Der Aufstand war vor allem ein Militärputsch, wurde aber auch von zivilen Gruppen (spanischem Klerus, Adel, Royalisten und großen Teilen der Bourgeoisie) und der faschistischen Bewegung Falange getragen.
Die Aufständischen stützten sich, neben Teilen des spanischen Militärs auf der iberischen Halbinsel, auf die spanischen Kolonialtruppen in Nordafrika, einem Heer marokkanischer Söldner, und hofften, schnell die Kontrolle über die Hauptstadt Madrid und alle wichtigen Städte zu erlangen.
Anführer des Militärputsches war Francisco Franco Bahamonde, seit 1933 Befehlshaber der gesamten spanischen Armee und bereits als pro-faschistisch bekannt, und unterstützt durch die rechtsgerichteten Generäle Mola und José Sanjurjo.
Am 19. Juli flog Franco nach Spanisch-Marokko und übernahm dort das Kommando.
Am nächsten Tag kam Sanjurjo bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Für die verbleibende Zeit des Krieges war Franco faktisch Befehlshaber über alle Nationalisten.
Die europäischen Mächte wie Großbritannien und Frankreich waren offiziell neutral, verhängten aber trotzdem ein Waffenembargo gegen Spanien und hemmten aktiv das antifaschistische Engagement ihrer Bevölkerung.
Neben dem faschistischen Italien unter Benito Mussolini und Nazideutschland, die Truppen und Waffen zur Unterstützung Francos schickten, unterstützen zum Beispiel die USA die Nationalisten unter Franco durch Lieferung von Lastkraftwagen und den Bau einer Raffinerie.
Die Antifaschisten erhielten, ebenfalls das Embargo verletztend, in größerem Umfang Unterstützung in Form von Waffen, Ausrüstungen, Piloten, Ausbildern und Geheimdienstpersonal der Tscheka durch die Sowjetunion sowie von unterschiedlichsten idealistischen Freiwilligen aus vielen Ländern, zusammen als Internationale Brigaden bekannt.
Die amerikanischen Freiwilligen bildeten die Abraham-Lincoln-Brigade, die Kanadier das Mackenzie-Papineau Battalion (die "Mac-Paps"). Die deutschen und österreichischen Freiwilligen kämpften im "Thälmann-Bataillon" und im "Bataillon Edgar André", die schließlich zusammen mit dem polnischen Dombrowski-Bataillon zur 11. Internationalen Brigade zusammengefasst wurden. Die anarcho-syndikalistischen deutschen Kräfte, teilweise organisiert in der FAUD (Freie Arbeiterunion Deutschlands), bestanden vorwiegend aus emigrierten Saarländern. Sie kämpften in "wilden Centurien" vor allem im Ebrotal (Katalonien), weitgehend direkt unterstellt den spanischen anarchistischen Verbänden der CNT-FAI, der auch der legendäre Buenaventura Durruti angehörte, und der trotzkistischen Partei P.O.U.M. Sie wurden im Verlauf des Krieges Opfer der beginnenden stalinistischen Säuberungen, die auf Betreiben der Sowjetunion auch in Spanien gegen "Linksabweichler" und Trotzkisten durchgeführt wurden. Die Liquidierung fast aller anarcho-syndikalistischen Kämpfer aus Deutschland, unter tatkräftiger Mitwirkung der KPD-Exilorganisation und der in der DDR zu antifaschistischen Helden erklärten Interbrigadisten, ist bis heute nicht erforscht und ungesühnt geblieben. Die Tatsache, dass ein großer Teil der Liquidierten oder "Verschwundenen" Saarländer waren, ist heute auch im Saarland weitgehend unbekannt.
Der Fotograf Robert Capa dokumentierte den Kampf der Antifaschisten gegen die Falange.
Norman Bethune erlernte hier die Behandlung von Kriegsverletzungen.
Nazideutschland nutzte den Krieg auch als Testfeld für eine neue Strategie, den Blitzkrieg, um die Vorteile von schnelleren Panzern und Flugzeugen, die um diese Zeit verfügbar wurden, ausnutzen zu können.
