Ein Reim ist eine Verbindung von Worten mit ähnlichem Klang, eine Technik die häufig in der Poesie eingesetzt wird. Umgangssprachlich bezeichnet man mit "Reim" auch oft den gesamten gereimten Vers bzw. das Gedicht.
(Quelle: Heinz Erhard: Noch 'n Gedicht und andere Ungereimtheiten 1. Aufl. - Hameln: Niemeyer, 1991)
Kreuzreim
abab cdcd
Umarmender Reim
abba
Haufenreim
aaa
Schweifreim
aa b cc b
Kettenreim
aba bcb cdc d
Binnenreim
Der Reim steht innerhalb einer Verszeile. Beispiel: Er lief und schlief. Oft sind Binnenreime mit anderen Reimen gekoppelt, so dass ein dreifacher Reim entsteht. Beispiel: Er lief und schlief/und lachte sich schief. ("/" steht hier für den Zeilenumbruch.)
Gleiche Anlaute der betonten Stammsilben, meist Konsonanten, dienen zur Betonung wichtiger Worte im Versfluss. Bei Vokalen bilden alle Vokale untereinander Alliterationen. Bei Konsonanten wird gegebenenfalls auch der Konsonant der Stammsilbe für die Alliteration betrachtet. Im Neuhochdeutschen ist die Verwendung von Alliterationen selten geworden, hielt sich aber in Redewendungen:._.. mit Mann und Maus, heute und hier usw.
Es alliterieren allerdings nur betonte Silben, also beispielsweise nicht "Vernunft und Verstand".
Endreim
Gleich Vokale oder Silben im Auslaut - Dabei ist die Aussprache maßgebend. So reimt sich "Sprache" nicht (sauber) auf "lache", da die Vokallänge unterschiedlich ist.
Männlicher oder stumpfer Reim
Endreim, besteht aus einer betonten Silbe. Beispiel: Stand / Wand.
weiblicher oder klingender Reim
Endreim, besteht aus einer betonten und unbetonten Silbe. Beispiel: machte / lachte
dreisilbiger oder gleitender Reim
Beim dreisilbigen Reim ist der Reim und die Betonung auf der ersten Silbe und die Betonung gleitet über die folgenden Silben. Beispiel: gleitende / reitende. Im Gegensatz zum reichen Reim erscheint der gleitende Reim als reiner Reim.
reiner Reim
Endreim, männlich, weiblich, oder mehrsilbig. Für die Reinheit des Reims ist die gesprochene Sprache maßgeblich. Beispiele: Er geht / und fleht. Er richtet/und dichtet.
unreiner Reim
Endreim, männlich, weiblich, oder mehrsilbig, beim unreinen Reim stimmen aber Vokale oder Konsonanten (in der gesprochenen Form) nicht überein. Beispiel: Sprache, Lache. Auch Homonyme bzw. Homophone, bei denen alle Laute einschließlich des Anlauts übereinstimmen, werden im Deutschen als unreine Reime betrachtet. Ein unreiner Reim liegt auch vor, wenn sich eine betonte und eine unbetonte Silbe reimen. Beispiel: "Ich warte / und seh"
Bei zwei Reimwörtern, die sich paarweise reimen, werden jeweils untereinander die Anfangsbuchstaben der betonten Silben ausgetauscht. Beispiel: Bleich erglühen/gleich erblühen. (Oft wird das ganze Gedicht als Schüttelreim bezeichnet.)
Reicher Reim
Beim reichen Reim, der besonders in französischer Dichtung vorkommt, reimt sich bereits die Silbe vor der letzten betonten Silbe. Beispiel: "la mer / amer". Ein deutscher Reim mit dieser Eigenschaft erscheint oft als "unreiner" Reim. Beispiel: Ich gehe an die Tankstelle, wo ich mich auf die Bank stelle.
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