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Römische Kaiserzeit

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Die römische Kaiserzeit stellt eine Epoche des Römischen Reiches dar.


Sie begann mit Augustus (siehe Prinzipat) und endete im westlichen Bereich mit Romulus Augustulus, im Osten bestand das römische Reich rechtlich und auch kulturell im Byzantinischen Reich fort.


Inhaltsverzeichnis


1 Augustus und die julisch-claudische Dynastie

2 Die Flavier und Adoptivkaiser

  3 Die Severer und die Reichskrise des 3. Jahrhunderts

4 Spätantike - Verfall und Blüte zugleich

5 Das Ende Roms und die Behauptung von Byzanz

6 Literatur

7 Weblinks


Augustus und die julisch-claudische Dynastie

Nach den anfänglichen Unruhen begann allerdings eine Zeit der relativen Ruhe (Pax Augusti) und des Wohlstandes. Augustus erkannte, dass die alte Römische Republik sich im Laufe der Bürgerkriege selbst überlebt hatte. Er richtete die Herrschaft des ersten Bürgers (Prinzeps) ein, wonach jedoch die alte republikanische Ordnung formal unangetastet blieb. Augustus befestigte die Grenzen und schuf eine wahre Pax Romana - allerdings wurde Rom in dieser Zeit auch zu einer de facto Monarchie.


Unter seinem Nachfolger Tiberius (14-37) schien die Sicherheit der neuen Ordnung noch gewährleistet zu sein. Doch die folgenden Kaiser ,Caligula (37-41), Claudius (41-54) und Nero (54-68), waren dieser Verantwortung nicht mehr gewachsen. Außenpolitisch blieb die Lage weitestgehend ruhig, doch im Inneren kam es immer wieder zu Exzessen der Regierenden oder zu schlichten Unfähigkeiten. Nach dem Tod Neros zum so genannten Vierkaiserjahr. Aus diesem ging der Generals Vespasian als Sieger hervor. Seine Dynatsie, die Flavier, sollten wenigstens vorrübergehend die Lage im Inneren stabilisieren.


Die Flavier und Adoptivkaiser

Vespasian (69-79) war ein guter Militär und warf den Aufstand in Judäa 70 v. Chr. blutig nieder. Auch gegen die Germanen ging er hart vor. Seine Söhne Titus (79-81) und Domitian (81-96) regierten insgesamt erfolgreich, wobei letzterer Widerstände bei Kreisen des Hofes weckt (er hatte auch seinen Bruder ermorden lassen), die schließlich zu seiner Ermordung führen (96 n. Chr.).


Es folgten nun die so genannten Adoptivkaiser, die keine Söhne hatten und so den angeblich "Besten auswählten". Nerva (96-98), ein doch insgesamt schwacher und greiser Princeps, erwählte den dynamischen Trajan (98-117) zu seinem Nachfolger. Dieser unterwarf weite Teile des Partherreichs und Dakien. Das Reich hatte im Jahre 117 seine größte Ausdehnung erreicht (von Schottland bis zur Sahara, von Spanien und dem Donauraum bis in den heutigen Irak). Sein Nachfolger Hadrian (117-138) sah jedoch die Ressourcen Roms überstrapaziert und gab mehrere Besitzungen im Osten auf (Rücknahme der Grenze bis an den Euphrat). Hadrian hatte schwere Konflikte mit dem Senat zu bestehen (es war in Folge seines Herrschaftsantritts zur Ermordung mehrerer Senatoren gekommen). Doch entfaltete sich unter seiner Herrschaft eine gewisse Blüte, die selbst der schwere jüdische Aufstand von 132-135 nicht schmälern konnte.


Auch der Hadrian nachfolgende Antonius Pius (138-161) schloß an die Defensivpolitik Hadrians an. Ganz anders dessen Nachfolger Marcus Aurelius (171-180). Obgleich Anhänger der Stoa und ein Philosoph, bestritt er mehrere Kriege. Im Osten kam es zu schweren Abwehrkämpfen gegen die Parther, dazu trat eine Pestwelle auf, die dem Reich schwer zusetzte. Es kam außerdem zu zwei Kriegen gegen die Markomannen(167-175 und 178-180). Das Reich erlebte unter Marc Aurel die Vorwehen der Völkerwanderung, an denen Rom untergehen sollte. Doch hinterließ Marc Aurel auch einen Sohn: Commodus (180-192).


Die Severer und die Reichskrise des 3. Jahrhunderts

Commodus erwies sich als unfähiger Kaiser. Sein Tod läutete eine weitere unruhige Zeit ein. Wieder stritten die Militärs um die Macht. Septimius Severus (193-211) setzt sich im zweiten Vierkaiserjahr durch. Die von ihm begründete Dynastie der Severer erwies sich als ein insgesamt stabilisierendes Element, trotz mancher Schwächen bei einzelnen Herrschern. Caracalla (211-217) erließ 212 die so genannte Constitutio Antoniniana, die allen Reichsbürgern das Bürgerrecht (und die Steuerpflicht) einbrachte. Die Kämpfe am Rhein gegen die Germanen (und vor allem die Alemannen) und im Osten gegen die Parther brachen nicht mehr ab. Auf den Tod des Severus Alexander (222-235) folgte die unruhige Zeit der Soldatenkaiser (bis etwa 284).


