Von 1907 bis 1919 besuchte sie in Czernowitz und Wien Volksschule und Lyzeum.
1919 begann sie das Studium der Literatur und Philosophie in Czernowitz, brach das Studium aber bereits 1920 nach dem Tod des Vaters wieder ab. Mit ihrem Studienfreund Ignaz Ausländer zusammen verließ sie 1921 auf Anraten der Mutter die Bukowina und wanderte in die USA aus. Hier war sie unter anderem Redakteurin beim "Westlichen Herold", begann mit dem Schreiben, und im von ihr bis 1927 redigierten Amerika-Herold-Kalender erschienen erstmalig Gedichte von ihr.
Am 19. Oktober1923 heiratete sie Ausländer in New York, ließ sich aber, angeblich wegen ehelicher Langeweile, bereits 1926 wieder scheiden. Im selben Jahr erhielt sie auch die Staatsbürgerschaft der USA. 1927 kehrte sie für 8 Monate in die Bukowina zurück, um ihre erkrankte Mutter zu pflegen. Noch einmal kehrte sie wegen ihrer kranken Mutter 1931 nach Czernowitz zurück und lernte dort den Graphologen Helios Hecht kennen, mit dem sie bis 1936 zusammenlebte. Da sie mehr als drei Jahre nicht mehr in den USA gewesen war, wurde ihr zwischenzeitlich die amerikanische Staatsbürgerschaft wieder aberkannt; nach dem Bruch mit Hecht ging sie 1936 nach Bukarest.
1939 erschien durch die Vermittlung von Alfred Margul-Sperber ihr erster Gedichtband "Der Regenbogen" in Czernowitz, aber obgleich von der Kritik hochgelobt, fiel er beim Publikum durch. Der größte Teil der Auflage wurde auf Befehl der Nationalsozialisten eingestampft, als 1941 die Stadt durch SS-Truppen besetzt wurde. Mit ihrer Familie musste sie ins Ghetto der Stadt ziehen; zwei Jahre lang lebte sie dort, ein weiteres in Verstecken, um der Deportation zu entgehen. Im Ghetto lernte sie auch Paul Celan kennen, unter dessen Einfluss sie ihren Stil modernisierte und sich von ihrem klassisch-expressionistischen Ton löste. Im Frühling des Jahres 1944 wurde Czernowitz durch die Rote Armee befreit. Rose Ausländer verließ das Land wieder in Richtung New York, wo sie 1948 wieder die amerikanische Staatsbürgerschaft erwarb. Celan sollte sie erst 1957 in Paris wieder sehen. Die traumatisierenden Ereignisse der Verfolgung hatten sie physisch wie psychisch gezeichnet; sie wechselte zum Englischen, und erst 1956 begann sie wieder, Texte auf Deutsch zu verfassen.
Als sie 1965 mit "Blinder Sommer" ihren zweiten Gedichtband vorstellte, wurde dieser enthusiastisch begrüßt. 1966 kehrte sie in die Bundesrepublik zurück. Bis zu ihrem Tod 1988 lebte sie in Düsseldorf, wegen einer schweren Arthritis war sie aber seit 1978 bettlägerig. Da sie selbst nicht mehr schreiben konnte, diktierte sie ihre Texte seither.
Werke
Der Regenbogen
Blinder Sommer
Brief aus Rosen
Denn wo ist Heimat?
Die Musik ist zerbrochen
Die Nacht hat zahllose Augen
Die Sonne fällt
Gelassen atmet der Tag
Hinter allen Worten
Sanduhrschritt
Schattenwald
Schweigen auf deine Lippen
The Forbidden Tree
Treffpunkt der Winde
Und nenne dich Glück
Wir pflanzen Zedern
Wir wohnen in Babylon
Wir ziehen mit den dunklen Flüssen
Sekundärliteratur
Helmut Braun: »Ich bin fünftausend Jahre jung«. Rose Ausländer. Zu ihrer Biographie. Stuttgart: Radius-Verlag 1999 (Radius-Bücher)
Hainz, Martin A.: Entgöttertes Leid. Zur Lyrik Rose Ausländers unter Berücksichtigung der Poetologien von Theodor W. Adorno, Peter Szondi und Jacques Derrida. Wien: Dissertation 2000 [erscheint 2004 bei Niemeyer in der Reihe Conditio Judaica]
Hainz, Martin A.: Ein Résumé - zu Rose Ausländers unrundem Geburtstag.
In: Stundenwechsel. Neue Lektüren zu Rose Ausländer, Paul Celan, Alfred Margul-Sperber und Immanuel Weißglas, hrsg. v. Andrei Corbea-Hoisie, George Gutu u. Martin A. Hainz. Iasi, Konstanz, Bucuresti: Editura Universitatii »Al. I. Cuza«, Hartung-Gorre Verlag, Editura Paideia 2002 (=Jassyer Beiträge zur Germanistik IX · GGR-Beiträge zur Germanistik, Bd IX), S.461-467
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