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Schubart, Daniel
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Christian Friedrich Daniel Schubart, deutscher Dichter, geb. 13. April 1739 (nicht 26. März, wie gewöhnlich angegeben wird, und ebensowenig 22. November 1743, wie Gödeke korrigierend angibt) zu Sontheim in der schwäbischen Grafschaft Limpurg, gest. 10. Oktober 1791 in Stuttgart.


Inhaltsverzeichnis


1 Biographie

2 Werk

3 Quelle

4 Weblinks


Biographie

Schubarts Vater, der in Sontheim in der schwäbischen Grafschaft Limpurg als Kantor und Pfarrvikar fungierte, wurde 1740 als Lehrer nach Aalen im Kocherthal versetzt und erhielt 1744 daselbst das Diakonat. Auf dem Gymnasium zu Nördlingen und der Schule zum Heiligen Geist in Nürnberg betätigte er bereits poetisches und hervorstechendes musikalisches Talent, begann schon damals ein regelloses Leben, das zu Erlangen, wo Schubart, auf der Reise nach Jena begriffen, blieb und Student wurde, seine gesteigerte Fortsetzung fand. Sein Treiben stürzte ihn in Krankheit und Schulden, so dass ihn 1760 die Eltern heimriefen.


Nach einem kurzen Aufenthalt als Hauslehrer in Königsbronn kehrte er 1762 abermals nach Aalen zurück, von wo aus er in der Nachbarschaft den Pfarrern als Prediger aushalf, bis ihm 1763 im Spätherbst das Amt eines Präzeptors und Organisten in Geislingen an der Steige zuteil ward. Hier verheiratete er sich schon im Januar 1764 mit der Tochter des Oberzollers Bühler, litt bald unter der Armseligkeit seiner häuslichen und amtlichen Verhältnisse, über die er sich einmal durch literarische und musikalische Tätigkeit und öfters durch wilde Gelage und Zerstreuungen hinwegzuhelfen suchte. In und durch Geislingen kam Schubart in Bekanntschaft mit Heinrich Schnittlinger, der Schubarts zügellose, unstete Art teilte.


Eine Ode auf den Tod des Kaisers Franz I. trug Schubart das kaiserliche Dichterdiplom ein. In Geislingen entstanden die "Todesgesänge" (Ulm 1767) und die "Zaubereien" (Ulm 1766), jene unter Klopstocks, diese unter Wielands Einfluss.


1769 wurde Schubart als Organist und Musikdirektor nach Ludwigsburg berufen. Sein Witz, seine poetischen und musikalischen Gaben führten ihn hier in vornehme Kreise ein; seine unbändige und regellose Art aber störte ebenso den Frieden seines Hauses wie das gute Einvernehmen mit den anfänglichen Gönnern. Ein stadtkundiges Liebesverhältnis mit einer Landsmännin aus Aalen vertrieb Schubarts Frau aus dessen Haus und brachte ihn selbst auf kurze Zeit in Haft, und als das mannigfache Ärgernis, das sein Wandel erregte, fortdauerte, erfolgte durch den Herzog 1773 Schubarts Dienstentsetzung und Landesverweisung.


Nachdem er sich eine Zeitlang an verschiedenen Orten Süddeutschlands abgehalten und dann in Mannheim die kaum gewonnene Gunst des Kurfürsten von der Pfalz durch eine unvorsichtige Äußerung über die Mannheimer Akademie verscherzt hatte, wandte er sich nach München, wo er durch den übertritt zum Katholizismus sein Glück zu machen hoffte.


Der Plan zerschlug sich, und Schubart gedachte nun in Stockholm sein Heil zu versuchen; er kam jedoch nur bis Augsburg. Dort begann er 1774 die Herausgabe der Zeitschrift "Deutsche Chronik", die großen Anklang fand und um ihrer patriotischen Haltung, ihrer lebendigen Darstellung und unerschrockenen Freimütigkeit willen auch verdiente. Als nach kurzer Zeit der Augsburger Magistrat den Druck des Journals verbot, wurde derselbe in Ulm fortgesetzt, wohin Schubart selbst sich 1775 begab, nachdem er aus Augsburg ausgewiesen war. In Ulm war der Dichter, dessen "Chronik" sich fortwährender Beliebtheit erfreute, kaum in die beste und ergiebigste Epoche seines Lebens getreten, als ihn Herzog Karl Eugen von Württemberg im Januar 1777 durch den Klosteramtmann Scholl in dessen Amtshaus nach Blaubeuren locken und dann auf den Hohenasperg bringen ließ, um seinen "Unverschämtheiten" gegen "fast alle gekrönten Häupter auf dem Erdboden" ein Ende zu machen.


