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Riad

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Riad ist die Hauptstadt des Königreichs Saudi Arabien.


Der englische Name ist Riyadh. Im Arabischen wird die Stadt Ar Riyad (die Gärten) genannt. Im deutschen liest man oft auch "Er-Riad"


Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,5 Millionen. Riad ist in der Mitte der arabischen Halbinsel in der Region Nadschd (auch Nedschd/Nedjd) gelegen. Die Stadt liegt in einer Höhe von 500 m und ist von Wüste umgeben. Im Westen reicht die Stadt heute bis an das Wadi Hanifa. Im Norden sind in den letzten Jahren zwischen dem neuen Flughafen und den Banban Sandfeldern (im Volksmund Rote Sande) zahlreiche königliche Paläste entstanden. Wichtige Wirtschaftszweige sind die Herstellung von Baustoffen, die Nahrungsmittelindustrie und Erdölverarbeitende Industrie. Die Stadt ist auch Sitz einer Universität. Die jüngere Stadtentwicklung vollzieht sich nach Norden.


Die Stadt erhält einen Großteil seines Trinkwassers mittels eines Piplinesystems vom Persischen (arabischen) Golf.


Sommertemperaturen sind tagsüber 48 bis 50 Grad. Nachts sinken die Temperaturen im Sommer auf 20 Grad ab.


Die Stadt verdankt ihre Entstehung dem Wadi Hannifah und der benachbarten Stadt Dirajah (heute ein Freiluftmuseum). In Dirajah (heute ein nördlicher Vorort) wurde die Staatreligion, der Wahhabismus entwickelt. Seit 1824 war sie das Zentrum der Dynastie der Saud. Nach der Eroberung durch Abd al-Aziz al Saud (1902) begann von hier die Vereinigung der Beduinenstämme des zentralen Arabien, was 1932 zur Gründung des Königreichs Saudi-Arabien führte.


Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerung:




(*) Prognosen


Zwischen 1974 und 1992 wuchs die Stadt um durchschnittlich 8,2% pro Jahr.


sich widersprechende Quellen bei Einwohnerzahl variieren von 1,5 bis über 2,8 Mio.


Geschichte

Die ersten namentlich greifbaren Siedler in der Gegend waren die halb legendären Jadis. Wohl im 5.Jh.? wurde das Wadi und die alten Städte Hajr al-Yamamah, das unter dem heutigen Zentrum von Riyadh vermutet wird, und al-Kharj, welches weiter im Südosten lag (heute Ruinen), von dem Stamm der Bani Hanifah übernommen. Al-Yamamah der Staat der Hanifah florierte im 6. und 7.Jh. Zwei der Herrscher, Hawdha bin Ali und Musailama ("der falsche Prophet"), spielten in der Zeit vor der endgültigen Konvertierung zum Islam eine wichtige Rolle. Unweit von al-Jubailah in 'Aqraba' kam es im Jahr 634 zu Kämpfen im Riddah-Krieg. Nach der Einführung des Islams blieb Hajr noch bis gegen 900 ein Bedeutender Ort, danach scheint die ganze Gegend zu verarmen während sich die politischen Zentren des Islams immer weiter von Arabien entfernen. Ibn Battuta berichtet aber noch 1331-2 von Hajr als schöne und fruchtbare Stadt mit Bächen voll Wasser und vielen Bäumen. Die Stadt mag noch bis ins 15.Jh. existiert und als Stammsitz der Bani Hanifah gedient haben .


Im 15.Jh. kam es im Najd zu vielen Umsiedlungen und intensiverer Nutzung der Oasen. Ibn Dir der Häuptling der Al-Dir eines Clans der Bani Hanifah aus Hajr, wollte das Wadi besser nutzen und lud 1446 dem ihm verwandten Stamm der Muradah aus der Gegend von al-Qatif am Persischen Golf ein hier zu Siedeln. Sie gründeten die Siedlungen Mulaibid und Ghasibah am östlichen Ufer des Wadis und nannten den neuen Ort Dir'iyyah, der auch alle Siedlungen mit einbezog die sich an den etwa 4 Kilometern des Wadis befanden, die zwischen den beiden Orten lagen. Ghasibah war der erste Hauptort der Muradah "Wadi-Oase" Dir'iyyah im Wadi Hanifah. Das südliche Najd wurde später zunächst allerdings von al-Uyainah (al-Uyaynah; im nördlichem Wadi westlich von al-Jubaylah) aus beherrscht. In den späten 1680ger Jahren machte Muqrin bin Markhan al-Turaif am westlichen Wadi-Ufer zum Hauptort von Dir'iyyah. Ab 1725 beherrschte Dir'iyyah unter Muhammad bin Saud (1735-1765), dem Gründer des ersten Saudi Staates, das südliche Najd. Am östlichen Wadi-Ufer gegenüber von al-Turaif liegt der Ort Bujairi wo die Familie des Scheichs Muhammad bin Abd Al-Wahhab (ca.1703-1792) residierte nachdem sie aus al-Uyainah vertrieben worden waren. Nach 1745 wurde dieser Ort bedeutender als der Scheich Muhammad Ibn Saud, der in al-Turaif residierte sich der Reformbewegung der Wahhabiten anschloß und 1744 mit dem Imam Muhammad bin Abd Al-Wahhab einen Packt schloß. Die Al-Sauds brachten den Großteil der Arabischen Halbinsel unter ihrer Herrschaft und drangen in das Hedschas vor, wo sie 1806 Mekka eroberten. In al-Turaif vollendete der Imam Sa'ud bin 'Abd al-'Aziz (Imam 1803-14) die Salwa Paläste. Der bekannteste Baumeister dieser Zeit in Al-Dir'iyyah war Ibn Hazam. Der Osmanische Sultan wollte die neue Macht in Zentral-Arabien einschränken und ließ Muhammad Ali Pasha von Ägypten einen Feldzug durch das Najd machen. Der Befehlshaber der Armee war Ibrahim Pascha der Sohn von Muhammad Ali Pascha. Al-Dir'iyyah wurde 1818 angegriffen und fiel nach 6 Monaten Belagerung im September nachdem Angriffe auf Al-Turaif von süden durch das Wadi Sha'ib Safar nicht zum Erfolg führten, durch einen Durchbruch im Norden. Im folgenden Jahr wurde Al-Dir'iyyah zerstört und die Ortsteile al-Turaif und Ghasibah blieben bis heute ruinös (In den 1960gern gab es Ansiedlungsversuche in al-Turaif und bis zu den Neunzigern hatte man den frühen Palast von Sa'd und den Qasr Nasr restauriert).


