Seine Jugendzeit verbrachte Schmidt, der einen fünf Jahre jüngeren Bruder (Reinhard) hat, in Nürtingen. Dort legte Schmidt auch eine Prüfung als Kirchenmusiker (Kirchenmusikschule Rottenburg am Neckar) ab und wurde Organist der katholischen Gemeinde.
Nach dem Abitur (Hölderlin-Gymnasium, Nürtingen) und der Ableistung des Zivildienstes studierte Schmidt von 1978 bis 1981Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart.
Sein erstes Engagement hatte Harald Schmidt von 1981 bis 1984 an den Städtischen Bühnen in Augsburg als erster Mameluk in Lessings "Nathan der Weise". Sein gesamter Text bestand aus dem Satz "Nur hier herein".
1984 wechselte Schmidt zu Kay Lorentz ans Düsseldorfer Kom(m)ödchen, wo er bis 1989 blieb und seine kabarettistische Laufbahn unter Anleitung der legendären Lore Lorentz begann. Im Jahr 1985 ging er mit seinem ersten Soloprogramm "Ich hab' schon wieder Überzogen" auf Tournee. Weitere Soloprogramme waren 1988 "Überstehen ist alles" und 1992 "Schmidtgift". 1993 erschien sein Buch "Tränen im Aquarium".
Im Jahr 2002 kehrt er als Diener Lucky in Becketts "Warten auf Godot" ans Theater zurück und wird im April Mitglied des Ensembles am Bochumer Schauspielhaus.
Seit dem 14.07.2004 ist er zusammen mit Manuel Andrack und einem eigenen zweistündigen Kabarett-Programm unterwegs.
Film und Fernsehen
Seine ersten Fernseherfahrungen machte Schmidt seit März 1988 beim SFB in Berlin mit der Sendung "MAZ ab!", die ab 1989 in der ARD ausgestrahlt wurde.
1990 folgten die Sendungen "Pssst..." (einer Rateshow nach dem Vorbild der Show "Was bin ich?" von Robert Lembke) und "Schmidteinander", die er mit Herbert Feuerstein moderierte. Beide Sendungen wurden vom WDR produziert und ausgestrahlt. Aufgrund des enormen Publikumserfolges wechselte er mit der Sendung "Schmidteinander" später in das Abendprogramm der ARD.
Was zunächst als deutsches Pendant zu den amerikanischen Late-Night-Shows von Jay Leno, Conan O'Brien und David Letterman geplant war, entwickelte sich bald zu einem völlig neuen Format, das Schmidt zum "Liebling der Kritiker" werden ließ, in dem er jedoch bewußt zu polarisieren suchte.
Schmidt war außerdem 1995 in dem Kinofilm "Nich' mit Leo" (zusammen mit Jürgen von der Lippe) und 1999 als Protagonist des Kinofilms "Late Show" in der Rolle des Conny Scheffer zu sehen.
2002 erschien eine von Harald Schmidt nicht autorisierte Biographie "Harald Schmidt" von Mariam Lau.
Am 8. Dezember2003 gab Harald Schmidt bekannt, dass er mit seiner Late-Night-Show auf Sat.1 eine "kreative Pause" einlegen wolle. Es gibt aber auch Spekulationen, Schmidt wäre aus Protest gegen die fristlose Entlassung des alten Programmchefs von Sat.1, Martin Hoffmann, zu dem er eine freundschaftliche Beziehung pflegt, oder wegen der vom neuen Eigentümer der ProSiebenSat.1 Media AG, Haim Saban, eingeführten Maßnahmen zur Kostenkontrolle gegangen. Die Nachfolge auf gleichem Sendeplatz trat am 17. Mai2004Anke Engelke mit ihrer Show "Anke Late Night" an.
Als nächstes Projekt im Jahr 2004 verkörpert er in einem Fernsehfilm über die Flutkatastrophe von 1962 in Hamburg den damaligen Innensenator Helmut Schmidt.
Harald Schmidt lebt mit seiner Partnerin Ellen Hantzsch in Köln-Lindenthal. Er hat drei Kinder; Sohn Robert Hannes (*1994) von seiner ehemaligen Freundin Elke sowie Tochter Nele (*1995) und Sohn Peter (*1998) von seiner aktuellen Partnerin Ellen Hantzsch.
Auszeichnungen
1986 - Bester deutscher Nachwuchskabarettist beim Kabarett-Wettbewerb Salzburger Stier
1997 - Adolf-Grimme-Preis; Goldener Löwe ("bester Showmoderator"); Tele-Star ("bester Showmoderator"); Medienpreis für Sprachkultur der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden.
2001 - Deutscher Fernsehpreis als "bester Unterhaltungsmoderator"
2002 - Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Spezial; Goldene Kamera, bester Nachwuchschauspieler ("Theater Heute") für seine Rolle als Lucky in "Warten auf Godot"
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