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Rettungsdienst

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Der Rettungsdienst (kurz: RD, Schweizerisch: Sanität) hat die Aufgabe, rund um die Uhr bei Notfällen und Krankheiten zu helfen und Leben zu retten. Dabei unterscheidet man zwischen:




wobei die Spezialorganisationen der Berg- oder Wasserrettung den Patienten nach der Rettung zur weiteren Versorgung an den landgebundenen RD übergeben.


Rettungsdienst in Europa

In Europa ist der Rettungsdienst so organisiert, dass er bei Notfällen in spätestens zehn bis zwanzig Minuten vor Ort ist. Dies ist die sogenannte Hilfsfrist, die in einigen Großstädten auch unter den genannten 10 bis 20 Minuten sein kann.


Als Europaeinheitliche Notrufnummer wurde die 112 für Hilfeersuchen aller Art vereinbart, die dann ggf. an die zuständige Stelle weitergeleitet werden (darüber hinaus gibt es in Europa weiterhin zahlreiche verschiedene national und lokal gültige Notrufnummern).


Europaweite Standards gibt es zum Beispiel für


  • Bekleidung der im RD tätigen Einsatzkräfte
  • Fahrzeuge zur Patientenbeförderung (DIN EN 1789)


Einige Rettungsdienstorganisationen sind auch nach Europäischen Qualitätsmanagement-Normen zertifiziert (ISO 900x). Diese Organisationen garantieren damit, einen gewissen Standard einzuhalten, von der Materialbeschaffung bis zur Behandlung des Patienten.


Rettungsdienst in Deutschland

In Deutschland ist der RD Ländersache und wird daher durch Ländergesetze geregelt. Zur Durchführung des Rettungsdienstes greifen die Länder dabei auf unterschiedliche Organisationen zurück: der landgebundene RD wird vorwiegend durch das Rote Kreuz, den Arbeiter Samariter Bund, die Johanniter Unfallhilfe und die Malteser, teilweise auch von den Feuerwehren sowie privaten Leistungserbringern abgedeckt. Die Luftrettung wird von der Bundeswehr, der DRF, dem ADAC und dem Bundesministerium des Innern mit für den Katastrophenschutz beschafften Hubschraubern, die Bergrettung von der Bergwacht und die Wasserrettung von der DLRG und der Wasserwacht betrieben.


Die Einsatzkräfte werden durch die jeweils zuständige Rettungsleitstelle alarmiert und koordiniert.


Die Finanzierung der Vorhaltung ist unterschiedlich geregelt, für den Patiententransport kommt in der Regel die Versicherung des Patienten auf.


Der Rettungsdienst verwendet dazu verschiedene Fahrzeuge:


  • Der Krankentransportwagen (KTW) wird eingesetzt, wenn kein akuter Notfall vorliegt, beispielsweise dann, wenn jemand krankheitsbedingt in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss.
  • Der Rettungswagen (RTW) wird zu Notfällen geschickt, bei denen das Leben oder die Gesundheit des Patienten gefährdet sind. Er unterscheidet sich in seiner Mindestausstattung erheblich von einem Krankentransportwagen. Auch an seine Besatzung werden höhere Ansprüche gestellt: Während in den meisten Bundesländern ein Rettungssanitäter als Transportführer für den KTW vorgeschrieben ist, muss dies beim RTW ein Rettungsassistent sein, der in den meisten Ländern von einem Rettungssanitäter unterstützt wird.
  • Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) ist ein PKW, das den Notarzt unabhängig von den übrigen Fahrzeugen zum Einsatz befördert.
  • Der Notarztwagen (NAW) entspricht einem RTW mit einem Notarzt an Bord. Ein NAW ist üblicherweise an einem Krankenhaus stationiert, damit der Arzt schnell zusteigen kann. Es kommt jedoch auch vor, dass der NAW zunächst von der Rettungswache zum Krankenhaus fährt, um den Arzt aufzunehmen.
  • Der Rettungshubschrauber (RTH) ist ein Luftfahrzeug, das primär den Notarzt unabhängig von den übrigen Einsatzfahrzeugen zum Einsatz befördert. Außerdem wird er bei bestimmten Verletzungsmustern als Transportmittel benutzt.
  • Motorrettungsboote (MRB) dienen der Sicherung von Veranstaltungen, der Suche nach Personen sowie dem Transport von Patienten, Helfern und Material auf dem Wasser.


Beim landgebundenen Rettungsdienst unterscheidet man beim Zubringen des Notarztes zwischen dem Rendezvous- und dem Kompakt-System:


  • Beim Rendezvous-System fahren Rettungswagen und NEF getrennt zum Notfallort.
  • Ist der Rettungsdienst Kompakt organisiert, fährt der Notarzt direkt im Notarztwagen zur Einsatzstelle. (siehe oben: NAW)


In Deutschland bestehen auch Gemeinschaftsprojekte unter den Rettungsorganisationen. DLRG und Wasserwacht stellen Einsatztaucher, die mit dem Hubschrauber zu Unfallplätzen geflogen werden. Zudem gibt es Kooperationen zwischen der Feuerwehr, die das Material und das Fahrzeug (ein so genannter Gerätewagen Wasserrettung (GWW)) bereithält und der Wasserrettung, die das Personal stellt.


Da viele Ortsgruppen der Hilfsorganisationen oder der freiwilligen Feuerwehren auf dem Land Einsatzfahrzeuge besitzen, werden diese zunehmend auch als Einrichtungen örtlicher Erster Hilfe (First Responder oder Helfer vor Ort) eingesetzt, wenn ein Notfall in deren unmittelbarer Nähe geschieht. In Großstädten werden manche Berufsfeuerwehren ebenfalls zu diesem Zweck eingesetzt, wenn der Standort eines Löschfahrzeuges näher als der des nächsten Rettungsfahrzeuges liegt. Ihre Aufgabe ist dann die Erstversorgung des Patienten auf notfallmedizinischem Niveau und die Überbrückung der Zeit bis zum Eintreffen eines regulären Rettungsmittels.


Siehe auch:




zusätzlich:




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