Auf dem Hohenasperg mußte Schubart zehn Jahre lang schmachten, das erste Jahr in strengster Haft, bis 1782 unter der Obhut des pietistischen Despoten General Rieger, von Weib und Kind getrennt, anfangs aller Bücher und Schreibmaterialien beraubt, später in unwürdiger Weise von dem Festungskommandanten zu den Geschäften eines Gelegenheitspoeten und Privatsekretärs verwendet.


Erst im Mai 1787 wurde infolge preußischer Verwendung der körperlich zerrüttete Mann wieder in Freiheit gesetzt und dann, um die Sinnlosigkeit despotischer Willkür voll zu machen, zum Hofdichter und Theaterdirektor in Stuttgart ernannt, wo er die Herausgabe der eine Zeitlang von Schubarts treuem Freund Martin Miller, dem Dichter des "Siegwart", in Ulm zum Besten der Familie weitergeführte "Chronik" wieder aufnahm und in nunmehr glücklichen Familienverhältnissen und bei reichlichem Einkommen ruhiger als sonst lebte, ohne jedoch die alte Schmaus- und Zechlust gänzlich zu verleugnen. Er starb 10. Oktober 1791 in Stuttgart.


Siehe auch: Portal Musik, Musik des 18. Jahrhunderts


Werk

Schubarts Dichtungen und sonstige schriftstellerische Werke sind das getreue Spiegelbild seiner Persönlichkeit. Wie diese zucht- und haltlos sich lediglich den Eingebungen momentaner Stimmung unterworfen zeigte, so sind auch seine geistigen Produkte in unsteter Flüchtigkeit und ohne künstlerischen Ernst gleichsam auf das Papier geschleudert.


Schubarts Name ist bekannt geblieben durch die düstern Lebensgeschicke des Dichters; ohne diese wären seine Dichtungen (etwa "Die Fürstengruft" und den "Hymnus auf Friedrich d. Gr." sowie einige wirklich den Volkston treffende, wie das "Kaplied", abgerechnet) längst verschollen.


Weitläufige Bekanntheit erlangte allerdings vor allem Schubarts volkstümlich-banales Gedicht "Die Forelle", das von Franz Schubert zum gleichnamigen Kunstlied vertont wurde.


Über seine äußern und innern Erlebnisse hat der Dichter uns in "Schubarts Leben und Gesinnungen" (Stuttgart 1791-1793, 2 Bände) eigne, im Kerker abgefaßte Aufzeichnungen hinterlassen, die jedoch die beklemmende Luft des Gefängnisses, in welcher Schubart zum zerknirschten Pietisten ermürbt war, allzu sehr verraten, als dass ihnen historische Zuverlässigkeit beizumessen wäre.


Schubarts "Sämtliche Gedichte" erschienen in Stuttgart 1785-1786, 2 Bände (neue Ausgabe: Stuttgart 1842); seine "Gesammelten Schriften", Stuttgart 1839-1940 in 8 Bänden.


Die treubewährte Gattin des Dichters überlebte ihn 28 Jahre und starb 1819 in einer Armenanstalt zu Stuttgart. Sein Sohn Ludwig Schubart, geb. 1766 in Geislingen an der Steige, lebte als preußischer Legationsrat in Nürnberg und starb 1812 in Stuttgart. Er übersetzte mehreres aus dem Englischen (z.B. Thomsons "Jahreszeiten") und gab seines Vaters "Ideen zur Ästhetik der Tonkunst" (Wien 1806) und "Vermischte Schriften" (Zürich 1812, 2 Bände) heraus.


Quelle



Weblinks



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