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Republik China (Taiwan)

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Die Republik China (traditionell: 中華民國 vereinfacht: 中华民国, Wade-Giles: Chung-hua Min-kuo, Pinyin: Zhōnghuá mínguó), nach der Hauptinsel besser bekannt als Taiwan (traditionell: 臺灣; vereinfacht: 台灣; frühere deutschsprachige Bezeichnung Formosa), ist ein international von wenigen Regierungen anerkannter Inselstaat bzw. ein stabilisiertes De-Facto-Regime. Sie war 1949 das Rückzugsgebiet der Kuomintang, die im Bürgerkrieg den Kommunisten unter Mao Zedong unterlegen waren und wurde damit zum letzten Rest der ehemals ganz China umfassenden Republik. Die USA gelten als Schutzmacht des Landes.


Taiwan kämpft um die Anerkennung als selbstständiger Staat, während die Volksrepublik China auf ihrer Ein-China-Politik beharrt und nach wie vor auf eine Eingliederung in die Volksrepublik drängt.


Mit Rücksicht auf die guten Beziehungen zur Volksrepublik verweigern die meisten Staaten Taiwan die Anerkennung als eigenständiger Staat. Ungeachtet dessen ist Taiwan z.Z. de facto völlig unabhängig von der Volksrepublik und verfügt über eine selbstständige Regierung, die die volle Souveränität über Taiwan hat.


Die Republik China in Taiwan umfasst noch einige weitere kleine Inseln, die Pescadores, Matsu und Quemoy.


Die größte Stadt ist Taipei, gleichzeitig auch die provisorische Hauptstadt der Republik.


Offizielle Hauptstadt ist immer noch Nanjing auf dem chinesischen Festland.


Inhaltsverzeichnis


1 Bevölkerung

2 Geschichte

3 Politik

  3.1 Verhältnis zur Volksrepublik China

4 Nationalfeiertag

5 Wirtschaft

6 Weblinks


Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Han-Chinesen. Daneben existieren noch neun anerkannte austronesische Minderheiten, (1990: 338.000) (siehe Indigene Völker Taiwans).


Geschichte

Hauptartikel: Chinesische Geschichte


1885 wurde Taiwan offiziell zu einer chinesischen Provinz.


1895 fiel Taiwan durch eine militärische Niederlage Chinas an Japan, kam aber nach dem Zweiten Weltkrieg wieder unter chinesische Kontrolle.


1949 bildete Taiwan den Rückzugsort für 2 Millionen Anhänger der Kuomintang unter General Chiang Kai-shek nach der Niederlage gegen die Kommunisten unter Führung Mao Zedongs, der infolgedessen die Volksrepublik China ausrief. Taiwan wurde somit zum alleinigen Staatsgebiet der Republik China. Die Kuomintang beherrschte das Land bedingt durch die besondere Konstruktion des Parlaments bis 2000 praktisch wie eine undemokratische Einheitspartei (Details siehe bei Kuomintang).


Die Republik China ist jedoch international nur noch von wenigen Staaten anerkannt. Sie trat aus Protest gegen die Aufnahme der Volksrepublik China 1971 aus der UNO aus.


In den kommenden 5 Jahrzehnten erlebte das Land einen kontinuierlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf eine politische Liberalisierung mussten die Taiwaner bis 1987 warten, als Chiang Kai-sheks Sohn Chiang Ching-kuo das Kriegsrecht aufhob und erstmals eine politische Opposition zuließ. Lee Teng-hui setzte den Kurs seines Vorgängers fort und führte Taiwan auf dem Weg zu einem demokratischen Staat. Nach ersten freien Wahlen für die verschiedenen Parlamente und Gremien Taiwans wurde Lee 1996 als erster Präsident Taiwans direkt von der Bevölkerung gewählt. Im Jahr 2000 wurde mit Chen Shui-bian von der Democratic Progressive Party erstmals ein Politiker zum Präsidenten gewählt, der nicht der Kuomintang angehörte. Spätestens seit diesem Zeitpunkt kann Taiwan als vollständig entwickelte Demokratie bezeichnet werden. Zeitgleich lässt sich eine Entwicklung zu einer immer stärker werdenen Indentifzierung als Taiwanesen und immer weniger als Chinesen feststellen.


