Ein Schaf ist ein mittelgroßes Säugetier mit dickem, wolligem Fell.
Zoologisch gehört es zur Gattung Ovis (lat. Schaf). Zu dieser Gattung zählen das Hausschaf (Ovis ammon aries), das Wildschaf (Ovis ammon) mit diversen Unterarten und die amerikanischen Dickhorn- (Ovis canadensis) und Dallschafe (Ovis dalli). Die Nomenklatur der Wildschafe ist teilweise verwirrend, doch geht man heute im Allgemeinen von nur einer Art aus, so dass auch Dickhorn- und Dallschaf nur Unterarten von Ovis ammon darstellen.
An Wildschafen findet man in Europa die Mufflonbestände von Korsika und Sardinien sowie eingebürgerte Bestände an verschiedenen Orten. Mit Ausnahme der genannten amerikanischen Formen sind alle übrigen Wildschaftypen über den asiatischen Kontinent verbreitet.
Das männliche Tier nennt man Widder oder Bock, das weibliche wird als Au oder Aue bezeichnet.
Jungschafe werden Jährling oder auch Zibbe genannt.
Nach früherer Auffassung entwickelten sich die kurzschwänzigen Hausschafrassen Nordwesteuropas wie etwa die Heidschnucke und einige afrikanische Rassen aus dem Mufflon (Ovis ammon musimon), die langschwänzigen Rassen (z.B. Merino-, Fettschwanz- und Fettsteißschaf) dagegen aus dem Urial oder Arkal- bzw. asiatischen Steppenschaf (Ovis ammon arcal).
Aufgrund neuerer Erkenntnisse hat sich aber die Auffassung durchgesetzt, dass alle Hausschafrassen und -Typen von nur einer Wildform, dem orientalischen Mufflon (Ovis ammon orientalis) abstammen.
Es gibt gewichtige Gründe für die Annahme, dass auch die wilden Mufflonbestände von Korsika und Sardinien dort nicht natürlichen Ursprungs sind, sondern dass diese Tiere von vorgeschichtlichen Siedlern dorthin verbracht wurden und somit wie die Hausschafe auf eine nahöstliche Wildform zurückgehen.
Mufflon wurden an verschiedenen Orten Europas ausgewildert, um ein zusätzliches Jagdwild verfügbar zu haben. In solchen Beständen wurde eine Tendenz zur Unterartenbildung beobachtet (Ovis ammon musimon var. sinesella TURČEK).
[Bild:] Der Widder, Wappentier der Färöer (die sog. 'Schafsinseln'), Briefmarke von 1979
Die Geschichte des Schafes ist beinahe so alt wie die Geschichte der Menschheit. Schafe (und auch Ziegen) gehören zu den ältesten Haustieren.
Schafe sind robuste und genügsame Tiere: das macht sie anpassungsfähig in Bezug auf klimatische Bedingungen und Nahrungsangebot.
Dies erleichtert die Schafhaltung und trug zur weltweiten Verbreitung dieser Nutztiere bei.
Ein sehr gründlich beschriebenes frühes Nutzschaf ist das so genannte "Torfschaf" der Schweizer Pfahlbausiedlungen, das in Verbindung steht zu verschiedenen neuzeitlichen Primitivrassen des alpenländischen Raumes wie z.B. dem Bündner-Oberländer-Schaf.
Sehr früh in der Geschichte der Schafzucht tauchen auch bereits Tiere vom Typ des Zackelschafes auf, die wegen ihrer gerade abstehenden und in sich gedrehten Hörner auffallen. Schon in bronzezeitlichen Beständen traten dann auch Vierhornschafe auf, deren herausragendes Merkmal die Bildung irregulärer zusätzlicher Hörner ist.
Ursprünglich wurden die Schafe wegen ihrer Wolle bzw. wegen ihrer Deckhaare gezüchtet.
Darum werden die Schafrassen nach Qualität und Eigenschaft ihrer Deckhaare unterteilt.
Man unterscheidet zwischen Merinos-, Langwoll-, Kurzwoll-, Grobwoll- und Haarschafen (kurze Deckhaare).
In Deutschland werden sie vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt.
Sie erhalten Grünflächen oder Landschaftsformen wie die Heide in ihrer Form und Funktion.
Ohne die Schafe würden diese Landschaften versteppen und verwalden. Eine besondere Funktion besitzen Schafe beim Schutz von Deichen. Nicht nur verhindern sie eine Versteppung, durch ihren Tritt festigen sie den Untergrund und leisten einen direkten Beitrag gegen einen möglichen Dammbruch.
Eine breite symbolische Tradition macht sie zum Gegenstand der alten Kunst und Kultur; die Kirche benutzt die MetapherHirt und Herde für Pastor und Gemeinde.
Das Schaf ist eines der Tiere des Zwölfjahreszyklus im chinesischen Tierkreis (siehe chinesische Astrologie).
Das Schaf wird nach Alter bzw. Geschlecht unterschieden in:
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