Scrabble® ist ein Brettspiel für bis zu vier Personen, das Ende der 1920er Jahre von dem US-Amerikaner Alfred Butts entwickelt wurde. 1948 erschien das Spiel erstmals.
Aufgabe beim Scrabble ist es, aus zufällig gezogenen Buchstaben Wörter zu legen und dabei die verschiedenen Bonusfelder auf dem Spielbrett zu nutzen.
Auf dem Scrabble-Spielbrett finden sich 225 (15x15) Spielfelder, von denen 60 Bonusfelder sind: 24x doppelter Buchstabenwert (hellblaue Felder), 16x doppelter Wortwert (dunkelblaue Felder), 12x dreifacher Buchstabenwert (rosafarbene Felder), 8x dreifacher Wortwert (rote Felder).
Hinzu kommt der Stern in der Mitte des Spielbretts, der ebenfalls den Wert eines Wortes verdoppelt.
Der Untergrund des Spielplans ist in der Regel dunkelgrün gehalten
Buchstabensteinchen
Scrabble wird mit 102 Buchstabensteinchen gespielt, wobei die einzelnen Buchstaben unterschiedlich häufig vorkommen und unterschiedlich gewertet werden. Häufigkeit und Punktwert richten sich dabei wesentlich nach der Häufigkeit des Buchstabens in der Sprache, z.B. in der deutschen Version:
1 Punkt: E (15x), N (9x), S (7x), I (6x), R (6x), T (6x), U (6x), A (5x), D (4x)
2 Punkte: H (4x), G (3x), L (3x), O (3x)
3 Punkte: M (4x), B (2x), W (1x), Z (1x)
4 Punkte: C (2x), F (2x), K (2x), P (1x)
6 Punkte: Ä (1x), J (1x), Ü (1x), V (1x)
8 Punkte: Ö (1x), X (1x)
10 Punkte: Q (1x), Y (1x)
Hinzu kommen 2 Blankosteinchen, die als Joker für jeden beliebigen Buchstaben gelegt werden können, aber keinen Punkt bringen.
Spielregeln
Die Scrabble-Regeln lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
Spielablauf
Zu Beginn des Spiels wird durch Ziehen eines Buchstabens die Reihenfolge bestimmt. Wessen Buchstabe im Alphabet an vorderster Stelle steht, beginnt, danach geht es im Uhrzeigersinn weiter.
Der erste Spieler zieht nun sieben Buchstaben aus dem Säckchen und legt sie so auf sein Ablagebänkchen, dass die Mitspieler sie nicht sehen können. Ziel ist es nun, mit den gezogenen Buchstaben ein Wort zu legen, das möglichst viele Punkte einbringt. Dabei muss der erste Spieler sein Wort in jedem Fall auf den Stern in der Spielfeldmitte legen. Die Wörter müssen einen Sinn ergeben; möglich sind auch grammatische Ableitungen (z.B. Feldes, legte, schönes).
Nachdem das erste Wort gelegt wurde, zieht der nächste Spieler sieben Buchstaben und versucht ebenfalls, mit seinen Buchstaben eine hohe Punktzahl zu erreichen. Im Scrabble kann generell ein neues Wort gelegt oder ein bestehendes Wort durch Anhängen von Buchstaben erweitert werden, allerdings muss immer an einen Buchstaben des bestehenden "Wortgerüsts" angelegt werden. Es wird immer die Punktzahl des gesamten neuen Wortes bzw. aller neu entstandenen Wörter berechnet. Ausgenommen hiervon sind bereits belegte Bonusfelder.
Sind alle Spieler einmal an der Reihe gewesen, ist die 1. Runde abgeschlossen, und die 2. Runde beginnt in der gleichen Reihenfolge. Zu Beginn jedes neuen Zuges muss jeder Spieler seinen Buchstabenvorrat wieder auf sieben Steinchen auffüllen. Es ist auch möglich, seine gezogenen Buchstaben gegen neue umzutauschen, allerdings muss man dann einmal aussetzen und darf erst in der folgenden Runde ziehen.
Das Spiel ist beendet, wenn nicht mehr genügend Buchstaben im Säckchen sind, um eine ganze Runde durchzuspielen, oder wenn die anderen Mitspieler aufgeben. Sieger ist der Spieler mit den meisten Punkten.
Was nicht erlaubt ist
Kein Wort darf diagonal gelegt werden - nur waagerecht und senkrecht.
Eigennamen von Personen und geographischen Objekten dürfen nicht gelegt werden: Karl, Anne, Schmidt, Kowalski, Berlin, Hamburg, Schweiz, Uruguay, Rhein usw. sind verboten. Gesetzt werden dürfen hingegen Namen, die im allgemeinen Sprachgebrauch noch eine andere Bedeutung haben, z.B. Horst (Raubvogelnest), Müller (Beruf) oder Seine (Possesivpronomen).
Markenbezeichnungen (Opel, Audi, Persil,...) dürfen auch nicht gelegt werden, wobei es hier Grenzfälle gibt (so ist z.B. Fön ein eingetragenes Warenzeichen, aber im allgemeinen Sprachgebrauch meint man damit kein Produkt eines bestimmten Herstellers).
Abkürzungen sind verboten (VW, BMW, UKW, ZDF, RTL, CD, DVD,...). Kurzwörter, die als ein Wort gesprochen werden, dürfen aber gelegt werden (Moped, Trafo, Kilo,...).
Für zusammengesetzte Substantive gibt es keine verbindlichen Regeln. Substantive, die nicht eindeutig und selbstverständlich sind, sollten nach Möglichkeit nicht gelegt werden - so könnte z.B. Schneckenhaus oder Pfeffermühle gelegt werden, Würmerhaus oder Salzmühle jedoch nach Möglichkeit nicht.
Film und Literatur
Eine Kultszene zum Thema Scrabble findet sich im Loriot-Film Ödipussi. Paul Winkelmann alias Loriot verbringt mit seiner Mutter und deren Damenkränzchen einen Spieleabend, bei dem Scrabble gespielt wird. Eine der alten Damen verlängert das Wort Hund zu dem Wort Hundnase. Als sie jedoch von ihren Mitspielern darauf hingewiesen wird, dass es korrekt Hundenase heißen müsste, nimmt sie das Wort vom Spielbrett und legt stattdessen das Wort Schwanzhund, was jedoch nur zu noch größeren Diskussionen führt.
Auch im Roman Per Anhalter durch die Galaxis wird Scrabble gespielt. Während sein Freund Zaphod Beeblebrox spurlos verschwunden ist, heißt es, dass Arthur Dent sorgenvoll auf das Bord vor sich blickte. Ein paar Zeilen weiter erfährt der Leser jedoch, dass ihn keineswegs die Sorge um Zaphod plagt, sondern er vielmehr mit Tricia McMillan in einer Partie Scrabble versunken ist.
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