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Reich Elam

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Das Reich Elam mit der Hauptstadt Susa lag östlich des Tigris in einem Gebiet, das heute Chusistan oder auch Arabistan genannt wird. In seiner wechselvollen Geschichte wurde es immer wieder von den Mächten des Zweistromlandes (Sumerer, Akkader, Babylonier, Assyrer) erobert und fiel seinerseits immer wieder in Mesopotamien ein.


Das Flachland umfasste im wesentlichen die heutige iranische Provinz Khusistan. Zum weiteren Gebiet des alten Elam gehörte aber auch das Bergland von Anzan (Anshan) im Osten (was ungefähr der heutigen Provinz Fars entspricht). Aus dem elamischen Bergland bezogen Sumerer und Babylonier Bauholz, Steine, Erze und Pferde.


Elam ist der aus dem Akkadischen stammende und in der Bibel verwendete Name des Landes; die Eigenbezeichnung war vielleicht hal-tampt was ungefähr soviel wie Land des Herrn oder Gottesland bedeutet.


Die elamische Sprache - auch Elamitisch genannt -, die mit keiner anderen des alten Orients verwandt ist, war eine der offiziellen Sprachen des Perserreiches. Darius I. ließ fast alle Inschriften dreisprachig verfassen: Altpersisch, Elamisch und Babylonisch.


Hauptgottheiten waren Pinenkir (die mit der babylonischen Ishtar gleichgesetzt wurde), Humban, Inshushinak (ursprünglich der Stadtgott Susas), und der Sonnengott Nahhunte.


Das Reich war bundesstaatlich organisiert: an der Spitze stand ein Oberkönig, dem mehrere Vasallenfürsten unterstanden. Dessen Stellvertreter (Vizekönig) war sein nächstjüngerer Bruder; Fürst von Susa war der Sohn des Oberkönigs. Starb der Oberkönig, wurde keineswegs sein Sohn der Nachfolger, sondern der Vizekönig und an dessen Stelle rückte dann wieder der nächstjüngere


Bruder.


Elam stand unter starkem sumerisch-babylonischem Einfluss, entwickelte und bewahrte aber bis zum Untergang des Reiches eine sehr eigenständige Kultur. Die Elamer konzipierten sogar eine eigene Schrift, die sie aber dann doch zugunsten einer Variante der Keilschrift wieder aufgaben.


Zwischen 2500 und 1500 v.Chr. gab es drei Herrscherdynastien: die Könige von Awan, von Simash und die sog. Großregenten oder Epartiden. Den Höhepunkt seiner Machtentfaltung erreichte Elam unter der Dynastie der Shutrukiden (12. Jahrhundert v. Chr.). König Shutruk-Nahhunte I. (1185-1155 v. Chr.) eroberte hunderte babylonischer Orte darunter Babylon selbst und Sippar und legte den Besiegten den gewaltigen Tribut von 120 Talenten Gold und 480 Talenten Silber auf. Die berühmte Gesetzesstele des Hammurabi wanderte in die Stelensammlung des Königs nach Susa wo sie über drei Jahrtausende später von französischen Archäologen wieder freigelegt wurde. Danach folgte ein langsamer Niedergang, der seinen Abschluss in der endgültigen Vernichtung des elamischen Reiches durch den Assyrerkönig Assurbanipal um 640 v. Chr. fand. Im 6. Jahrhundert v. Chr. ging Elam im persischen Weltreich auf und spielte als dritte Satrapie neben Persien und Medien noch immer eine bedeutende Rolle. Seine Geschichte ist seitdem untrennbar mit der Geschichte des Iran verbunden. Über letzte Ausläufer der elamischen Sprache berichten arabische Chronisten um das Jahr 1000 n. Chr.


Literatur

Walther Hinz: Das Reich Elam. Stuttgart: Kohlhammer 1964.


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