Der Spessart (Spesshart, im Nibelungenlied Spechteshart, "Spechtswald") ist ein Mittelgebirge im westlichen Deutschland, liegt innerhalb des Bogens, welchen der Main von der Mündung der Fränkischen Saale und der Sinn bei Gemünden bis zur Mündung der Kinzig bei Hanau macht (Mainviereck), und wird im Norden durch die Kinzig vom Vogelsberg und im Nordosten durch die Sinn von der Rhön geschieden. Er erstreckt sich über 2440 qkm Fläche, davon gehören zu Bayern 1.710 qkm, zu Hessen730 qkm.
Seine äußersten Verzweigungen erstrecken sich bis gegen Hanau, Schlüchtern und dem Sinntal hin. Er erscheint als waldiges Massengebirge mit abgerundeten, wenig über die Gesamthöhe sich erhebenden Kuppen. Der Hauptrücken zieht sich von Süden, Miltenberg gegenüber, 75 km lang nach Norden bis zur Gegend von Schlüchtern und steigt zu einer Höhe von 450 bis knapp 600 m an. Die höchste Erhebung sind der Engelberg bei Großheubach (mit Franziskanerkloster) und der 586 m hohe Geiersberg. Die A3 (Frankfurt/M-Würzburg) und die A7 (Fulda-Würzburg)durchqueren den Spessart.
Die Hauptmasse des Spessarts besteht aus Granit, Gneis und Glimmerschiefer mit aufgelagertem roten und gefleckten Sandstein. An den unteren Abhängen bebaut, ist der Spessart auf den Höhen mit prachtvollem Eichen- und Buchenwald bedeckt. Der äußere Saum längs des Mains, namentlich im Westen, wird als Vorspessart, das innere, aus dicht zusammenschließenden Bergen bestehende Waldgebirge, welches keine breite Bergebene aufweist, als Hochspessart, die plateauartige Absenkung gegen die Kinzig und Kahl hin, welche auch das sogen. Orber Reisig, mehrere mit Eichengebüsch bedeckte Anhöhen, bis zur Stadt Bad Orb umfasst, als Hinterspessart bezeichnet.
Auf der Scheide der nach Westen und Osten dem Süden entfließenden Gewässer zieht sich vom Engelberg über den Geiersberg bis zum Orber Reisig der uralte Eselsweg (ähnlich dem Rennsteig im Thüringer Wald). Unter den zahlreichen Bächen des Spessarts sind die Sinn, Lohr, Hafenlohr, Elsava, Aschaff, Bieber und Kahl die ansehnlichsten.
Als Nachfolger der kaiserlichen Bannforsten waren die MainzerErzbischöfe lange Jahrhunderte die Landesherren. Erst ab dem 12. und 13. Jahrhundert duldeten sie die Besiedlung des Spessarts. Da der Ertrag durch die Landwirtschaft sehr karg war, suchte man nach anderen Erwerbsmöglichkeiten, wie z.B Glashütten, Eisenhämmer, Töpfer und Köhler. Auch zogen Spessarter Fuhrleute durch ganz Europa. Diese sind heute alle verschwunden, haben aber ihre Spuren hinterlassen, denen man in Museen und Wäldern noch begegnen kann.
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