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RISC OS

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RISC OS ist ein Betriebssystem mit grafischer Oberfläche. Die britische Firma Acorn entwickelte Ende der 80er Jahre RISC OS für ihren 32 Bit Computer Archimedes mit ARM CPU.


RISC OS 2 war die erste Version von RISC OS und ersetzte 1988 das in BASIC geschriebene Übergangsbetriebssytem ARTHUR des Archimedes. Der Acorn A5000 wurde 1992 mit RISC OS 3 ausgeliefert. 1994 folgte RISC OS 3.5 mit der Einführung des Acorn Risc PCs. Für den nie erhältlichen Nachfolger des Risc PCs entwickelte Acorn RISC OS 4. 1998 löste sich Acorn auf und RISC OS ging an die Firma Pace. RISCOS Ltd. lizenzierte RISC OS 4 und lieferte es 1999 aus. Seitdem entwickelt RISCOS Ltd. das Betriebssystem als RISC OS Select weiter. Pace paßte RISC OS 4 an CPUs ab ARM9 und XScale an und entfernte die Abhängigkeiten von speziellen Prozessoren die Acorn entwickelt hatte. Diese Version wurde dann von Castle Technology ab 2002 in ihren IYONIX pc als RISC OS 5 eingesetzt. 2003 erwarb Castle RISC OS von Pace. Zur Zeit gibt es mit RISC OS Select und RISC OS 5 zwei verschiedene aktive Entwicklungszweige von RISC OS.


RISC OS ist ein schlankes und schnelles Multitasking-Betriebssytem und läuft, abgesehen von Emulatoren, nur auf Rechner mit ARM CPU incl. StrongARM und XScale. Der Kern des Betriebssystems ist klein. Eine Vielzahl von austauschbaren Modulen sind für Dateisystem, Festplattenzugriff, grafischer Oberfläche usw. zuständig. Ein Großteil des Betriebssystems und einige Anwendungsprogramme sind im ROM bzw. im Flash-ROM enthalten. Ein Booten von der Festplatte wie bei anderen Betriebssystemen entfällt damit. Ausnahme ist RISC OS Select bei dem ein Abbild der ROMs von Festplatte ins RAM geladen wird.


Die grafische Oberfläche von RISC OS unterstützt von Anfang an konsequent Drag & Drop. So wird z.B. beim Speichern keine Dialogbox benutzt die das Dateisystem abbildet. Stattdessen wird mit der Maus ein Symbol in ein Fenster des Dateimanager gezogen und damit die Datei auf die Festplatte gespeichert. Zieht man das Symbol in das Fenster eines anderen Anwendungsprogrammes, werden die Daten in dieses andere Anwendungsprogramm übertragen. Es wird bei RISC OS eine Maus mit drei Tasten benötigt. Ein Menü am oberen Fenster- oder Bildschirmrand gibt es nicht. Es werden nur kontextsensitive Menüs benutzt, die mit der mittleren Maustaste an beliebiger Stelle im Fenster aufgerufen werden. Die Menüs kann man mit der Maus verschieben. Wählt man mit der rechten Maustaste einen Menüpunkt aus, wird das Menü nicht geschlossen, und man kann so weitere Menüpunkte auswählen, ohne wieder das gleiche Untermenü aufzurufen. Klickt man mit der rechten Maustaste auf einen Pfeil der Bildlaufleiste, bewegt sich die Leiste in die entgegengesetzte Richtung des Pfeiles. Es gibt viele weitere Verwendungen der rechten Maustaste, um die Arbeit am Computer zu erleichtern.


Der Desktop besteht seit ARTHUR aus zwei Teilen. Der obere und größere Teil des Desktops ist die eigentliche Arbeitsoberfläche. Der untere Teil besteht aus einer Leiste, die man Iconbar nennt. Dort findest man links die Symbole für die vorhandenen Laufwerke und rechts die Symbole für die geladenen Anwendungsprogramme. Jedes dieser Symbole hat ein Menü, das wie gehabt mit der mittleren Maustaste geöffnet wird. Mit einem Klick öffnet sich das Fenster des Dateimanagers des jeweiligen Laufwerkes bzw. das Fenster des Anwendungsprogrammes. Einzelne Fenster erhalten kein Symbol auf der Iconbar.


Anwendungsprogramme melden sich bei jeder Sitzung an und können so auch beliebig auf der Festplatte verschoben oder gelöscht werden. RISC OS benötigt keine Dateiendungen zur Erkennung des Dateiformates. Das Dateiformat wird im Dateisystem vermerkt. Wenn man eine Datei im Dateimanager doppelt anklickt, wird von RISC OS zuerst geprüft, ob ein Anwendungsprogramm geladen ist, das mit diesem Dateiformat umgehen kann. Wenn dies nicht der Fall ist, wird bei den angemeldeten Anwendungsprogrammen ein geeignetes Programm gesucht, um die Datei zu öffnen.


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