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Spiegelreflexkamera

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Als Spiegelreflexkamera bezeichnet man eine Bauform für einen Fotoapparat, bei der ein Motiv zur Betrachtung vom Objektiv über einen Spiegel auf einer Mattscheibe abgebildet wird.


Inhaltsverzeichnis


1 Funktionsweise

2 Typen

  2.1 Zweiäugige Spiegelreflexkamera

  2.2 Einäugige Spiegelreflexkamera

3 Digitale Spiegelreflexkameras

4 Geschichte und Entwicklung

5 Siehe auch

6 Weblinks


Funktionsweise

Bei einer Spiegelreflexkamera gelangt das Licht durch die Linse des Objektivs (1) und wird dann vom Spiegel reflektiert (2) und auf die Mattscheibe projiziert (5). Mit einer Sammellinse (6) und durch die Reflexion innerhalb des Pentaprismas (7) wird das Bild schließlich im Sucher (8) sichtbar. Es gibt auch Spiegelreflexkameras, die anstelle eines Prismensuchers einen Lichtschacht verwenden.


Während einer Aufnahme klappt der Spiegel nach oben (im Bild durch einen Pfeil gekennzeichnet) und der Verschluss (3) öffnet sich; das Bild wird dann nicht mehr in das Pentaprisma umgelenkt, sondern gelangt auf die Filmebene (4) bzw. den Film.


Typen

Grundsätzlich werden zwei Typen von Spiegelreflexkameras unterschieden: Ein- und zweiäugige Spiegelreflexkameras.


Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Die Zweiäugige Spiegelreflexkamera (engl. Twin lens reflex, TLR) besitzt an ihrer Vorderseite immer zwei Objektive gleicher Brennweite. Hier wird durch das erste (untere) Objektiv der Film belichtet. Dieses Aufnahmeobjektiv hat immer einen Zentralverschluss. Das zweite (obere) Objektiv projiziert über einen Spiegel ein seitenverkehrtes Abbild auf eine Mattscheibe. Über den Entfernungseinstellungsmechanismus werden beide Objektive parallel bewegt, so dass über die Mattscheibe scharf gestellt werden kann. Typische Vertreter sind Rolleiflex und Mamyia C, wobei nur noch die Rolleiflex hergestellt wird (in zwei Varianten für Mittelformat und einer für Minox-Kleinstbildformat). Dieser Kameratyp hat den Vorteil, dass das Sucherbild immer sichtbar ist, und dass das Aufnahmegeräusch extrem leise ist und praktisch keine Erschütterungen bei der Auslösung entstehen. Dagegen hat er den Nachteil, dass aufwendige Objektive aus Kostengründen nicht realisiert wurden, da sie doppelt erforderlich sind.


Heute spielen zweiäugige Kameras nur noch eine Rolle bei Nostalgikern und Sammlern.


Einäugige Spiegelreflexkamera


[Bild:] Nikon F (schwarz) in der Grundausstattung mit einfachem Prismensucher, Baujahr 1969

Die einäugige Spiegelreflexkamera (engl. Single lens reflex, SLR) besitzt einen klappbaren Spiegel (Rückschwingspiegel) und meist ein Pentaprisma, seltener einen Lichtschacht, über der Mattscheibe als Sucher. Vor und nach der Aufnahme wird das Bild über den Spiegel auf die Mattscheibe projiziert und kann über das Pentaprisma seitenrichtig und aufrecht betrachtet werden. Erst im Moment der Aufnahme wird der Spiegel hoch- oder zur Seite geklappt, so dass er sich nicht mehr im Weg zur Filmebene befindet und der Film belichtet werden kann, wenn der Verschluss ausgelöst wird. Der Verschluss muss ein Schlitzverschluss sein, der direkt vor der Filmebene liegt.


Der Hauptvorteil der einäugigen Spiegelreflexkamera liegt in der Möglichkeit, Wechselobjektive (z.B. Weitwinkel- und Teleobjektive) verwenden zu können. Im Gegensatz zu zweiäugigen und Sucherkameras treten keine Parallaxenfehler bei Makroaufnahmen auf; denn man schaut direkt durch das Objektiv. Außerdem ist eine volle TTL-Messung ( engl. zu Through-The-Lens (TTL), "durch das Objektiv") vor und nach der Aufnahme möglich, weil die Einstellparameter des Objektivs für Messung und Belichtung immer gleich sind. Auf diese Weise können Entfernung, Schärfentiefe und Belichtung vollständig ermittelt werden, weil die Mattscheibe eine exakte Kopie des Bildes erhält.


Da bei abgedunkelter Blende eine Bildbeurteilung auf der Mattscheibe nur erschwert möglich ist, wurde die Offenblendenmessung entwickelt, mit der die am Objektiv vorgewählte Arbeitsblende erst kurz vor der Auslösung des Verschlusses automatisch eingestellt wird. Während der Lichtmessung wird die Korrektur der Blende über eine spezielle Elektronik auf den Belichtungsmesser im Gehäuse übertragen. Zur Beurteilung der Schärfentiefe kann die Blende bei einigen Geräten manuell auf den Arbeitsblendenwert geschlossen werden. Zur Beurteilung der Entfernungseinstellung ist dagegen die Offenblende optimal, da bei ihr die Schärfentiefe minimal ist.


Im Kleinbildformat 24x36 mm sind nur einäugige Spiegelreflexkameras gebräuchlich, im Mittelformat ab 45x60 mm haben sie die zweiäugigen weitgehend trotz ihrer deutlich höheren Preise verdrängt, weil sie hier vorwiegend im Profibereich eingesetzt werden und sowohl die fehlende Parallaxe wie die freiere Objektiv- und Zubehörauswahl entscheidend ist.


Beispiele für einäugige Spiegelreflexkameras:




Digitale Spiegelreflexkameras

Digitale Spiegelreflexkameras decken normalerweise das obere Preis-Leistungs-Segment der Digitalkameras ab und wurden bisher meist von Berufsfotografen verwendet. Canon stellte im September 2003 eine digitale Spiegelreflexkamera (EOS 300D) mit Wechselobjektiv für circa 1100 Euro in die Ladenregale, Nikon folgte im März 2004 mit der D70, die etwas über dem Preisniveau der 300D lag.


Geschichte und Entwicklung

Das Spiegelreflex-Prinzip wird erstmals von Johannes Zahn im Jahr 1686 beschrieben: Durch eine Linse gelangt ein Bild auf einen Spiegel, der das Bild auf eine waagerechte Mattscheibe umlenkt.


Die erste Spiegelreflexkamera nach diesem Prinzip wurde 1861 von Thomas Sutton konstruiert. 1893 wurde ein Wechselmagazin für die Spiegelreflexkamera patentiert.


Die erste in Großserie hergestellte SLR war die EXA, gefertigt bei Ihagee in Dresden. Ebenfalls von dieser Firma stammte die erste überhaupt hergestellte Spiegelreflexkamera, die 'Kine-Exakta'.


Siehe auch



Weblinks



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