Die von Kanada, durch die USA und Mittelamerika bis in den Norden Südamerikas vorkommende gewöhnliche Schnappschildkröte (Chelydra serpentina Linnaeus 1758) wird in vier Unterarten unterteilt.
Unterscheidungsmerkmale sind die Form der Panzer, die Farbe und die Anzahl der Kiefernbarteln.
Gewöhnliche Schnappschildkröte (Chelydra serpentina serpentina Linnaeus 1758), Vorkommen: Kanada (Neuschottland), USA (außerhalb der Bundesstaaten Florida und Georgia)
Südamerikanische Schnappschildkröte (Chelydra serpentina acutirostris Peters 1862), Vorkommen: Honduras bis Ecuador und Kolumbien
Morphologie
Die gewöhnliche Schnappschildkröte erreicht mit einer maximalen Länge (des Rückenpanzers) von 50 cm ein Gewicht von knapp 50 kg.
Sie hat eine massive Bauweise.
Der Rückenpanzer ist dunkel, mit drei (im Alter oft abgeriebenen) Längskielen.
Der Schwanz ist fast so lang wie der Rückenpanzer.
Der Brustpanzer ist vergleichsweise klein, und nur durch ein schmales Band mit dem Rückenpanzer verbunden.
Die Schnappschildkröte kann sich nicht vollständig in den Panzer zurückziehen.
Der Kopf ist gut beweglich, und der kräftige Schnabel der Schnappschildkröte kann weit reichen.
Das Handhaben von Schnappschildkröten ist, auch aufgrund der Aggressivität der Tiere, gefährlich.
Vorschläge, die Schnappschildkröte am Schwanz zu greifen, sind nicht unproblematisch; das Tier wird bei einer solchen Behandlung oft verletzt.
Die Schnappschildkröte ist auch in der Lage, sich mit ihren bekrallten Vorder- und Hinterbeinen zu verteidigen.
Das Tragen an den Hinterbeinen, mit vom Körper weggestrecktem Vorderteil,gilt als praktikabel.
Zu bedenken ist auch, dass Schnappschildkröten ein stinkendes Sekret absondern, wenn sie sich bedroht fühlen.
Lebensweise
Langsamfließende Gewässer mit morastigem Grund sind der bevorzugte Lebensraum der Schnappschildkröte; man findet sie aber auch in stehenden und künstlichen Gewässern.
Schnappschildkröten verbringen viel Zeit auf dem Grund, teilweise in Schlamm vergraben, und auf Beute lauernd.
Daneben sind sie aber auch gute Schwimmer, die aktiv Fischen, Amphibien, Reptilien und Wasservögeln nachstellen.
Schnappschildkröten gehen gelegentlich nachts an Land, wo sie auch kleine Säugetiere fressen; daneben nehmen sie auch Aas.
Schnappschildkröten unternehmen gelegentich Wanderungen von einigen Kilometern über Land, oft auf der Suche nach neuen Gewässern.
In ihrem nördlichen Verbreitungsgebiet überwintert die Schnappschildkröte eingegraben im Gewässerboden. Der Stoffwechsel ist (aufgrund der tiefen Temperaturen) stark reduziert; Gasaustausch geschieht über die Haut, und entstehende saure Stoffwechselprodukte werden durch den im Panzer enthaltenen Kalk neutralisiert.
Die Geschlechtsreife der Tiere ist wahrscheinlich mit einer Körpergröße von 20 cm erreicht. Bei der Paarung wendet das männliche Tier 'Gewalt' an, krallt sich am Panzer des weiblichen Tieres fest, und bringt seinen unter dem Schwanz befindlichen Hemipenis zur Kloake des Weibchens.
Das Weibchen graben an einer sonnigen Stelle in lockeren Boden eine etwa 20 cm tiefe Kuhle, in die sie die 2-3 cm großen, kugelförmigen Eier ablegen.
Das Gelege wird dann mit Pflanzenresten und Erde bedeckt.
Die 4-5 cm großen Jungtiere schlüpfen nach 2-3 Monaten,und wandern zum nächstgelegenen Gewässer.
Schnappschildkröten wachsen sehr langsam, und erreichen (in Gefangenschaft)
ein Alter von bis zu 80 Jahren. In freier Wildbahn werden die Tiere wahrscheinlich nicht viel älter als 40-50 Jahre.
Schutzstatus
Die Schnappschildkröte ist in ihrem Verbreitungsgebiet allgemein nicht gefährdet. Das liegt wahrscheinlich auch an ihrer Anspruchslosigkeit in Bezug auf die Wasserqualität sowie der Annahme einer weiten Reihe von Beutetieren.
Die Eier der Schnappschildkröte werden manchmal gesammelt, und das Fleisch der Schnappschildkröte gilt als wohlschmeckend. In Amerika werden Schnappschildkröten für den menschlichen Verzehr gefangen.
Haltung in Mitteleuropa
Schnappschildkröten werden auch von Privatleuten in Mitteleuropa gehalten.
Die bedeutende Größe der ausgewachsenen Tiere führt gelegentlich zum Aussetzen in die freie Wildbahn.
Diese Praxis ist bedenklich, da Schnappschildkröten in der Lage sind, den mitteleuropäischen Winter zu überdauern und sich hier auch fortzupflanzen.
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