Nach dem Abitur1937 an der "Lichtwark-Schule" in Hamburg leistet Schmidt zunächst seinen Arbeits- und Wehrdienst ab. Er nimmt dann bis 1945 als Soldat, letzter Dienstgrad Oberleutnant, am Zweiten Weltkrieg teil. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft studiert er in Hamburg Volkswirtschaftslehre und beendet sein Studium 1949 als Diplom-Volkswirt. Er ist dann bis 1953 bei der von Karl Schiller geleiteten Behörde für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg tätig, hier leitet er von 1952 bis 1953 das Amt für Verkehr.
Helmut Schmidt ist seit 1942 verheiratet mit Hannelore ("Loki") Glaser (* 1919). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Ein Sohn verstarb bereits im Kindsalter, Tochter Susanne wurde 1947 geboren.
Partei
Nach Kriegsende wird Schmidt Mitglied der SPD. Hier engagiert er sich zunächst im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), 1947/48 ist er Vorsitzender des SDS in den Westzonen.
Von 1968 bis 1984 ist Schmidt stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD.
Von 1961 bis 1965 ist Helmut Schmidt Senator des Innern der Freien und Hansestadt Hamburg. In diesem Amt erlangt er vor allem als Krisenmanager beim Hamburger Hochwasser vom Februar 1962 Popularität.
Umstritten in der Bevölkerung und vor allem in der eigenen Partei ist sein Eintreten für den sog. NATO-Doppelbeschluss. Im Spätsommer 1982 scheitert die von ihm geführte sozialliberale Koalition, vor allem an Differenzen im Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Am 17. September1982 treten sämtliche FDP-Bundesminister zurück. Schmidt übernimmt daher zusätzlich zum Amt das Bundeskanzlers auch noch das Amt des Bundesministers des Auswärtigen. Am 1. Oktober1982 wird dann durch ein konstruktives Misstrauensvotum mit den Stimmen von CDU, CSU und der Mehrheit der FDP-Fraktion Helmut Kohl zu seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers gewählt.
Helmut Schmidt wurde während seiner politisch aktiven Zeit wegen seines Redetalents gerade auch von Gegnern "Schmidt Schnauze" genannt. Auch sein ökonomischer Sachverstand fand breite Anerkennung. Eine Freundschaft verband ihn mit dem damaligen konservativen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing.
Ehrungen
Im Dezember 2003 wird die Universität der Bundeswehr in Hamburg in Helmut-Schmidt-Universität umbenannt und außerdem wird Helmut Schmidt EhrenbürgerHamburgs.
Die Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten, 1997
Globalisierung, Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart, 1998
Die Selbstbehauptung Europas, Perspektiven für das 21. Jahrhundert, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart München, 2000
Zitate
"Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen."
"In den grundlegenden Fragen muss man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lösen sind. Gleichwohl glaube ich, dass man zugleich realistisch und pragmatisch sein sollte."
"Zwar kann der Politiker im Augenblick seines Handelns oder wenn er sein Handeln erklären und begründen muss, nicht gleichzeitig auch große Philosophie liefern. Aber sofern er ohne philosophisch-ethische Grundlage handelt, ist er in Gefahr, Fehler zu begehen. Er ist in Gefahr, in Opportunismus abzusinken. Er ist sogar in Gefahr, ein Scharlatan zu werden."
"Heutzutage ist das wichtigste zu lernen, wie man andere Völker versteht. Und zwar nicht nur deren Musik, sondern auch ihre Philosophie, ihre Haltung, ihr Verhalten. Nur dann können sich die Nationen untereinander verstehen."
Literatur
Mainhardt Graf von Nayhauß: Helmut Schmidt. Mensch und Macher, Bastei Lübbe : Bergisch Gladbach 1988, 766 S., ISBN_3-404-61197-7
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