Die Zeit der Soldatenkaiser war geprägt von dem schnellen Wechsel der Herrscher, aber auch von einem konstanten innerem und äußeren Druck (Reichskrise des 3. Jahrhunderts. Im Inneren spaltete sich das Gallisches Sonderreich von Rom ab. Im Osten überrannte Palmyra weite Teile Kleinasiens und Ägypten. Diese zentrifugalen Effekte können behoben werden. Vor allem Kaiser Aurelian (270-275) schaffte es, die Lage zu stabilisieren. Im Norden bleibt der Druck durch mehrere barbarische Stämme aber bestehen - und im Osten erwuchs Rom ein gefährlicher und tödlicher Gegner: das neupersische Reich der Sassaniden, die von einer Erneuerung des alten Perserreiches träumten.


Kaiser Carus (283-84) blieb gegen die Sassaniden siegreich. Sein Tod beendet das Zeitalter der Soldatenkaiser, denn sein Nachfolger erweist sich als genialer Reformer und Bürokrat: Diokletian,


Spätantike - Verfall und Blüte zugleich

Mit dem Regierungsbeginn Diokletians (284-305) wird allgemein das Ende des Prinzipats und der Beginn der Spätantike angesetzt. Diokletian reformierte Heer und Verwaltung. Das Reich wurde in Verwaltungszonen (Diözesen) eingeteilt, und er errichtete ein System von einem Mitherrscher und je einem weiteren Unterkaiser (Augusti und Caesaren) - die so genannte Tetrarchie (Viererherrschaft). Das Heer wurde in ein Marsch- und ein Grenzheer aufgeteilt. Doch blieb das Reich als solches ungeteilt und Diokletian auch oberster Herrscher. Im Osten konnten die Perser zurück gedrängt werden. Im Norden die Grenze wenigstens vorläufig stabilisiert werden. Doch brach das Sytem bereits zu seinen Lebzeiten (nach seinem freiwiligen Rücktritt 305) zusammen.


Konstantin der Große (309 bzw. Alleinherrscher 324-37), der Sohn eines der nachfolgenden Augusti, wollte sich nicht mit einer Juniorstellung zu Frieden geben. Er unterwarf zuerst den Westen (bis 312), dann den Osten. Im Jahre 324 war er Alleinherrscher. Auch er reformierte die Verwaltung und Heer, vor allemn aber priviligiert er das Christentum und gründet im Osten eine neue Hauptstadt: Konstantinopel.


Der Schwerpunkt verlagerte sich immer mehr in den wirtschaftlich stärkeren Ostteil des Reiches. Zwar kam es nach dem Tod Konstantins zu schweren Nachfolgekämpfen, aus denen Constantius II. (337-61) siegreich hervor geht, doch schien sich das Reich wieder gefangen zu haben. Julian II. (361-63), der letzte Herrscher aus der konstantinischen Dynastie, versucht eine Wiedererweckung des Heidentums, doch setzte er sich nicht durch. Die nachfolgenden Kaiser waren allesamt christlich.


Valentinian I. (364-75) stabilisierte die Westgrenze, während er seinem Bruder Valens (375-78) den Osten überließ. In diese Jahre fiel auch der Beginn der Völkerwanderung. Die von den Hunnen nach Westen geschobeben Goten werden zunächst als Verbündete willkommen geheissen, doch kam es bald zu Spannungen, die in der Schlacht von Adrianopel 378 gipfeln. Valens und ein Großteil der röömischen Armee mit ihm gehen unter. Im Westen versuchte Gratian zu retten was zu retten war, während er den angeschlagenen Osten Theodosius I. überließ. Dieser erwies sich als der letzte große Kaiser zwischen Konstantin und Justinian I.. Er schloss 382 einen Vertrag mit den Westgoten und siedelt sie auf römischen Boden an. 391 wurde durch ihn das Christentum zur Staatsreligion erhoben. Im Westen setzte er nach dem Tod Gratians 383 dessen Bruder Valentinian II. durch. Als auch dieser 392 ermordet wird, marschiert Theodosius nach Westen, vernichtet die Usurpatoren und eint zum letzten Mal das Reich. Nach seinem Tod 395 kam es zur endgültigen Spaltung des Reiches.


Das Ende Roms und die Behauptung von Byzanz

Formal blieb der Einheitsgedanke des Reiches bestehen. De facto jedoch gingen beide getrennte Wege, wenn sie sich aber auch noch gelegentlich unterstützten.


Der Westen geriet immer mehr unter Druck. Germanen überfluteten das Reich und nahmen die wichtigsten Provinzen in Besitz. während die Hunnen das Reich bedrängten. Der Osten war stabiler und wirtschaftlich gesünder; er konnte sich behaupten, während im Laufe des 5. Jahrthunderts Westrom immer mehr zerfiel und schließlich 476 (Absetzung des letzten Kaisers im Westen, Romulus Augustulus) unterging.


Siehe dazu und zur weiteren Geschichte Weströmisches Reich und Oströmisches Reich.




Literatur

  • Karl Christ: Geschichte der Römischen Kaiserzeit, 4. aktual. Aufl., München 2002. Beste Darstellung der Kaiserzeit in deutscher Sprache. Siehe dort auch für weiterführende Literatur.
  • Alexander Demandt: Geschichte der Spätantike, München 1989. Überblickswerk über die späte Kaiserzeit und die Spätantike.


Weblinks



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