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Sonate

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Eine Sonate (ital. sonata, suonata), ist ein in der Regel aus drei oder vier abgeschlossenen, aber durch innere Verwandtschaft unter sich verbundenen Sätzen bestehendes Tonwerk von ganz bestimmter Form.


Je nach Besetzung wird unterschieden in


  • Solosonate, für ein einzelnes Instrument, meist Klavier oder Violine
  • Duosonate (meist ein Streich- oder Blasinstrument plus Klavier), Triosonate oder Quartett
  • Sinfonie, als Sonate für Orchester
  • Konzert, als Sonate für ein solistisch eingesetztes Instrument plus Orchester.


Aufbau der Sätze

Der erste Satz ist der für die Sonate charakteristische (da diese sich hierdurch von Suite, Serenade etc. unterscheidet); seine Form ist die so genannte Sonatenhauptsatzform mit ihren Formteilen Exposition, Durchführung, Reprise und Coda:


  • Die Exposition
    • beginnt nach einer optionalen langsamen Einleitung (Introduktion) mit dem
    • Hauptthema (Hauptsatz) in bewegtem Tempo (meist Allegro), von welchem eine Überleitung, das heißt geschlossene, modulierende (nicht in allzufern liegende Tonarten ausschweifende) Gänge zum
    • zweiten Thema (Nebensatz, Seitensatz) führen, das einen deutlichen Stimmungskontrast zum ersten Thema darstellt (Themendualismus) und meist lyrischer gehalten ist. Steht der Hauptsatz in Dur, so pflegt der Seitensatz auf der Tonart der Dominante zu stehen; steht der Hauptsatz in Moll, so findet die parallele Durtonart (z.B. bei a-Moll: C-Dur) oder auch eine verwandte Molltonart Anwendung.
    • Entweder schließt die Exposition hiermit ab, oder es folgt noch die so genannte Schlussgruppe, die zum ersten Thema zurückführt.
  • In der Durchführung werden Hauptthema und Seitenthema motivisch verarbeitet. Kennzeichnend ist hier auch das Aufsuchen entfernter Tonarten zur Spannungssteigerung. Sie schließt meist mit einem Halbschluss auf der Dominante um damit überzuleiten zur
  • Reprise, die eine Wiederholung der Exposition ist, wobei jedoch der Seitensatz nun auch in der Haupttonart des Werkes steht, um Geschlossenheit zu erzielen. (Die Wiederholung der den ersten Teil des Sonatensatzes konstituierenden Themen ist durchaus für die Form charakteristisch; Abweichungen sind selten und bedeuten ein Zerbrechen der Form, so zum Beispiel bei Ludwig van Beethoven.)
  • Mit der Coda schließt der Sonatenhauptsatz. Sie enthält meist eine große Schlusssteigerung, in der nochmals das Thema oder andere Motive anklingen.


Bildungen wie die der ersten Sätze der so genannten Mondscheinsonate (Op. 27, cis-Moll) oder der As-Dur-Sonate (Op. 26) von Beethoven haben mit diesem Schema nichts zu tun. Beiden Sonaten fehlt der eigentliche erste Satz; sie beginnen mit dem langsamen, der in der Regel der zweite ist.


Charakteristikum des zweiten Satzes ist die langsame Bewegung (nur ausnahmsweise vertauschen der langsame Satz und das gleich zu besprechende Scherzo ihren Platz). Seine Form kann eine sehr verschiedenartige sein. Ist er wie der erste mit zwei kontrastierenden Themen ausgestattet, so ist das bewegtere das zweite; die Reprise und Durchführung fallen weg, dagegen erscheint gern das Hauptthema dreimal, meist mit immer gesteigerter Figuration. Oft begnügt sich der Tonsetzer mit der dreiteiligen Liedform, d.h. der Ordnung A-B-A. Sehr beliebt ist auch die Variationenform für den zweiten Satz. Die Tonart des zweiten Satzes ist meist die der Subdominante oder der Mollparallele.


Der dritte Satz bringt Menuett oder Scherzo, gewöhnlich wieder in der Haupt- oder einer eng verwandten Tonart. In frühen Sonaten fehlt Menuett oder Scherzo gänzlich, so dass man gleich vom zweiten zum letzten Satz, dem Finale, gelangt.


Der vierte Satz, das Finale, steht bei durchschnittlich schneller Bewegung immer in der Haupttonart, verwandelt sie aber nicht selten aus Moll in Dur. Seine Form ist entweder die Sonatenhauptsatzform, zum Teil ohne Reprise, aber mit Durchführung, oder eine weit ausgesponnene Rondoform mit mehr als zwei meist kurzen Themen. In seltenen Fällen läuft er in eine Fuge aus.


Geschichte

Sonata ("Klingstück") war in den Anfängen der selbstständigen Instrumentalmusik gegen Ende des 15. Jahrhunderts eine allgemeine Bezeichnung für Instrumentalstücke ohne bestimmtes Formschema im Gegensatz zur Cantata ("Singstück").


Sie wurde zunächst von Giovanni Croce (1580) und Andrea Gabrieli, dessen "Sonate a 5 istromenti" (1586) verschollen ist, verwendet. Von seinem Neffen Giovanni Gabrieli sind einige Sonaten erhalten (1597 und 1615). Diese ältesten Sonaten sind Stücke für mehrere Instrumente (Violinen, Violen, Zinken und Posaunen), und ihr Schwerpunkt liegt in der Entfaltung harmonischer Fülle. Ihre praktische Bestimmung war die, einem kirchlichen Gesangswerk als Einleitung vorausgeschickt zu werden, die Sonate tritt in der Folge (völlig gleichbedeutend mit der Sinfonia) als Einleitung einer Kantate auf.


Gegen Ende des 17. Jahrhunderts begann man die


  • Sonata da chiesa (Kirchensonate) mit der Satzfolge "langsam - schnell - langsam - schnell" von der
  • Sonata da camera (Kammersonate) mit einleitendem Präludium und zwei bis vier Tanzsätzen (siehe Suite)


zu unterscheiden.


Beide fußen auf der Besetzung mit zwei Oberstimmen und einer Continuo-Stimme, wobei die Kirchensonate mehrfach, die Kammersonate einfach besetzt wurde.


Die Übertragung des Namens Sonate auf Klavierwerke ähnlicher Gestaltung ist das Werk Johann Kuhnaus. Eine Vollendung der Form der Sonate, namentlich ihres charakteristischen ersten Satzes (siehe oben), erfolgte durch Domenico Scarlatti, Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.


Die Form der Sonate wurde durch Haydn, Mozart und Beethoven auf die Komposition für verschiedene Ensembles (Violine und Klavier, Klavier, Violine und Cello, Streichtrio, Streichquartett etc.) und für Orchester (Symphonie) übertragen. Nach Beethoven haben die Form der Sonate Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann sowie Johannes Brahms, Joachim Raff, Anton Rubinstein, I. Rheinberger und Robert Volkmann behandelt.


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