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Rogers, Robert
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Robert Rogers (7. November 1731 ; † 18. Mai 1795) war ein britisch-amerikanischer Offizier, der berühmt wurde durch seine Rolle während des Franzosen- und Indianerkriegs (1754-1763). Er war der Gründer einer auf irreguläre Kriegsführung spezialisierten Einheit namens Roger’s Rangers, die als Vorbild für heutige Spezialeinheiten gilt (z.B. Ranger und Green Berets der US-Army).


Rogers wurde in Methuen (Massachusetts) geboren, verbrachte seine prägenden Jugendjahre aber an der damaligen Grenze der britischen Kolonien in New Hampshire. Er sammelte erste Kampferfahrungen als Scout während des Österreichischen Erbfolgekriegs gegen Franzosen und Indianer. Während des Franzosen- und Indianerkriegs stellte er 1756 eine Einheit auf, die als Roger’s Rangers bekannt wurde. Die 600 Mitglieder der grün uniformierten Truppe wurden von Rogers - der eine charismatische Führungspersönlichkeit gewesen zu sein scheint - persönlich ausgewählt und einer intensiven Schulung in der Taktik irregulärer Kriegsführung unterzogen, d.h. den Kampf außerhalb der für die damalige Zeit typischen Aufstellung in geschlossenen Truppenkörpern mit linearer Gefechtsordnung. Hierbei griff er nicht zuletzt auf seine Kampferfahrungen gegen Indianer und Franzosen zurück, entwickelte daraus aber erstmals eine systematische Ausbildung. Im Rahmen ihrer Ausbildung mussten sich die Rekruten auch scharfem Gewehrfeuer aussetzen. Ergebnis dieser Bemühungen war das Entstehen einer hoch mobilen Einheit, die unabhängig von Nachschublinien und Forts operieren konnte und der Kampfweise der Indianer gewachsen war. Die von Rogers formulierten Roger's Ranging Rules (eine Art Regelwerk der irregulären Kriegsführung) werden von Spezialeinheiten wie den Green Berets teilweise bis heute angewandt.


Rogers’ Einheit erlitt in einem Gefecht am 13. März 1758 in der Nähe des Lake George mit überlegenen französisch-indianischen Einheiten zwar schwere Verluste (battle on snowshoes), erwies sich aber als so kampfstark, dass Rogers in diesem Jahr zum Major und Kommandeur aller britischen Ranger-Einheiten in Nordamerika ernannt wurde.


Das bekannteste Unternehmen der Ranger fand 1759 statt und richtete sich gegen den Indianerstamm der Abenaki, die am St. Francis River (im Südwesten der heutigen kanadischen Provinzen Québec und Neubraunschweig) lebten. Die mit den Franzosen verbündeten Abenaki hatten eine Reihe verheerender Überfälle auf britische Siedlungen unternommen und sollen dabei bis zu 600 Briten getötet haben. Darüber hinaus hatten sie sich 1757 an einem Angriff auf die britische Garnison von Fort William Henry beteiligt, die gegen freien Abzug kapituliert hatte (Fort William Henry-Massaker). Rogers stellte eine Truppe von 200 Rangern zusammen, marschierte mit diesen unerkannt in das feindliche Territorium, überfiel die Hauptsiedung der Abenaki, brannte diese nieder und verübte ein Massaker an den Einwohnern, dem Rogers Bericht zufolge über 200 Indianer zum Opfer fielen. Im selben Jahr diente er unter General James Wolfe bei der Belagerung von Québec (Schlacht auf der Abraham-Ebene), im folgenden Jahr unter Jeffrey Amherst bei der Belagerung von Montréal. Nach der Kapitulation der Franzosen schickte Amherst Rogers und seine Ranger in das Gebiet der Großen Seen, um die dort noch verbliebenen französischen Forts zu übernehmen. Die Besetzung von Fort Detroit am 29. September machte Rogers in England und Amerika endgültig zu einem Helden. Während des Pontiac-Aufstands hielt sich Rogers in der Gegend von Detroit auf und half bei der Verteidigung von Fort Ponchartrain.


1765 reiste Rogers nach England, wurde dort als Held gefeiert und veröffentlichte dort seine Kriegstagebücher sowie ein literarisch unbedeutendes Theaterstück. König Georg III. lehnte es zwar ab, eine großangelegte Expedition in das Mississippital zu unterstützen, ernannte Rogers aber zum Kommandanten des Forts Michilimackinac (Michigan). Von dort aus betrieb Rogers eine Suchexpedition nach der Nordwestpassage, deren wahrer Charakter bis heute umstritten ist. Es gibt Behauptungen, Rogers habe eine unabhängige Republik aufbauen wollen. Er wurde schließlich 1767 wegen Hochverrats verhaftet, aber im nachfolgenden Prozess freigesprochen.


Bis zum Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs lebte Rogers in England. Nach dem Ausbruch des Konflikts kehrte er nach Amerika zurück und bot seine Dienste George Washington an, der ihm jedoch nicht vertraute und ihn gefangen setzen ließ. Rogers entkam aus der Haft, wurde von den Briten zum Oberstleutnant ernannt und stellte eine Ranger-Einheit (die Queen's Ranger) für den Kampf gegen die Amerikaner auf, konnte sich aber nicht mehr in der früheren Weise auszeichnen. Als seine Einheit von den Amerikanern in Mamoranec (Long Island Sound) eingeschlossen und zur Kapitulation gezwungen wurde, entkam Rogers zwar, wurde aber von seinem Kommando abgelöst. Viele seiner früheren Kampfgefährten aus dem Franzosen- und Indianerkrieg kämpften auf Seiten der Aufständischen und spielten dort teilweise eine wichtige Rolle als Offiziere. 1780 kehrte Rogers nach England zurück, wo er 1795 in London starb. Er war mit Elizabeth Browne Rogers (1741-1812) verheiratet, die sich jedoch 1778 von ihm scheiden ließ.


Weblinks



Literatur

Als Roman:


  • Kenneth Roberts: Nordwest-Passage


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