Der Begriff kommt ursprünglich von in "lingua romana", in romanischer Sprache, also in den entsprechenden Ländern in Volkssprache verfassten Schriften. Sie bildeten den Gegensatz zu den früher üblichen in "lingua latina" (lateinisch) geschriebenen Schriften. Aus "lingua romana" entstand Roman, das aus dem Französischem auch zu uns kam und daraus romantisch.
Romantik bedeutet damit Abwendung von der Antike und Abwendung von klassischen Vorbildern. Das heißt, romantische Autoren erschließen sich Themen aus ihrer eigenen Kultur und Geschichte und sie wenden sich ab von klassischen Formen, was die Vorliebe für fragmentarische Schreibweise erklärt.
Die Vertreter der Klassik fühlten sich von den Romantik massiv angegriffen und bezeichneten ihre Literatur fantastisch oder sogar als krankhaft.
Abschnitte der Romantik
Man unterscheidet zwischen Frühromantik (ca. 1798-1804), Hochromantik (ca. 1804-1815) und Spätromantik (ca. 1815-1830). Im Mittelpunkt steht die Idee des Gefühls und der Fantasie.
Wichtige Motive der Romantik sind:
Wander- und Reisemotiv
Spiegelmotiv
Doppelgängermotiv
Die Schauplätze der Romantik sind:
Friedhöfe
Ruinen und alte Burgen
Dunkle Wälder
Berginneres und Höhlen
Natürliches - Übernatürliches - Märchenhaftes
In der Hochromantik unterscheidet man zwischen dem Heidelberger Kreis und dem Berliner Kreis.
Allerdings verlaufen diese Phasen nicht in allen Kultursparten völlig synchron; die Spätromantik in der Musik zieht sich beispielsweise bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.
Hintergrund
Treibende Kraft der deutschen Romantik ist eine Sehnsucht nach einer paradiesischen Welt, die außerhalb der alltäglichen Umwelt gesucht wird. Hinführende Orte und Manifestationen dieser Sehnsucht sind nebelverhangene Waldtäler, mittelalterlicheKloster-Ruinen, alte Mythen und Märchen, die Natur, etc. Ein zentrales Symbol für diese Sehnsucht (oder besser: für das Ziel dieser Sehnsucht) ist die Blaue Blume. Die Sehnsucht richtet sich auf etwas Unbestimmtes oder Unerreichbares. Aus diesem Grunde wird sie nie befriedigt und kann dauerhaft genossen und ausgelebt werden.
Ein weiteres Merkmal der Romantik ist der Hang zum Mystizismus, zu Schauerlichem, Fantastischem, zu Märchen und Hirtendichtung.
Im Gegensatz zu der Aufgabe der Dichter in Wiener Klassik und Aufklärung/ Sturm und Drang, nämlich Erziehung des Volkes durch Literatur, sehen sich die Dichter der Romantik als ausgegrenzte Einzelgänger. Sie lebten in einer idyllischen Traumwelt.
Der geschichtliche Hintergrund der Romantik ist die gescheiterte Revolution in Deutschland, nach dem Vorbild der französischen Revolution. Sowohl Absolutistisches System, als auch Ständegesellschaft und Macht der Kirche blieben bestehen. Der Wandel des "Systems" konnte nicht mehr in oder mit der Gesellschaft stattfinden, sondern nur außerhalb der Gesellschaft. Das ist einer der Gründe aus dem die Dichtung in fantastische, unwirkliche, idyllische Welten und nicht mehr in die Realität führte (Flucht aus der Wirklichkeit).
Die Romantik ist auch als Gegenströmung zur Aufklärung (Vernunft) zu begreifen und daher im politischen Raum noch heute ein aktueller Begriff. (Ausführungen hierzu siehe: Diskussion dieser Seite)
Das "Wahre" wurde nicht im Intellektuellen gesehen, sondern im für natürlich und wahrhaftig erachteten Verhalten des einfachen Volkes. Volkstänze flossen z. B. in die "klassische" Musik ein (z. B. Franz Schubert). Die Brüder Grimm sammelten die Sagen und Märchen der mündlichen Volksüberlieferung.
Stilmittel und Kennzeichen
Psyche
Das Unterbewusstsein wird in der Literatur ausgelebt und kommt zum Vorschein.
Offene Formen
Weder Form noch Inhalt sind festgelegt. So werden Lieder, Erzählungen, Märchen und Gedicht ineinander vermischt. Es darf sowohl Poesie, Wissenschaft, als aus Philosophie miteinander verbunden werden.
Ironie
Der Autor steht über seinem Werk. Er kann herbeigeführte Stimmungen, Bilder oder Geschichten abrupt zerstören und übermenschlich verändern.
Tradition und Mittelalter
Alte Werke werden gesammelt und neu belebt. Das Mittelalter gilt als Ideal und wird verherrlicht.
Beeinflusst durch die Romantik ist die Jugendbewegung, die zu Beginnd des 20. Jahrhunderts entstand. In neuerer Zeit hat die Romantik auch die Gothic Subkultur beeinflusst.
Eine neue Sicht auf die Romantik ermöglichte Arno Schmidt.
Siehe auch
Deutsche Literatur (Romantik)
Literatur
Eckart Kleßmann, Die deutsche Romantik, DuMont Köln 1979
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