Die Familie al-Saud machte 1824 die junge Stadt ar-Riyadh zu ihrem Herrschersitz. Diese war im 18.Jh. (1735?) auf den Ruinen von Hajr zunächst als ummauerter Garten endstanden. Die hier entstandene Siedlung wurde von Al-Dir'iyyah aus häufig überfallen und schließlich 1773 von Abdul Aziz bin Muhammad bin Saud erobert. Unter den Herrschern Imam Turki (1824-34) und seinem Sohn Faisal (1834-8 und 1843-65) entstand der zweite Saudische Staat. Als Regierungssitz diente das 1865 gebaute Fort al-Masmak in ar-Riyadh. Im Norden des Najd stieg die Macht der Al-Rashid von Ha'il während die Saudis durch interne Machtspiele geschwächt wurden, so daß sie bald auch den Süden eroberten und die Familie al-Saud 1891 nach Kuwait ins Exil ging.


Im Jahr 1902 wurde ar-Riyadh von Abd al Azis Ibn Saud (1880-1953) zurückerobert, in dem er das Fort al-Masmak stürmte. Von hier aus vertrieb er die Ottomanen aus al-Hasa, unterwarf 1921 Hail, annektierte 1923 das Emirat Asir, eroberte nachdem der Scherif von Mekka Husain Ibn Ali 1924 nach der Kalifenwürde griff 1924/25 Mekka und nannte sich ab 1926 König des Nadschd und Hedschas. Im Jahr 1932 gründete er das Königreich Saudi Arabien.


Vieles bei der Expansion der Hauptstadt, damals noch in Lehmbauweise, wurde in den 20ger und 30ger Jahren vom Baumeister Muraikan beaufsichtigt. Die Al-Saud Familie residierte in ihrem Palast bei al-Badi'ah im Batin am Wadi Hanifah ein paar Kilometer weiter Südlich von Al-Dir'iyyah wo das Wadi einen Bogen nach ar-Riyadh macht. Kurz vor 1937 wurde dort ein neuer Sommerpalast mit Gästehaus unweit des alten Palastes gebaut. Auf der gegenüberliegenden Seite des Wadis entstand vor 1937 eine neue Moschee. Etwas nördlich von Riyadh wurde 1936-38 unter der Aufsicht des Baumeisters Ibn Qabba der Al-Murabba Palast gebaut (Qasr al-Murabba), er diente als Familien und Regierungssitz. Schon 1935 bestand das Haus der Amirah Nurah, einer Schwester des Königs Abd al-Aziz. Der kleine Palast mit den damals eher ungewöhnlichen Aussenfenstern, lag nördlich von Riyadh zwischen der Stadtmauer und dem Murabba Komplex. Die Stadtmauern wurden 1950 eingerissen. Die erste Eisenbahn erreichte ar-Riyadh im Jahr 1951.


Der alte Stadtkern befindet sich heute im Stadtteil Al-Dira westlich der Straße Al Iman Turki Ibn Abdullah Ibn MHD. Das nördliche Tor in der Stadtmauer Al-Thumairi Gate ist leicht versetzt nahe dem alten Standort rekonstruiert worden. Das alte Fort al-Masmak ist erhalten und dient heute als Museum der Staatsgeschichte. Die grosse Freitagsmoschee ist durch einen repräsentativen Bau ersetzt worden und im Osten nimmt der Al-Hokm Palast (Justiz) einen Grossteil des alten Stadtkerns ein. Ein wenig traditionelle Lehmarchitektur befindet sich noch im Westen des historischen Kerns als die Stadt vielleicht in den dreißigern außerhalb der Stadtmauern erweitert wurde. Allerdings verschwinden die alten Straßenzüge schnell.


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