Präsidentschaftswahlen 2004


Am 28. Februar organisierte der amtierende Präsident Chen Shui-bian gemeinsam mit Lee Teng-hui eine Menschenkette, an der ca. 2 Millionen Taiwaner teilnahmen. Sie erstreckte sich vom Norden bis in den Süden Taiwans und sollte den Protest gegen die Bedrohung durch ca. 500 vom chinesischen Festland auf Taiwan gerichtete Raketen ausdrücken.


Am 19. März, dem Vortag der Wahlen, wurde auf Chen Shui-bian und die Vizepräsidentin Annette Lu während eines Wahlkampfauftrittes in Tainan ein Anschlag verübt, bei dem beide leicht verletzt wurden.


Bei den Wahlen am 20. März 2004 gewann Chen Shui-bian mit einem denkbar knappen Vorsprung von 29.518 Stimmen bei ca. 13 Mio. abgegebenen Stimmen. Herausforderer Lien Chan (Kuomintang) und James Soong, Vorsitzender der verbündeten People First Party, erkannten das Wahlergebnis nicht an. Am 21. März 2004 wurden alle Wahlurnen versiegelt. Chen stimmte der Forderung nach einer Neuauszählung der Stimmen zu, dennoch initiierte die Opposition in darauffolgenden Woche Proteste vor dem Präsidentenpalast. Sie gipfelten am 26. März in einem Sturm auf das Hauptquartier der zentralen Wahlkommision, kurz bevor das offizielle amtliche Wahlergebnis verkündet und Chen zum Wahlsieger erklärt wurde. Die Kuomintang und die People First Party organisierten weitere Proteste gegen das Wahlergebnis. Am 20. Mai wurde Chen Shui-bian als Präsident Taiwans vereidigt.


Politik



Verhältnis zur Volksrepublik China

Das Verhältnis Taiwans zur Volksrepublik China ist recht kompliziert. Laut chinesischer Sichtweise ist Taiwan eine abtrünnige Provinz und gehört gemäß der Ein-China-Politik zur VRC. Für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung wurden von der chinesischen Regierung militärische Schritte angedroht.


Taiwan vermeidet eine offizielle Unabhängigkeitserklärung, und ist daher auch nur von 27 Staaten anerkannt, zu denen es diplomatische Beziehungen unterhält. Laut ihrer Sichtweise ist eine Unabhängigkeitserklärung unnötig, da die chinesische Republik bereits 1912 gegründet wurde.


Auch als Beruhigung der Volksrepublik China definierte Präsident Chen Shui-bian die Politik der fünf Neins (四不一沒有). Solange Taiwan nicht akut militärisch von China bedroht wird, wird Taiwan:


  • keine Unabhängigkeit erklären
  • nicht den Namen des Landes ändern
  • den so genannten 'state-to-state'-Artikel nicht in die Verfassung aufnehmen
  • kein Referendum zur Unabhängigkeit
  • und keines zur Vereinigung anstreben.


Nationalfeiertag

Tag der chinesischen Revolution, 10. Oktober 1911, auch «Double Tenth» genannt


Wirtschaft

Taiwan hat ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, welches stark von seinen Exporten abhängig ist. Das Land zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Der taiwanesische Investitionsfluss in die VR China beträgt im Jahre 2002 an die 40,8 Mrd. US-Dollar und übertrifft damit das aller anderen Länder. Taiwan ist größte Produzent von Halbleiter-Anwendungen wie Notebooks und WLAN-Komponenten, die unter verschiedensten (konkurrierenden) Marken weltweit abgesetzt wurde.


Weblinks



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