Der spanische Bürgerkrieg war auch das erste Beispiel eines totalen Krieges, wobei das Bombardement Guernicas durch die Legion Condor Ereignisse des Zweiten Weltkrieges vorausahnen ließ.
Die letzten Hoffnungen auf ein schnelles Ende wurden am 21. Juli, dem fünften Tag des Aufstandes, zerstört, als die Nationalisten die Marinebasis El Ferrol in Nordwestspanien eroberten.
Das ermutigte die anderen faschistischen Länder Europas zur Unterstützung Francos, der bereits am Tag zuvor Kontakt zu Deutschland und Italien aufgenommen hatte.
Die Achsenmächte leisteten Franco von Anfang an finanzielle Hilfe. Seine nationalistischen Kräfte errangen mit der Eroberung Toledos am 27. September einen weiteren wichtigen Sieg.
Zwei Tage später erklärte sich Franco selbst zum Generalísimo und Caudillo (Anführer).
Die Nationalisten begannen im Oktober eine Großoffensive Richtung Madrid. Der zunehmende Widerstand durch die Regierung und die Ankunft "Freiwilliger" aus der Sowjetunion brachte den Vormarsch aber am 8. November zum Stehen.
Inzwischen hatte sich die Regierung am 6. November von Madrid, heraus aus der Kampfzone, nach Valencia zurückgezogen.
Die Achsenmächte erkannten das Francoregime am 18. November offiziell an und am 23. Dezember schickte Italien eigene "Freiwillige", um für die Nationalisten zu kämpfen.
Mit durch die italienischen Truppen und Kolonialtruppen aus Marokko verstärkten Kräften versuchte Franco im Januar und Februar 1937 nochmals Madrid zu erobern, scheiterte jedoch erneut. Málaga wurde am 8. Februar erobert und am 28. April betraten Francos Truppen Guernica, zwei Tage nach der Bombardierung durch die deutsche Luftwaffe.
Danach begann aber die Regierung, sich mit steigender Effizienz zu wehren.
Im Mai begann die Regierung eine Kampagne zur Rückeroberung Segovias, um Franco zu zwingen Truppen von der Madridfront abzuziehen und so deren Vormarsch zu stoppen.
Mola, Francos stellvertretender Kommandeur, wurde am 3. Juni getötet, und Anfang Juli begann die Regierung sogar eine starke Gegenoffensive im Gebiet von Madrid, die die Nationalisten mit einigen Schwierigkeiten abweisen konnten.
Danach konnte Franco die Initiative zurückerlangen.
Am 28. August erkannte der Heilige Stuhl Franco, unter dem Druck Mussolinis, an, und Ende November ging die Regierung, als die Nationalisten bedrohlich nahe an Valencia herankamen, nach Barcelona.
Während des Januar und Februar kämpften die beiden Parteien um den Besitz der Stadt Teruel, wobei die Nationalisten sie ab dem 22. Februar endgültig halten konnten.
Am 14. April brachen die Nationalisten zum Mittelmeer durch und spalteten das Gebiet der Republik in zwei Teile.
Im Mai bat die Regierung um Frieden, doch Franco verlangte die bedingungslose Kapitulation und so ging der Krieg weiter.
Die Regierung begann jetzt eine Großoffensive, um ihre Gebiete wieder miteinander zu verbinden:
Arbeiter und Landarbeiter kollektivierten Landbesitz und Industrie und setzten Räte ein - parallel zur (nicht funktionierenden) Regierung.
Sowohl die PCE als auch die demokratischen Parteien waren gegen diese Revolution.
Mit dem Fortschreiten des Krieges gelang es der Regierung und der kommunistischen Partei über ihren Zugang zu sowjetischen Waffen die Kontrolle über die kriegswichtige Produktion zurückzuerlangen.
Dies geschah sowohl diplomatisch als auch mit Gewalt.
