. Die Routen sind meist mit fix angebrachten Haken in kurzen Abständen abgesichert. Dadurch ist die Verletzungsgefahr bei einem Sturz viel geringer, was ermöglicht, an der Sturzgrenze zu klettern und viel größere technische Schwierigkeiten zu erreichen. Zudem sind die Gefahren durch Naturgewalten wie Lawinen oder Steinschlag kleiner als unter alpinen Bedingungen.
Die Grenze zwischen Sportklettern und alpinem Klettern ist nicht immer klar gegeben. Es existieren ehemals alpine Routen, die heute gut abgesichert sind und zu leichten Sportkletterrouten geworden sind. Andererseits bezwingen heutige Extremkletterer auch unter alpinen Verhältnissen Schwierigkeiten, wie sie fürs Sportklettern typisch sind.
Varianten
Beim Sportklettern wird üblicherweise frei geklettert, das heißt, Seil und Haken dienen nur als Sicherung und werden nicht für die Fortbewegung benutzt. Das technische Klettern, bei welchem Aufstiegshilfen benutzt werden, wird meist nicht zum Sportklettern gezählt. Wer auf einer Sportkletterroute an einer schwierigen Stelle überfordert ist, kann aber auch einen Sicherungshaken als Hilfsmittel benutzen.
Beim Rotpunktklettern ist das Ziel die freie Begehung einer Route "in einem Zug", d.h. ohne dass die Sicherungshilfen benötigt werden. Beim On-Sight-Klettern gilt zusätzlich, dass die Begehung beim ersten Versuch erfolgreich sein muss.
Meist wird in Zweierseilschaften geklettert, wobei sich eine Person am Boden befindet oder in einem Stand fixiert ist und die andere Person klettert. Seltener angewandt werden Techniken, mit denen sich eine einzelne Person während dem Klettern selbst sichert. Wird ganz auf eine Sicherung verzichtet, spricht man vom Free-Solo-Klettern.
Sportklettern wird sowohl als Breitensport als auch als Extremsport und als Wettkampfsport betrieben. Beim Wettkampfklettern existieren die Disziplinen Difficulty (Schwierigkeit), Speed (Geschwindigkeit) und Bouldern.
Bedingt durch die Kürze von Sportkletterrouten kann oft die ganze Strecke geklettert werden, ohne das Sicherungsseil umhängen zu müssen. Man spricht in diesem Fall von Einseillängen. Längere Routen werden als Mehrseillängen bezeichnet.
Oft befinden sich zahlreiche Sportkletterrouten nebeneinander am gleichen Fels. Sind diese Routen gut abgesichert und kurz (eine, gelegentlich zwei oder drei Seillängen), spricht man von einem Klettergarten. Das Klettern auf künstlichen Strukturen in einer Halle wird Indoorklettern oder Hallenklettern genannt.
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