Insgesamt produzierte Rembrandt etwa 250 Gemälde, 300 Radierungen und 1.000 Zeichnungen. Sehr häufig schuf er Selbstporträts, die ein erstaunlich klares Bild über ihn selbst und seine Gefühle geben.
Sein Helldunkel, d.h., seine besondere Art, Licht und Schatten einzusetzen, und dadurch oft starke Kontraste zu erzeugen, machen seine Bilder sehr lebendig und dramatisch.
Rembrandt verwendete oft Familienmitglieder wie seine erste Frau Saskia, seinen Sohn Titus und seine zweite Frau Hendrickje als Modelle für biblische oder historische Figuren.
Rembrandt wurde am 15. Juli1606 als eines von neun Kindern in Leiden geboren. Sein Vater war Müller, seine Mutter eine Bäckerstochter. Während seiner Jugend verbrachte er die meiste Zeit als Maler in Leiden. Nachdem er die Lateinschule besucht hatte, begann er an der Universität Leiden zu studieren, brach das Studium aber nach weniger als einem Jahr ab.
1621 entschied er sich ganz für die Malerei und nahm bei Jacob van Swanenburgh, einem Leidener Künstler, Unterricht. Nach einer kurzen Gesellenzeit in Amsterdam eröffnete Rembrandt ein Atelier in Leiden, das er mit seinem Freund und Kollegen Jan Lievens teilte. 1627 begann er, Schüler anzunehmen.
1631 war Rembrandts Ruf so groß, dass er einige Porträt-Aufträge in Amsterdam erhielt. Deshalb zog er dorthin um und wohnte im Haus seines Kunsthändlers Hendrick van Uylenburgh. 1634 heiratete Rembrandt Hendricks reiche Nichte, Saskia van Uylenburgh. Da sie die Tochter eines Patriziers war, führte sie ihn in die höheren Gesellschaftsschichten ein, was seinen Ruf weiter steigerte. Trotzdem distanzierte sich Rembrandt nie von den "gewöhnlichen" Menschen.
1639 zogen Rembrandt und Saskia in ein bekanntes Haus in der Anthonisbreestraat, das im jüdischen Viertel von Amsterdam lag (heute:Rembrandthaus-Museum). Drei ihrer Kinder starben kurz nach der Geburt. 1641 bekamen sie ein weiteres Kind, einen Sohn, dem sie den Namen Titus (1641-1668) gaben. Kurz nach seiner Geburt starb Saskia.
1645 zog Hendrickje Stoffels, die vorher als Kindermädchen bei Rembrandt gearbeitet hatte, bei ihm ein. Im selben Jahr bekam Hendrickje eine Tochter, Cornelia.
Rembrandt lebte über seine Verhältnisse und kaufte zahlreiche Kunstgegenstände, Kostüme und seltene Sammlerstücke. Dadurch ging er 1656 bankrott. Er musste sein Haus verkaufen und in eine anspruchslosere Wohnung in der Rozengracht ziehen. Während dieser Jahre war er weniger berühmt, was sich erst sehr spät wieder änderte.
Rembrandt überlebte Hendrickje und Titus und bei seinem Tod am 4. Oktober1669 war nur noch seine Tochter Cornelia an seiner Seite. Er starb arm am am 4. Oktober1669 in Amsterdam und wurde am 8. Oktober in einem unbekannten Grab in der Westerkerk begraben.
Einflüsse
Rembrandts erster Lehrer, Jacob van Swanenburgh brachte ihm viel über Stiche bei.
Rembrandt studierte in Amsterdam ein halbes Jahr mit Pieter Pietersz. Lastman. Lastman war ein Künstler, der oft biblische, mythologische und historische Szenen malte, und gilt als jemand, der Rembrandt stark beeinflusst hat.
Schüler
Viele Schüler Rembrandts wurden wegen ihrer eigenen Werke berühmt. Unter ihnen waren
Rembrandtexperten debattieren heftig über die Echtheit einiger seiner Bilder, von denen man glaubte, Rembrandt habe sie selbst gemalt. Es stellt sich die Frage, ob sie tatsächlich von Rembrandt geschaffen wurden, oder ob sie nicht von einem seiner Schüler, möglicherweise auch gemeinsam gemalt wurden.
Perioden, Themen und Stile
Während Rembrandts Leidener Periode (1625-1631) war der Einfluss von Lastman am stärksten und deutlich sichtbar. Die Bilder waren eher klein, aber voller Details. Die Themen waren meist religiös oder allegorisch.
Während seiner frühen Jahre in Amsterdam (1632-1636) benutzte Rembrandt große Leinwände und kräftige Farben und malte dramatische Szenen. Rembrandt malte während dieser Periode eine Vielzahl von Porträts. Seine übrigen Bilder handelten von religiösen und mythologischen Szenen.
In den späten 1630er Jahren malte Rembrandt zahlreiche Landschaftsbilder und fertigte Radierungen nach Naturmotiven an. Während dieser Periode wurden die von ihm dargestellten Landschaften von Naturgewalten heimgesucht: dunkle Wolken ziehen am Himmel auf und Bäume werden von einem Sturm entwurzelt.
Etwa 1640 wird seine Arbeit nüchterner und zeugt von der Familientragödie, die er erleiden musste. Die Überschwänglichkeit wich tiefen inneren Emotionen. Biblische Szenen stammten nun häufiger aus dem Neuen und weniger aus dem Alten Testament. Die Bilder wurden wieder kleiner. Eine Ausnahme ist Rembrandts größtes Gemälde, die so genannte Nachtwache, die er am 9. Februar1642 vollendete. Die dunklen Kräfte der Natur wichen nun mehr und mehr ruhigen holländischen Szenen.
In den 1650ern änderte sich Rembrandts Stil erneut. Die Bilder wurden wieder größer, die Farben und Pinselstriche wurden kräftiger. Durch diese Veränderungen distanzierte sich Rembrandt von seinen früheren Arbeiten. Über die Jahre wurden zwar immer noch biblische Szenen gemalt, allerdings verlagerte sich der Schwerpunkt von dramatischen Gruppenszenen zu einfühlsamen Porträts.
In den letzten Jahren seines Lebens malte Rembrandt einige seiner besten Selbstporträts, die ein Gesicht voller Leid und Trauer zeigen.
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