Während der berüchtigten Maitage 1937 töteten hunderte oder tausende antifaschistischer Kämpfer einander beim Kampf um die Kontrolle strategischer Punkte in Barcelona.
Die historische Bewertung des spanischen Bürgerkrieges fällt zum Teil sehr unterschiedlich aus. Für die Verteidiger der Spanischen Republik mag ein auf spanisch, englisch und französisch verlesener verzweifelter Hilferuf stehen, den der große Cellist Pablo Casals während eine Konzerts in Barcelona am 17. Oktober1938 über das Radio an die demokratischen Staaten der Welt richtete und dessen Hellsicht durch den weiteren Gang der Geschichte aufs Furchtbarste bestätigt werden sollte:
Machen Sie sich nicht des Verbrechens schuldig, dem Mord an der Spanischen Republik tatenlos zuzusehen. Wenn Sie es zulassen, daß Hitler in Spanien siegt, werden Sie die nächsten sein, die seinem Wahnsinn zum Opfer fallen werden. Der Krieg wird ganz Europa, wird die ganze Welt erfassen. Kommen Sie unserem Volk zu Hilfe!
Aus sowjetischer Sicht wurde hier erstmals das Konzept der Volksfront, das die Komintern1935 beschlossen hatte, angewandt, indem der Faschismus in Europa gestoppt werden sollte durch die Zusammenarbeit kommunistischer, sozialistischer, sowie nicht-faschistischer bürgerlicher Kräfte unter Zurückstellung der sozialen Revolution bei Ausbau reformerischer Politik.
Allerdings konnte kein bolschewistisches System nach sowjetischem Vorbild dauerhaft errichtet werden. Zwar wurde auf republikanischer Seite die stalinistische Geheimpolizei GPU eingeführt, doch deren Terrormaßnahmen mussten sich gegen ideologische Gegner der eigenen Seite beschränken. Ausrottungs- und Vernichtungsfeldzüge wie im sowjetischen Machtbereich Mittel- und (Süd-)Osteuropas, blieben den Spaniern erspart.
Auch bei Inbetrachtnahme der Morde und der brutalen Repression des Francoregimes, zeigt der Vergleich Spaniens mit den Ländern des Ostblocks, dass Spanien trotzdem ein deutlich besseres Schicksal hatte als diese.
Von Seiten der Anhänger anarcho-syndikalistischer Strömungen, des POUM oder trotzkistischer Gruppen lag gerade hierin der Fehler nicht sofort zur sozialen Revolution übergegangen zu sein und die partielle Zusammenarbeit mit bürgerlichen Kräften gesucht zu haben.
Tatsächlich ging ein großer Teil des, die Demokratie und Republik destabilisierenden, Terrors in der Vorbürgerkriegszeit von Seiten der anarcho-syndikalistischer Organisationen aus. Ein offener groß angelegter Umsturzversuch dieser Gruppen hätte die Möglichkeit geboten diese schnell zu zerschlagen, ein Bündnis gemäßigter Kräfte über die ideologischen Grenzen zu schmieden, den Dualismus des politische Spektrums aufzubrechen, die Extremisten entscheidend zu schwächen, den Bürgerkrieg und das Francoregime zu vermeiden - reine Spekulation.
Die Frage ob eine soziale Revolution angesichts der Realität des Faschismus in Spanien und Europa Erfolg gehabt hätte bleibt offen.
Der, nur durch die innerspanische politische Lage ausgelöste, Bürgerkrieg und dessen Vorgeschichte zeigen klar, dass es keine Erfolgsaussicht gab, die Androhung und teilweise Durchführung der physischen Vernichtung des politischen Gegner der Linken, dürfte die Bereitschaft auf Seiten der Rechten, sofern überhaupt vorhanden, sich an demokratische Spielregeln zuhalten, minimiert haben.
Hugh Thomas: Der Spanische Bürgerkrieg (Das Standardwerk; leider ist im Moment die deutsche Ausgabe vergriffen; die englische Taschenbuchausgabe ist lieferbar)
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