Sexualität (von spätlat.: sexualis; aus lat.: sexus Geschlecht) ist die Gesamtheit der Lebensäußerungen, Verhaltensweisen, Empfindungen und Interaktionen von Lebewesen in Bezug auf ihr Geschlecht. Geschlechtslose Lebensformen sind zur Sexualität nicht befähigt.
Einzeller wie das Pantoffeltierchen betreiben Konjugation als sexuellen Akt. Sogar Bakterien zeigen sexuelle Phänomene, sie entwickeln so genannte F-Pili, durch die sie Teile des Erbguts austauschen, unabhängig von der Vermehrung, die durch Zellteilung erfolgt.
Pflanzen und Tiere
Bei Eukaryonten ermöglicht die Sexualität geschlechtliche Fortpflanzung und Vermehrung. Dabei kommt es zur Verschmelzung zweier haploider Geschlechtszellen (Gameten) verschiedener Individuen, etwa eines Spermiums mit einer Eizelle. Aus der resultierenden Zygote entsteht ein neuer Organismus. Neben der Fortpflanzung mittels Austausch von Erbinformationen hat Sex als geschlechtliche Interaktion bei höheren Organismen teils auch eine soziale Bedeutung, insbesondere bei Primaten wie dem Menschen und den Zwergschimpansen.
Mensch
Beim Menschen ist im Gegensatz zu fast allen Tieren die Sexualität kein reines Instinktverhalten, sondern unterliegt auch bewussten wie unbewussten Entscheidungsprozessen.
Menschen drücken ihre sexuelle Anziehung zum Anderen durch unterschiedliche Formen und Aspekte aus: Zärtlichkeit, Kuss, Liebe, Erotik, sexuelle Befriedigung, Geschlechtsverkehr.
Die menschliche Sexualität bildet sich entgegen der landläufigen Meinung nicht erst in der Pubertät aus, sondern ist bereits ab der Geburt vorhanden (siehe kindliche Sexualität).
Die Sexualität des Menschen prägt seine Psyche, seine persönliche Entwicklung, die Formen seines Zusammenlebens sowie - auch beeinflusst von der Sexualmoral - die gesamte Sozialstruktur, also die Kultur und Gesellschaft, in der er lebt. Da zwischen der Sexualität des Mannes und der Sexualität der Frau teils erhebliche Unterschiede bestehen, führt diese Diskrepanz bei der Heterosexualität zu mannigfaltigen Abstimmungsschwierigkeiten zwischen den Geschlechtern - die das Leben allerdings auch spannend machen. Nicht nur Sexuelle Funktionsstörungen bei Frau und Mann sind damit allerdings oft die Folge mangelnder Anpassung auf beiden Seiten.
Rüdiger Lautmann, Michael Schetsche: Sexualität im Denken der Moderne. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie, hg. Joachim Ritter und Karlfried Gründer, Band 9, Basel: Schwabe & Co, Spalte 730-742.
Phillipp Balzer, Klaus Peter Rippe (Hrsg.): Philosophie und Sex. München: dtv. ISBN_3-423-30728-5
"Aufklärungsfilme"
Schon 1917 hatte Richard Oswald den Aufklärungsfilm über Geschlechtskrankheiten "Es werde Licht!" im Auftrage des Kriegsministeriums gedreht. Der Film brachte eine Filmlawine ins Rollen. Allein dieser Film hatte drei Folgen. 1919 brachte Oswald das Problem Homosexualität und Erpressung in einer kriminalistischen Handlung unter: "Anders als alle anderen".
Weil vom Ende des ersten Weltkriegs bis 1920 keine Filmzensur in Deutschland existierte, folgte 1919 auf die Welle der "Aufklärungsfilme" die der eigentlichen spekulativen Sexfilme, damals noch Sittenfilme genannt.
In den 60er Jahren wiederholte sich das Geschäft auf eine erstaunlich ähnliche Weise.
Helga (1967) (mit Entbindungsszene!!)
Oswalt Kolle: Dein Mann, das unbekannte Wesen (1968)
Unterhaltungsfilme zum Thema 'Liebe' und 'Sexualität'
Woody Allen: Was Sie schon immer über Sex wissen wollten (USA 1972)
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