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Schnee

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Schnee ist ein Niederschlag, der aus feinen Eiskristallen besteht.


[Bild extern:] Sternförmiger Eiskristall (Dendrit)


Sternförmiger Eiskristall


Foto: NASA


[Bild extern:] Plättchenförmiger Eiskristall


Plättchenform
Foto: NASA


[Bild extern:] Mischform aus Plättchen und Dendriten


Mischform
Foto: NASA


Inhaltsverzeichnis


1 Kristallbildung

2 Schneeflocken

3 Schneeschmelze

4 Schneearten

  4.1 Alter

  4.2 Feuchtigkeit

  4.3 Farbe

5 Auswirkungen auf das Klima

6 Schneemessungen

7 Weblinks


Kristallbildung

Schnee entsteht, wenn sich in den Wolken feinste Wassertröpfchen an Kristallisationskeimen (z.B. Staubteilchen) anlagern und dort gefrieren. Die dabei entstehenden Eiskristalle, weniger als 1/10 mm groß, fallen nach unten und wachsen durch die Luftfeuchtigkeit weiter an und es bilden sich die bekannten sechseckigen Formen aus. Wegen der besonderen Struktur der Wasser-Moleküle sind dabei nur Winkel von 60° bzw. 120° möglich.


Die unterschiedlichen Grundformen der Schneekristalle hängen von der Temperatur ab - bei tieferen Temperaturen bilden sich Plättchen oder Prismen aus, bei höheren Temperaturen sechsarmige Dendriten (Sterne).


Herrscht eine hohe Thermik, so treten die Kristalle mehrfach eine vertikale Reise durch die Atmosphäre an, wobei sie teilweise aufgeschmolzen werden und wieder neu kristallisieren. Dadurch wird die Regelmäßigkeit der Kristalle durchbrochen und es bilden sich komplexe Mischformen der Grundformen aus, so dass kein Kristall dem anderen gleicht.


Die streng hexagonale Struktur von Schneeflocken war in China schon mindestens seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. bekannt. Im Abendland bemerkte diese Eigenschaft erstmals der englische Mathemathiker Thomas Harriot im Jahre 1591, der seine Beobachtung jedoch nicht publizierte.


Schneeflocken

Liegt die Lufttemperatur nahe am Gefrierpunkt, so werden die einzelnen Eiskristalle durch kleine Wassertropfen miteinander verklebt und es entstehen an einen Wattebausch erinnernde Schneeflocken. In starken Schauern kann es allerdings auch bei Temperaturen um 5 Grad oder noch etwas darüber schneien. Andererseits kommt es vor, dass auch bei Negativwerten Regen fällt, dann als gefrierender Regen. Diese Komponenten hängen von Struktur / Labilität der oberen und unteren Luftschichten, von geographischen Einflüssen sowie Wetterelementen wie z.B. Kaltlufttropfen ab. Bei tiefen Temperaturen bilden sich nur sehr kleine Flöckchen, der so genannte Schneegriesel.


Schneeflocken enthalten bis zu 95% Luft. Die Luft sorgt für eine geringe Dichte der Schneeflocke, weswegen sie mit Geschwindigkeiten von weniger als 1 Meter pro Sekunde fällt.


Auch die weiße Farbe des Schnees kommt von der darin eingeschlossenen Luft.


Das Licht aller sichtbaren Wellenlängen wird an den Grenzflächen zwischen den Eiskristallen und den eingeschlossenen Luftbläschen reflektiert.


Schneeschmelze

Schnee schmilzt bei Temperaturen über 0 °C, aber auch durch Sonnenbestrahlung. Hier ist auch Sublimation möglich, d.h. ein "Verdampfen" ohne zu schmelzen.


Wegen des hohen Luftgehaltes auch des am Boden verfestigten Schnees bleiben beim Schmelzen der Schneebedeckung die flächenhaften Überschwemmung aus. Das Wasser, das durch Flüsse abtransportiert wird, kann aber in den Flusstälern zu den bekannten Frühjahrsüberschwemmungen führen.


Schneearten

Es gibt verschiedene Kriterien, anhand deren man den Schnee einteilen kann.


Alter

  • Neuschnee ist frisch gefallener Schnee, der nicht älter als drei Tage ist. Die Eiskristalle sind noch fein verzweigt mit spitzen Zacken.
  • Altschnee liegt bereits mindestens drei Tage. Durch Temperatur und Druck sind die Kristalle weniger stark verästelt und abgerundeter.
  • Harsch ist Altschnee, der durch Schmelzen und Gefrieren an der Oberfläche eine feste, gefrorene Schicht ausgebildet hat, während der Schnee darunter pulverartig bleibt. Je nach Dicke der harten Schicht, kann schon durch leichte Zusatzbelastungen die Harschdecke durchbrochen werden. Siehe auch: Harscheisen
  • Firn ist mindestens ein Jahr alt. Seine Dichte ist höher (über 0,6 g/cm³). Die feinen Eiskristalle sind durch wiederkehrendes Auftauen und Gefrieren zu größeren Eisbrocken verschmolzen. Aus dem Firnschnee können im Laufe der Zeit Gletscher entstehen. Siehe auch: Firnfeld


Feuchtigkeit

  • Pulverschnee ist trockener Schnee, der auch unter Druck nicht zusammenklebt.
  • Feuchtschnee klebt unter Druck zusammen (Schneeball), es lässt sich jedoch kein Wasser herauspressen.
  • Nassschnee klebt ebenfalls zusammen und man kann Wasser herauspressen.
  • Faulschnee ist ein Gemisch aus Wasser und größeren Schneebrocken, die nicht mehr gut zusammenhalten (Schneematsch)


Farbe



Auswirkungen auf das Klima

In Gebieten mit einer gut ausgebildeten Schneedecke wird durch die hellere Bodenfarbe mehr Wärmestrahlung zurück in die Atmosphäre reflektiert und der Boden nimmt dementsprechend weniger auf.


Nicht zuletzt muss zum Schmelzvorgang des Schnees die so genannte Schmelzwärme aufgebracht werden, die dann als Wärmeenergie verloren geht.


Durch die eingeschlossene Luft bildet Schnee auch einen guten Wärmeisolator, der Pflanzen unter der Schneedecke vor scharfem Frostwind schützt.


Schneemessungen

Messungen der Schneemenge werden mit Hilfe üblicher Regenmesser durchgeführt, bei denen zum Schutz gegen Verwehungen Schneekreuze angebracht sind. Die Höhe der Schneefläche wird mit Schneepegeln bestimmt.


Der Wasseranteil und die Schneedichte haben Bedeutung für die Klimatologie. Auch die Schneegrenze ist eine wichtige klimatologische Kenngröße. Die Schneegrenze trennt schneebedeckte und schneefreie Gebiete voneinander.


Weblinks



Siehe auch: Lawine, Schneeblindheit, Schneekette, Schneepflug, Schneebruch, Schneekanone, Schneeballsystem, Schneegriesel


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