Indes der Aufstand, welchen der Despotismus und der kirchliche Verfolgungseifer seines Nachfolgers Philipp II.
hervorriefen, führte nach vergeblichen Versuchen, die politische Einheit der nördlichen und der südlichen
Provinzen aufrecht zu erhalten, eine Trennung herbei. Die sieben nördlichen Provinzen konstituierten sich durch die Utrechter Union (Januar 1579) als protestantische Republik, während die Herrschaft der Spanier über den Süden, welcher dem Katholizismus treu geblieben war, durch die Eroberung Antwerpens (17. August1585) dauernd befestigt wurde.
Auf kurze Zeit selbständig wurden die Spanischen Niederlande, als Philipp II. das Land an seine Tochter Isabella Clara Eugenia und deren Gemahl Albrecht VII. von Österreich abtrat. (1598-1621). Durch seine Kunstsinnigkeit und seine tolerante Politik trug das Paar nicht unwesentlich dazu bei, die Einwohner der südlichen Niederlande für die spanische Herrschaft zu gewinnen. Nach des kinderlosen Albrecht Tod fiel das Land allerdings vertragsgemäß wieder an Spanien.
In dem fast ununterbrochenen Krieg Spaniens mit den Niederlanden gelang weder jenem die Wiederunterwerfung der abgefallenen Provinzen noch diesem die Befreiung der spanisch gebliebenen. Nur Teile von Flandern, Brabant, Geldern und Limburg fielen als die sogenannten Generalitätslande an die Republik der Niederlande, als im Frieden von Münster 1648 die spanischen Niederlande definitiv von der Republik getrennt wurden. Diese verbliebenen südlichen Niederlande sind der Vorläuferstaat des heutigen Belgien.
Das Schicksal der südlichen Niederlande unter Spaniens Herrschaft war ein klägliches und unwürdiges. Denn nicht nur, daß Spanien die Schließung der Schelde durch die Holländer zugab und so den Süden von dem Seehandel vollständig absperrte, sondern das Land bildete in den Eroberungskriegen Frankreichs gegen Spanien auch fast immer den Kriegsschauplatz und das Entschädigungobjekt. Im Pyrenäischen Frieden (1659) trat Spanien die Grafschaft Artois, Gravelines, Landrecy, Diedenhofen, Le Quesnoy, Montmédy u.a. an Frank-reich ab. Neue, im sogenannten Devolutionskrieg von den Franzosen unter Ludwig XIV. gemachte und durch den Frieden von Aachen (1668) anerkannte Eroberungen rissen Lille, Charleroi, Oudenaarde, Kortrijk u.a. ab, die zwar im Nimwegener Frieden (1679) teilweise an die Spanischen Niederlande zurückfielen, wogegen dieses aber andre Gebietsteile mit Valenciennes, Nieuport, Cambrai, St.-Omer, Ypern, Charlemont einbüßte und im Rijswijker Frieden von 1697 nur teilweise wiedererhielt.
Durch die Friedensschlüsse von Utrecht und Rastatt (1713 und 1714), welche dem zum Teil aus niederländischem Gebiet ausgefochtenen spanischen Erbfolgekrieg ein Ende machten, kamen die südlichen Niederlande an Österreich und hießen fortan österreichische Niederlande.
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