Seitdem im Jahre 1932 die erste außerirdische Radioquelle von Karl Guthe Jansky entdeckt wurde, wurden Radioteleskope zur Beobachtung des Kosmos entwickelt.
In Radioteleskopen wirken parabolisch geformte Metallflächen als Hohlspiegel, welche die Radiowellen in einer Antenne sammeln. Heutige Radioteleskope bestehen oft aus mehreren solcher Parabolantennen (Arrays) sowie der Auswertungsstation. Die Antennen eines Arrays werden zusammengekoppelt, so dass sich effektiv eine Antenne mit größerem Durchmesser ergibt. Diese Technik kann auch über das Array hinaus auf den gesamten Globus ausgedehnt werden: Über die gesamte Erde verteilte Radioteleskope können gleichzeitig dieselbe Quelle beobachten. Wenn man ihre Signale zusammenkoppelt, bekommt man durch die Auswertung der Interferenzen, die aus dieser Kopplung gewonnen werden, effektiv ein Radioteleskop mit dem gleichen Durchmesser wie der Abstand zwischen den Teleskopen. Dadurch kann die Winkelauflösung der Radioteleskope erheblich erhöht werden. Heutige Radioteleskope erzielen eine Auflösung, die optischen Teleskopen vergleichbar ist.
Man unterscheidet bei Radioteleskopen zwischen unbeweglichen und beweglichen Teleskopen. Die unbeweglichen Teleskope können in ihrer Ausrichtung nicht gedreht werden, ihre Parabolantenne richten sie meist auf den Zenit. Bewegliche Radioteleskope können gedreht werden, so dass sie einen erheblich größeren Empfangsbereich erreichen können.
Das größte Radioteleskop der Welt ist ein unbewegliches Teleskop in Arecibo (Arecibo Observatorium). Das größte deutsche (und weltweit zweitgrößte bewegliche) Radioteleskop ist das 100-m-Teleskop in einem Tal bei Effelsberg in der Eifel, ein bewegliches Teleskop, das vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn betrieben wird. Das größte bewegliche Radioteleskop der Welt ist das Robert C. Byrd Green Bank Telescope des National Radio Astronomy Observatory in Green Bank, West Virginia, USA.
Das größte Radioteleskop-Array, das Very Large Array, befindet sich in Socorro, New Mexico, USA. Das Array besteht aus 27 Teleskopen von jeweils 25 Meter Durchmesser, die in einer Y-förmigen Konfiguration angeordnet sind.
Radioteleskope werden neben der Beobachtung von Himmelskörpern auch benutzt, um Daten von entfernten Raumsonden zu empfangen oder Befehle an diese zu versenden, oder um nach außerirdischen Intelligenzen zu suchen (SETI).
Ein wichtiges Projekt zur Erkundung des Universums, welches mit Hilfe der Radioteleskope durchgeführt wird, ist HIPASS. Hierbei wird entfernungssensitiv nach der Signatur des Wasserstoffs als Indikator für Galaxien gesucht. Der Bereich der Südhemisphaere ist bereits abgeschlossen. Die meisten Daten wurden mittels des Parkes Radio Telescope (Australien) ermittelt.
Siehe auch
Liste der Radioteleskope und Forschungsfunkstellen
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