Albert Speer entstammte einem großbürgerlichen Elternhaus, bereits Vater und Großvater waren Architekten. Speer studierte zunächst in Karlsruhe und ab 1925 in Berlin bei Heinrich Tessenow. Nach dem Diplom 1927 bleibt er zunächst als Tessenows Assistent an der Hochschule. 1932 verlässt Albert Speer Berlin und geht zurück nach Mannheim. Er lässt sich dort als Architekt nieder, führt in Mannheim jedoch mangels Aufträgen keine Bauten aus.
Nach eigenem Bekunden erwachte sein Interesse am Nationalsozialismus im Dezember 1930 nach dem Besuch einer politischen Kundgebung in der Berliner Hasenheide mit Adolf Hitler als Redner. Bereits am 1. März1931 trat er in die NSDAP ein. Seine ersten Bauaufgaben überhaupt waren kleinere Umbauten von Parteigebäuden ab 1932. Nach der Machtergreifung1933 lernt er Hitler kennen und der architekturbegeisterte "Führer" nimmt den jungen Speer in den engsten Kreis seiner Günstlinge auf.
1934, nach dem Tod des Münchners Paul Ludwig Troost, Hitlers bisherigen "Hofarchitekten", nimmt Speer dessen Rolle ein.
In den Jahren nach 1933 entwarf Speer monumentale Bauten für die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg, die jedoch kriegsbedingt nur zum Teil realisiert wurden. Später wurde Speer zum Generalbauinspekteur für die Reichshauptstadt Berlin ernannt. In Berlin errichtete er auch die neue Reichskanzlei (1938/39).
1942, nach dem Tode von Fritz Todt, wurde Speer von Hitler zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition und Generalinspekteur für Straßenwesen, Festungsbau, Wasser und Energie ernannt. Speer gehörte seitdem endgültig zum engsten Kreis der Machthaber um den "Führer". Er war in seiner neuen Position auch verantwortlich für den Bau von Konzentrationslagern. Zusätzlich berief ihn Hitler 1943 zum Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion. Albert Speer schaffte es, insbesondere durch den Einsatz von Millionen von Fritz Sauckel beschafften Zwangsarbeitern, die Produktion massiv zu erhöhen.
1945 widersetzt sich Speer Hitlers "Politik der verbrannten Erde" (Nerobefehl). Er sabotierte Anweisungen, die auf die Zerstörung der Infrastruktur in Deutschland und den teilweise noch besetzten westeuropäischen Ländern zielten.
Albert Speer war der Vater von 6 Kindern. Sein gleichnamiger Sohn Albert Speer (junior) ist ein bekannter Architekt. Seine Tochter ist die Erziehungswissenschafterin und ehemalige Abgeordnete der Alternativen Liste im Berliner Abgeordnetenhaus Hilde Schramm, die 2004 für ihr Engagement mit der Stiftung "Zurückgeben", zugunsten künstlerischer oder wissenschaftlicher Arbeiten noch unbekannter jüdischen Frauen, den Moses-Mendelssohn-Preis erhielt.
Werke
Erinnerungen, Ullstein 1969, ISBN_3-54833-003-7 1967 erscheint Speers Autobiografie, deren Schwerpunkt die Jahre 1933 bis 1945, speziell sein Verhältnis zu Hitler, bilden. Speer setzt sich mit seiner Rolle in der NS-Zeit kritisch auseinander und bestreitet nicht seine Mitverantwortung.
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