Rio de Janeiro ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates im Südosten Brasiliens und direkt an der Atlantikküste gelegen. Mit einer Fläche von ca. 1.260 km2 und etwa 5,8 Mio. Einwohnern (Stand 2002) ist sie die zweitgrößte Stadt Brasiliens. Die Einwohner von Rio de Janeiro heißen Cariocas.
Der Name (portugiesisch "Fluss des Januar") entstand, weil André Gonçalves am 1. Januar1502 die Bucht entdeckte und irrtümlich für die Mündung eines großen Flusses gehalten hatte.
Entsprechend dem Vertrag von Tordesillas erhoben die Portugiesen Anspruch auf das 1500 entdeckte Gebiet des heutigen Brasiliens, der aber von den Franzosen nicht anerkannt wurde, die daraufhin 1555 am Ort des heutigen Rio de Janeiro die Stadt France antartique gründeten. Erst zehn Jahre später, 1565, wurden die Franzosen durch die Portugiesen von dort vertrieben und der Name der Stadt in São Sebastião do Rio de Janeiro geändert. 1680 wurde Rio de Janeiro Hauptstadt der südlichen Regionen Brasiliens; zu dieser Zeit war die Siedlung mit rund 4000 Einwohnern eine der wichtigsten portugiesischen Stützpunkte auf brasilianischem Gebiet. Seit 1700 entwickelte sich Rio de Janeiro zur wichtigsten Hafenstadt in Brasilien, vor allem ausgelöst durch Goldfunde in der benachbarten Region Minas Gerais.
Obwohl die Stadt 1710/1711 von den Franzosen angegriffen und besetzt wurde und nur gegen ein hohes Lösegeld den Abzug der Franzosen erreichen konnte, erholte sie sich in den nachfolgenden Jahren rasch und wurde 1763 zur Hauptstadt des Vizekönigreiches Brasilien. Einen weiteren Bedeutungsgewinn erfuhr Rio de Janeiro 1808, als der Portugiesische Hof nach dem Angriff Napoleons auf Portugal hierhin flüchtete. Im Zuge dessen wurden viele koloniale Restriktionen aufgehoben, wodurch die wirtschaftliche Entwicklung stark gefördert und eine Bevölkerungsexplosion ausgelöst wurde die bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts anhielt. Innerhalb von knapp 100 Jahren stieg die Bevölkerungszahl der Stadt auf über 500.000 Einwohner (1891) an und erreichte bis 1980 ca. 5 Millionen. Als sich 1822, nach der Rückkehr des portugiesischen Hofes nach Portugal, Brasilien unter dem Prinzen Dom Pedro II zu einem unabhängigen Kaiserreich erklärte, behielt Rio de Janeiro den Status als Hauptstadt. Dom Pedro initiierte auch den Bau einer Eisenbahn, deren erster Abschnitt1858 in Rio de Janeiro eröffnet wurde.
Auch als 1889 Brasilien nach einem Militärputsch zur Republik wurde blieb Rio de Janeiro Hauptstadt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte Rio de Janeiro eine gesellschaftliche Blüte, da die Stadt für Filmstars und die internationale High-Society zum Anlaufpunkt wurde. In diese Zeit fällt auch die Entstehung des brasilianischen Jazz Bossa Nova der durch Lieder wie z.B. Garota de Ipanema/The girl of Ipanema, gesungen von Tom Jobim, weltbrühmt wurde. Durch das Aufkommen des Massentourismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich insbesondere das Bild der strandnahen Stadtteile stark verändert, das heute vor allem durch zahlreiche Hotels geprägt ist, während die vom Meer weiter entfernteren Stadtteile vor allem durch die zunehmende Verslummung geprägt wurden.
Erst 1960 verliert Rio de Janeiro den Status als Hauptstadt an die unter Juscelino_Kubitschek neu gebaute Stadt Brasilia. Gleichzeitig wird die Stadt Rio de Janeiro wurde zum eigenständigen Stadtstaat Guanabara, der 1975 mit dem Bundesstaat Rio de Janeiro zusammengeführt wird. Die Stadt wird dabei zur Hauptstadt des neuen Bundesstaates.
Internationale politische Beachtung errang die Stadt nochmals 1992 als dort der UN-Umweltgipfel abgehalten wurde.
Gesellschaft
Die gesellschaftliche Situation Rio de Janeiros ist zum einen geprägt durch die für Brasilien typische große Toleranz zwischen den verschiedenen Ethnien sowie durch den ausgesprochen jungen Altersdurchschnitt.(mehr als 25% der Bevölkerung ist jünger als 18 Jahre, über 87% ist unter 60). Auf der anderen Seite besteht das Hauptproblem der Stadt in den dramatischen Unterschieden der sozialen Situation der Einwohner. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt am Rande oder in Armut in den Favelas genannten Slums in und um Rio de Janeiro.
Rio de Janeiro liegt unmittelbar nördlich des südlichen Wendekreises, eingebettet zwischen dem Atlantik im Süden, der Guanabara-Bucht im Osten und den Ausläufern der Serra do Mar, einem Teil des zentralbrasilianischen Hochlandes, im Norden und Westen. Das Stadtgebiet ist geprägt durch die Buchten und Strände entlang der Ufer, sowie durch "Morros" genannte Granithügel, die zu den Ausläufern der Serra do Mar gehören. Zu diesen Granithügeln gehören auch die beiden Wahrzeichen Rios, der 400 m hohe Zuckerhut, unmittelbar auf einer Halbinsel in der Guanabara-Bucht gelegen, sowie der 704 m hohe Corcovado mit der Christus-Statue auf dem Gipfel. Durch eine Hügelkette wird das Stadtgebiet in zwei Teile getrennt, dem entlang der Atlantikküste liegenden Stadtteil Süd-Rio mit den berühmten Strandbezirken Ipanema und Copacabana und dem nördlichen Teil mit dem historischen Stadtzentrum, dem heutigen Geschäftszentrum sowie den neueren Stadtteilen im Norden.
Auf Grund der Lage Rios in den niederen Breiten, am Atlantischen Ozean und an der Guanabara Bucht ist das Klima der Stadt tropisch mit zwölf humiden Monaten. Die Jahresurchschnittstemperatur beträgt 22,6°C bei nur geringen monatlichen Abweichungen (Höchsttemperatur im Januar/Februar: 25,5°C, Tiefsttemperatur im Juli: 20,2°C) und einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von ca. 1100 mm. Die höchsten Niederschläge fallen in den Monaten Dezember bis April, wenn auf der Südhalbkugel Sommer ist.
Água Santa - Alto da Boa Vista - Andaraí - Bonsucesso - Cascadura - Encantado - Engenho de Dentro - Engenho Novo - Fundão - Grajaú - Ilha do Governador - Madureira - Mangueira - Manguinhos - Maracanã - Marechal Hermes - Maria da Graça - Méier - Pavuna - Penha - Piedade - Ramos - Realengo - Riachuelo - Sampaio - São Cristóvão - Tijuca - Triagem - Vila Isabel - Vila Valqueire
Westen
Bangu - Barra da Tijuca (oft auch kurz Barra genannt) - Campo Grande - Jacarepaguá - Paciência - Recreio dos Bandeirantes - Santa Cruz - Senador Camará - Taquara - Vargem Grande
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