Rieger war unter anderem Funktionär in der NPD sowie in der seit 1994 verbotenen Organisation "Wiking-Jugend". In den 70er Jahren war er Leiter der "Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung" und der "Völkischen Artgemeinschaft". Außerdem war er Redakteur und Herausgeber der Zeitschriften "Neue Anthropologie" und Herausgeber der "Nordischen Zeitung". Sein Buch "Rasse - ein Problem für uns" erschien 1977. Als Organisator richtete Rieger von 1991 bis zu ihrem Verbot 1998 die "Hetendorfer Tagungswochen", ein Pfingstlager für Neonazisten aus.
Als Rechtsanwalt hat Rieger bundesweit mehrere Rechtsextremisten und Holocaustleugner vor Gericht bzw. in Verwaltungsverfahren vertreten, darunter Michael Kühnen, Horst Mahler, Thies Christophersen und Ernst Zündel. Auf zahlreichen Veranstaltungen der rechtsextremistischen und neonazistischen Szene verbreitet er seine Thesen über seine Meinung, der Holocaust habe nicht stattgefunden. Obgleich Rieger seine holocaustleugnenden Thesen in aggressiver Form verficht, ist es ihm in der Vergangenheit immer wieder gelungen, dies in so kleinen Zirkeln zu halten, dass es zu keinen Gerichtsverfahren deswegen gegen ihn gekommen ist. Einige gegen ihn angestrengte Verfahren, die aufgrund seiner holocaustleugnenden Äußerungen im Rahmen der Verteidigung anderer Holocaustleugner angestrengt wurden, verliefen im Sande, da ihm zugute gehalten wurde, in "Wahrnehmung der Interessen seines Mandanten" zu handeln. In einem Fall wurde er wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt.
Allerdings sind gegen Rieger mehrere Strafen wegen Körperverletzung und schwerer Körperverletzung verhängt worden, die er seinen Kritikern zugefügt hatte. Wie aggressiv Rieger ist, zeigt auch seine öffentliche Äußerung zur Wehrmachtsausstellung; sagte er doch dazu: "In den 50ern hätte man die Ausstellung kurz und klein geschlagen, und Reemtsma wäre am nächsten Baum aufgehängt worden."
Rieger hat in der Vergangenheit immer wieder teure Immobilien erstanden, die für Treffen der Rechtsextremisten und Neonazisten geplant waren. Die Herkunft des Geldes ist nicht geklärt, dass seine Kanzlei das abgeworfen hat, wird aber bezweifelt. Mitte der 90er Jahre erwarb er in Schweden für ca. drei Millionen Deutsche Mark (ca. 1,6 Millionen Euro) das Anwesen "Sveneby Säteri", ein burgähnliches Herrenhaus mit 650 Hektar Land. Angeblich sind wegen der dort angesiedelten ökologischenSchweinezucht, die Rieger mit übernommen hat, trotz Proteste der schwedischen und der deutschen RegierungEU-Gelder in mehrstelliger Höhe an ihn geflossen. Obgleich Rieger versucht hatte, per Anzeige reinrassige Deutsche zur Umsiedlung dorthin zu bewegen, ist dies Projekt bislang nicht erfolgreich.
Im Juli 2004 wurde bekannt, dass Rieger in Dörverden/Niedersachsen ein 255.000 m² großes, mit alten Wirtschaftsgebäuden bebautes Grundstück erworben hat. Rieger kaufte die Immobilie für 255.000 Euro im Namen einer "Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation Ltd.", die sich der Fruchtbarkeitsforschung verschrieben hat.
Literatur
Thomas Grumke/Bernd Wagner (Hg.): Handbuch Rechtsradikalismus. Opladen, 2002, S. 300-302.
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