Reiseveranstalter erstellen touristische Produkte, die sie, zumindest heute noch, in der Regel über die Vermittlung des Reisebüros an den Endverbraucher verkaufen. Für seine Vermittlungstätigkeit zahlt der Reiseveranstalter dem Reisebüro eine Provison. Idealtypisch erstellt der Reiseveranstalter sein Produkt, indem er bei einer Fluggesellschaft Flugplätze, in einem Hotel Zimmer und bei einer Incomingagentur (z.B. auf Kreta) Transferplätze in einem Bus vom Flughafen zum Hotel einkauft/mietet und diese Bestandteile bündelt.
Reiseveranstalter ist, wer verschiedene Reiseleistungen zu einem Produkt, in der Regel zu einer Pauschalreise, zusammenfügt und zu einem Gesamtpreis anbietet. Dabei muss es sich um - zumindest zwei - gleichgeordnete erhebliche Leistungen handeln wie:
macht den Löwenanteil der Angebote der Reiseveranstalter aus. Darüberhinaus werden mit jeweils auch isoliert zu buchenden touristischen Leistungen wie zum Beispiel Ferienwohnungen, Hotelzimmern & Mietwagen Produkte angeboten, die eigentlich dem Begriff Reiseveranstalter nicht entsprechen.
Die Grenzen zwischen Reiseveranstalter und Reisebüro sind oft fließend.
Im gegenwärtigen tiefgreifenden Strukturwandel der Tourismuswirtschaft veranstalten Reisebüros auf der Suche nach spezialisierten Nischen in kleinerem Umfang zunehmend eigene Reisen und sind damit dann gleichzeitig
Reiseveranstalter.
Parallel verkaufen die klassischen großen Reiseveranstalter unter dem gegenwärtigen Kosten- und Rationalisierungsdruck ihre Produkte/ihre Reisen zunehmend direkt an den Kunden, zum Beispiel via Internet.
Reiseveranstalter in Deutschland
Insgesamt dürfte es ein paar Hundert Reiseveranstalter geben.
Einige der bekanntesten sind:
TUI (Touristik Union International) mit Dr. Tigges u.a.
Bekannte Regionale Reiseveranstalter als reine Me-too-Veranstalter wie zum Beispiel "Hetzel-Reisen" für den süddeutschen Raum oder "BFR" und "Unger" für Berlin/Brandenburg konnten sich am Markt nicht behaupten. Mit Me-too wird umrissen, dass diese Veranstalter nichts Anderes anbieten als die großen Touristikkonzerne auch (Mallorca, Teneriffa haben wir auch) und damit dem Konkurrenzdruck zum Opfer fallen mussten. Kleinere Nischenveranstalter hingegen, die Produkte anbieten (haben nur wir), die für Konzerne mit ihrer Massenproduktion zu aufwändig sind, haben auch heute durchaus Chancen am Markt.
Tourismuskonzerne
Mit den drei erst genannten Veranstaltern haben sich größere Touristikkonzerne herausgebildet, die inzwischen Europaweit agieren.
Mit vertikalen und horizontalen Strukturen werden die klassischen Abgrenzungen der touristischen Leistungsträger immer mehr aufgehoben.
Horizontale Integration
Traditionell wurde das touristische Produkt aus "Fremdleistungen"
zusammengestellt, das heißt Hotels, Fluggesellschaften etc. gehörten dem Reiseveranstalter nicht.
Mit der horizontalen Integration versuchen die Veranstalter, die gesamte Wertschöpfungskette des Produktes Reise in einem Bezitz zu bündeln und über Synergien Kostenvorteile zu erzielen.
Hotels/Hotelketten, Fluggesellschaften & Incomingagenturen werden mit dem Veranstalter in einem Konzern integriert.
Zum Beispiel:
zu Thomas Cook gehören heute: Thomas Cook Airlines (eigentlich und demnächst wohl wieder: Condor; Hotels-/bzw. Hotelbeteiligungen wie. z.B. Iberostar
Zu ITS gehört die ehemals selbständige Fluggesellschaft LTU.
Erwies sich die horizontale Integration in den touristischen Boomzeiten bis zum Jahre 2001 als vorteilhaft, stellt dieses Konzept in den Krisenzeiten seit dem 11. September2001 zunehmend eine Belastung dar und erweist sich für die erforderlichen flexiblen Reaktionen und Verschlankungen für einige
Marktteilnehmer als Hemmschuh.
Vertikale Integration
Mit der vertikalen Integration versuchen die Veranstalter zum Beispiel über eigene Reisebüros/Beteiligungen an Reisebüroketten die Produktion und den Vertrieb in einem Besitz zu bündeln, um den Verkauf im Reisebüro gezielt auf ihr Produkt zu steuern.
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