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[Bild extern:] Serifen am Buchstaben m


Als Serife bezeichnet man die (mehr oder weniger) feine Linie, die einen Buchstabenstrich oben oder unten abschließt. Serifen verbessern, für Menschen ohne Sehbehinderung, die Lesbarkeit einer Schrift erheblich, daher sollte für längeren Text möglichst eine Serifenschrift verwendet werden. Serifenlose Schriften eignen sich aufgrund ihrer kompakteren Erscheinung eher für kurze Texte und Headlines.


Ursprung

Über den Ursprung der Serifen ist man sich uneins. Sicher ist, dass schon die alten Römer ihre Inschriften mit Serifen in Stein gemeißelt hatten, nachdem die Buchstaben mit einem Pinsel vorgezeichnet wurden.


Möglich ist, dass die Serifen durch das Ansetzen des Pinsels entstanden und beim Meißeln übernommen wurden - dafür spricht, dass sich Serifen auch in handschriftlichen Dokumenten wiederfinden, die mit Tinte und Feder geschrieben wurden.


Vielleicht hatten die Serifen auch einen praktischen Grund: Durch einen "Querschlag" am Anfang und am Ende eines jeden Striches wurde verhindert, dass der Stein beim Meißeln weiter aufplatzt.


Serifen finden sich in handschriftlichen Dokumenten ebenso wie später in den Druckerzeugnissen. Erst mit Aufkommen der Industrialisierung verändert sich das Erscheinungsbild der Serifen erheblich, Anfang des 20. Jahrhunderts entstehen dann sogar Schriften ohne Serifen, die Grotesk-Schriften.


Schriftklassifikation

In der Schriftklassifikation spielen Serifen eine große Rolle. Durch Beurteilung von Stärke und Form der Serifen können Schriften in verschiedene Klassen eingeordnet werden.


Über Jahrhunderte hinweg waren Serifen ein wichtiger Bestandteil des Schriftbildes. Während sie in der Französischen und Venezianischen Renaissance-Antiqua noch rund und plump wirkten, wurden die Kontraste in der Barock-Antiqua schon deutlich ausgeprägter, die Serifen klarer, gerader und feiner. Bei der Klassizistischen Linear-Antiqua waren die Serifen nur noch zarte, völlig waagerechte Striche ohne Übergang zum Hauptstrich - die Weiterentwicklung der Drucktechnik spiegelte sich also auch im Schriftbild wider.


Mit Aufkommen der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts kehrte sich die Entwicklung um: Für Reklame und Plakate erfand man die Serifenbetonte Linear-Antiqua-Schriften. Bei diesen Schriften waren die Serifen ebenso stark ausgeprägt wie Grund- und Haarstrich (die typischen "Schreibmaschinen-Schriften").


Erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte man serifenlose Schriften, die so genannten Grotesk-Schriften oder serifenlose Linear-Antiqua. Dabei wurden Schriften auf ihre geometrischen Grundformen zurückgeführt (siehe: Bauhaus). Obwohl die Lesbarkeit dadurch spürbar litt, haben sich serifenlose Schriften in der Zwischenzeit ihren festen Platz in der Typographie erarbeitet.


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