Die Ringelwürmer (Annelida) oder auch Gliederwürmer bilden einen Stamm der Lophotrochozoen (Lophotrochozoa) die wiederrum zu den Urmündern (Protostomia) gehören. Ringelwürmer werden in zwei Klassen eingeteilt: Vielborster (Polychaeta) und Gürtelwürmer (Clitellata), die sich in Wenigborster (Oligochaeta) und Egel (Hirudinea) aufteilen. Insgesamt gibt es ca. 17.000 verschiedene Arten. Die größte bekannte Art ist eine in Australien beheimatete Regenwurmart die eine Länge von bis zu 3 Metern erreichen kann. Die kleinste Art lebt im Grundwasser und erreicht eine Größe von 0,5 mm.
Wie im Namen des Ringelwurms bereits enthalten, besteht er aus mehreren Ringen, so genannten Segmenten. An den Segmenten befinden sich bei einigen Arten, vor allem bei den Polychaeten paarförmige Stummelfüße (Parapodien) die mit Borsten den so genannten Chaetae durchzogen sind. Die meisten Ringelwürmer leben marin einige Arten besitzen auch Kiemen.
Die sekundäre Leibeshöhle (Coelom) des segmentierte Körpers, die bei den Ringelwürmern das erste mal in der Evolution auftaucht, ist vollständig mit Flüssigkeit erfüllt und wird von einem geraden rohrartigen Darm durchzogen. Das hydrostatisches Skelett ermöglicht im Zusammenspiel mit den Ringmuskeln, den Längsmuskeln und den Borsten ein effektives Fortbewegungsystem. Errante, also frei bewegliche Ringelwürmer erhalten durch dieses System ihre typisches Fortbewegungsmuster. Je nach Lebensraum und zum Teil auch nach unterschiedlicher Lebensphase können Anneliden, kriechen, schwimmen, sich schlängeln oder auch ondulieren (rhythmische Bewegung um für Wasserdurchstrom in Wohnröhren und damit für durchlüftung zu sorgen). Das Blutgefäßsystem ist geschlossen und besteht aus einem Rücken- und einem Bauchgefäß. Vor allem bei ursprünglich gebauten Ringelwürmern findet eine Cephalisation statt. Die neuronalen Zentren werden im Kopfbereich zusammen mit den wichtigsten Sinnesorganen konzentriert. Zur Steuerung der einzelnen Segment finden sich aber nach wie vor Anhäufungen von Nervenzellen, sogenannte Ganglien, paarig in den einzelnen Segmenten. Auch hier kann es zu Konzentrationen von Ganglien kommen. Das für die Anneliden typische Strickleiternervensystem findet sich als Bauchmark auf der ventralen Seite dieser Tiere. Die in Lehrbüchern oft schematisch dargestellte Nervenstrickleiter ist im präparierten Tier nicht ohne weiteres zu erkennen. Mit blossem Auge sieht man auch bei grossen Ringelwürmern nur eine Ansammlung von Nervenfasern die auf den ersten Blick keiner Strickleiter ähnelt.
Die Vielborster sind meist Meerestiere. Die festsitzenden Arten ernähren sich von Plankton, die anderen Arten ernähren sich meist räuberisch.
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