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Romanik

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Der Begriff Romanik beschreibt eine kunstgeschichtliche Epoche von etwa 1000 bis 1200, vielerorts werden jedoch romanische Stilprinzipien bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts beibehalten. Die romanische Kunst ist überall in Europa sowie in Westasien und Nordafrika nachzuweisen.


Inhaltsverzeichnis


1 Stilprinzipien

  1.1 Herkunft des Begriffs

2 Stilphasen

  2.1 Frühromanik (1024-1080)

  2.2 Hochromanik (1080-1190)

  2.3 Spätromanik (1190-1235)

3 Profanbauten

4 Neuromanik

5 Bedeutende romanische Baudenkmäler

  5.1 In Frankreich

  5.2 In Italien

  5.3 In Deutschland

  5.4 In der Schweiz

  5.5 In Spanien

  5.6 In Schweden

  5.7 In Venezuela

6 Touristische Erschließung

  6.1 Straße der Romanik

7 Weblinks


Stilprinzipien

Typisch für die romanische Baukunst sind Rundbögen, dicke, festungsartige Mauern (besonders im Westwerk) mit kleinen Fenstern sowie Würfelkapitelle an den Säulen. In frühromanischer Zeit finden sich flache Kassettendecken, später dann Kreuzgratgewölbe. Der romanische Kirchenbau wird bestimmt durch die Einführung der Überwölbung großer Raumweiten. Die Skulpturen und Malereien zeigen oftmals drastische Motive.



Der Romanik voraus ging die merowingische, karolingische und ottonische Epoche, deren


Baudenkmäler noch gedrungener und archaischer als die der Romanik sind, sich in ihren Elementen jedoch sehr ähneln. Es sind jedoch nur sehr wenige Bauwerke aus diesen frühen Zeiten auf uns gekommen, so dass generelle Aussagen nur unter


Vorbehalt möglich sind; eine Ausnahme bildet beispielsweise das Aachener Münster. Der Übergang von der Vorromanik zur Romanik wird für Frankreich um


1000, für Deutschland um 1020/30 (St. Michael in Hildesheim ab 1010, Dom zu Speyer ab 1025, Klosterkirche Limburg a.d. Haardt ab 1025) angesetzt.


Die Romanik in Deutschland lässt sich in Früh-, Hoch- und Spätromanik einteilen.


Herkunft des Begriffs

Die Bezeichnung romanesque wurde um 1820 von französischen Gelehrten für den Rundbogenstil eingeführt. Der Begriff wurde gewählt unter Hinweis auf die Verwandtschaft zur römischen Architektur, von der Rundbogen, Pfeiler, Säule und Gewölbebau übernommen waren.


Stilphasen

[Bild extern:] Nürnberger Burg, Romanische Doppelkapelle von Osten


Frühromanik (1024-1080)

Die vorhandenen ökonomischen und technischen Voraussetzungen sowie weltweite


Anregungen ermöglichten enorme Leistungen in der Baukunst. Die größte Kirche war die Abtei von Cluny. Sie bestand aus fünfschiffigen, gewölbten


Basiliken, zwei Ostquerhäusern und einem Chor mit Umgang und

Kapellenkranz. Die größte Kirche der salischen Kaiser war der

Dom zu Speyer, der Höhepunkt der Frühromanik; der Dom diente zugleich als


Grablege der Kaiser. Sie bestand aus einem Mittelschiffgewölbe, aus derältesten durchgehend mit Kreuzgewölbe überdeckten Basilika und aus der größten


Krypta.


Hochromanik (1080-1190)

In der Hochromanik spielte Bauschmuck eine große Rolle. Hinzu kamen mehr und mehr freistehende figürliche Bildwerke, die oft aus Holz (Triumphkreuze,


Madonnenfiguren, Lettnerfiguren), aber auch aus Bronze (Braunschweiger Löwe,


Wolframleuchter in Erfurt) gearbeitet wurden. Italienische Einflüsse sind wahrscheinlich, so zunächst wohl bei der Quedlinburger Stiftskirche mit ihrem vielfältigen bauplastischen Schmuck. Eine bildnerische Prachtentfaltung ist danach z. B. bei der Klosterkirche in Königslutter festzustellen; in einem teilweise engen Zusammenhang stehen Bauten z. B. in Hildesheim (St. Godehard; Michaeliskirche,


Langhaus und Kreuzgang), Goslar, Braunschweig, Magdeburg und Halberstadt.


[Bild extern:] Bamberger Dom, Gesamtansicht der östlichen Doppelturmfassade mit polygonalem Chor, von Nordosten aufgenommen


Spätromanik (1190-1235)

Jede kleine Stadt besaß Kirchen mit kreuzförmigen, dreischiffigen Basiliken. Die Spätromanik zeichnet die Vielseitigkeit von Baukörpern und Innenräumen aus, die mit Zierfreude und den Einzelheiten gebaut wurden. Doppelturmfassaden entwickelten sich meist in Verbindung mit prächtig ausgebildeten Vierungstürmen weiter.


Die Romanik wurde in Frankreich um 1140 (St. Denis), in England 1175 (Canterbury) und in Deutschland um 1235 (Elisabethkirche in Marburg, Liebfrauenkirche in Trier) durch die Gotik abgelöst.


Profanbauten

Aus der Romanik sind auch die ältesten Profanbauten erhalten (Wohnhäuser in Cluny, Rheingasse 8 in Köln, Dreikönigenhaus in Trier), ebenso Pfalzen und Burgen.


Neuromanik

Romanische Bauwerke (insbesondere Kirchen) wurden um 1850 gerne nachgebaut bzw. stilrein erneuert (Dom zu Speyer); dabei wurden oftmals originale Barockausstattungen beseitigt (z. B. St. Michael in Hildesheim). Diesen Baustil nennt man neuromanisch (siehe auch Historismus).


Bedeutende romanische Baudenkmäler

In Frankreich



In Italien



In Deutschland



In der Schweiz



In Spanien

Bauten am Pilgerweg nach Santiago de Compostela.


In Schweden



In Venezuela



Touristische Erschließung

Straße der Romanik

Die Straße der Romanik ist eine Ferienstraße, die seit 1993 in Sachsen-Anhalt besteht. Sie ist 1000 km lang und umfasst 72 Bauwerke wie Kirchen, Pfalzen, Burgen und Dome.


Weblinks



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