Damit unterscheidet sich der Spekulant von einem Spieler ("Zocker"): Ersterer handelt wohlüberlegt, indem er seinen Anlageentscheidungen vornehmlich ökonomische Ursachen und insbesondere die Analyse von Preisdeterminanten zugrunde legt. Letzterer hingegen handelt willkürlich "auf gut Glück".
Ziel einer jeden wirtschaftlichen Spekulation ist es, einen finanziellen Vorteil (mehr Einkommen) durch die künftige Realisierung einer erwarteten Markteinschätzung zu erzielen. Das finanzielle Ergebnis (Gewinn oder Verlust) einer jeden Spekulation besteht dabei stets in der Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufpreis eines Marktgegenstandes, bereinigt um Kosten des Handels (Transaktionskosten).
Erfolgreiche Spekulationen sind hauptsächlich auf das frühzeitige Erkennen und Ausnutzen von vermuteten Fehleinschätzungen des Marktes durch Marktbeteiligte über künftige Kursentwicklungen zurückzuführen, die sich wiederum durch ungleich verteiltes Wissen und Können zwischen Käufern und Verkäufern erklären lassen. Korrigiert der Markt anschließend diese Fehleinschätzungen, resultieren daraus Spekulationsgewinne. Schlägt die Spekulation fehl, so können Spekulationsverluste entstehen.
Die von Spekulationen ausgehenden enormen Beträge an Risikokapital bewirken eine Konzentration finanzieller Mittel auf ausgewählte Handelsinstrumente (Devisen, Aktien, Anleihen, Optionen und andere Derivate) und tragen somit zu einer Erhöhung der Liquidität, aber auch der Unsicherheit der Kapitalmärkte bei. So stand Ende des 20. Jahrhunderts der durch realen Güteraustausch benötigten Menge an weltweiten Kapitalmitteln ein 50-fach höheres Spekulationskapital entgegen. Anders ausgedrückt wurden ca. 98% aller Kapitalmittel zu Spekulationen benutzt.
Eine wichtige volkswirtschaftliche Funktion der Spekulation besteht darin, dass sich über den Kapitalmarkt gegebene unternehmerische Risiken gegen eine angemessene Renditeerwartung an die Gruppe der Spekulanten übertragen lassen (Hedging).
Spekulation ist auch in der Hinsicht nützlich, als die von ihr verursachten Schwankungen des Kurses einer Ware Aufschluss darüber geben können, wie stabil der Wert der Ware ist. Beispielsweise gibt es die Aussage Der US-Dollar ist eine stabile Währung. und Die D-Mark ist eine stabile Währung.. Nichtsdestotrotz war am 03.08.1995 der Kurs bei USD/DEM=1.37, während am 26. Oktober 2000 der Kurs bei USD/DEM=2.36 war. Das heißt, zwei offiziell wertstabile Währungen waren gegeneinander um Faktor 1.7 instabil.
in der Alltagssprache
eine unbewiesene oder auch als unbeweisbar geltende Behauptung zu einem Sachverhalt, die oft auf irgendeine Weise zu bestimmten (meinungsmachenden) Zwecken veröffentlicht wird (in dieser Hinsicht ist der Begriff Spekulation meist abwertend mit unterstellter Nähe zur Propaganda gemeint).
mitunter auch ausführliche Lösungsansätze, insbesondere metaphysischer Probleme (z.B. Logos-Spekulation). Grund hierfür ist die der Thematik innewohnende Schwierigkeit, allgemein anerkannte objektive Beweise für die Richtigkeit der These zu erbringen.
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