Schwarzpulver (auch Schießpulver genannt; engl. black powder) war der erste Sprengstoff, der als Treibladung für Schusswaffen verwendet wurde.
Die Mischung verbrennt an der Luft rasend schnell (Schwarzpulver deflagriert im Fachjargon) und wird auch für Feuerwerkskörper wie Böller und Raketen benutzt.
Schwarzpulver besteht aus einer Mischung von 75% Kaliumnitrat (manchmal auch Natriumnitrat), 15% Holzkohle und 10% Schwefel. Natürlich gibt es zahlreiche Abarten für dieses Mischungsverhältnis (z. B. auch Schwarzpulver ohne Schwefel!) Diese Bestandteile müssen fein zermahlen und gleichmäßig vermischt werden, wobei jeder Vorgang mehrere Stunden dauert und meistens in einer Kugelmühle geschieht.
Danach wird das Gemisch in so genannte Kuchen feucht verpresst und getrocknet, die wiederum zerstoßen und zermahlen bzw. gekörnt werden. So erlangt man eine höhere Dichte und Abbrandgeschwindigkeit. Zur Vergrößerung bzw. Vergleichmäßigung der Abbrandgeschwindigkeit wurde das Pulver teilweise in komplizierte Formen gebracht. Etwa sechseckige Stäbe mit mehreren Bohrungen, um die Oberfläche während des Abbrandes zu vergrößern.
Das fertige Pulver wird noch getrocknet und kann dann abgefüllt bzw. verpackt werden. Es kann verhältnismäßig lange (luftdicht) gelagert werden.
Salpeter/Kaliumnitrat oder Natriumnitrat dient im Schwarzpulver als Sauerstofflieferant, Kohlepulver als Brennstoff und Schwefel als Sensibilisierer, damit es bei kleinster Berührung mit Funken zu brennen anfängt.
Schwarzpulver wurde eine Zeit lang mit Kaliumchlorat als Kaliumnitrat Ersatz gefertigt. Das so gewonnene Pulver ist höchst wirksam, aber so schlag- und reibungsempfindlich, dass es nie eine kommerzielle Nutzung fand.
Vorsicht:
Die eigene Herstellung von Schwarzpulver ist verboten!
Schwarzpulver ist empfindlich gegenüber Schlag, Reibung und statischer Elektrizität (Funken!). Die Anzündtemperatur liegt sehr niedrig (ca. 170°C). Schwarzpulver ist massenexplosiv, das heißt ab einer bestimmten Menge von mehreren Kilogramm ist keine Verdämmung mehr erforderlich, um eine Explosion auszulösen.
Geschichte
Der Name Schwarzpulver geht auf den FranziskanermönchBerthold Schwarz aus Freiburg zurück, der es im 14. Jahrhundert erfunden haben soll. In China war Schwarzpulver jedoch schon um das Jahr 1000 bekannt. Wie es seinen Weg nach Europa fand, ist nicht genau geklärt. Es könnte durch arabische Händler nach Europa gelangt sein, möglicherweise wurde es hier aber auch ein zweites Mal erfunden.
Schon 1267 beschrieb Roger Bacon die Herstellung von Schwarzpulver, wobei er noch nicht das optimale Mischungsverhältnis fand. Marcus Graecus und Albertus Magnus verbesserten wenige Jahre später das Mischungsverhältnis auf die oben genannten Werte.
Ab 1880 wurde das Schießpulver beim Schießen langsam gegen durch andere, wirksamere und einfacher zu handhabende Stoffe ersetzt. Das war insbesondere das rauchschwache Pulver das aus der Schießbaumwolle hergestellt wurde.
Literatur
Manuel Baetz: Schwarzpulver für Survival - Band 1 - Improvisation von Schwarzpulver und ähnlichen Mischungen. SurvivalPress, 2004 ISBN_3898114198
Richard Escales: Schwarzpulver und Sprengsalpeter. SurvivalPress, 1914 Reprint 2003, ISBN_3833011246
Thomas Fatscher/Helmut Leiser: Ausarbeitung zum neuen Waffenrecht. Krüger Druck+Verlag, Dillingen/Saar 2003 ISBN_30001200009
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