Zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende (lat.: Solstitium), auch Mittsommernacht genannt, um den 21. Juni herum, steht die Sonne scheinbar direkt senkrecht über dem nördlichen Wendekreis der Erde.
Die Nacht der Sommersonnenwende ist aus diesem Grund die kürzeste im Jahr; ab diesem Zeitpunkt werden die Nächte wieder länger und die Tage wieder kürzer bis zur Wintersonnenwende.
Astronomisch betrachtet handelt es sich dabei um die Umkehr der Deklinationsbewegung. Im Jahr 2003 war die Sommersonnenwende in Deutschland um 21 Uhr MESZ, 2004 wird sie wegen des Schalttages schon um 02:57 Uhr MESZ sein.
Hinweis: alle Angaben sind auf die nördliche Erdhalbkugel bezogen. Von der Südhalbkugel aus betrachtet sind Sommersonnenwende und Wintersonnenwende genau vertauscht, da dort ja Sommer ist, wenn im Norden Winter ist.
Die Sommersonn(en)wende ist zugleich der Beginn der JahreszeitSommer und wird seit jeher von den Menschen als mystischer Tag betrachtet, oft begleitet von religiösen Feierlichkeiten.
Je größer der Unterschied zwischen dem harten Winter und dem warmen Sommer, desto festlicher hat man auch diesen Tag gefeiert.
Hoch im Norden, wo in der sommerlichen Jahreszeit die Nächte gar nicht mehr dunkel werden (man spricht auch von den Weißen Nächten), sind Sonnenwendfeiern wesentlich wichtiger, als z. B. am Mittelmeer.
Die Sonnenwendfeste haben vor allem in den germanischen, nordischen und keltischen Religionen einen festen Platz.
Seit der Christianisierung Europas werden diese Feiern oft mit dem 24. Juni, dem Tag Johannes des Täufers, verbunden, und einige der Sonnenwendbräuche, die sich bis heute erhalten haben, wie die Johannisfeuer, sind nach ihm benannt.
Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die wiederentdeckten altgermanischen Sonnenwendfeiern offizielle Feiertage und in die Nazi-Symbolik von Volk, Blut und Boden integriert. Dies schadet ihrem Ruf teilweise bis heute. Die Esoterik und Astrologie beruft sich auch auf so manche heidnische Tradition und feiert die Sonnenwende als Sonnenkult.
Das Sommerwetter und die noch frühlingshafte Wachstumsstimmung in der Natur ist ideal für Freiluftveranstaltungen aller Art. So ist die Sonnenwende oft nur ein willkommener Vorwand, aber kein eigentlicher Grund der zahlreichen Feste und Feiern in dieser Jahreszeit.
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