Psychologie (griechisch, wörtlich übersetzt "Seelenkunde") ist die Wissenschaft vom Denken, Fühlen, Erleben und Verhalten des Menschen.
Seit der Gründung eines experimentalpsychologischen Laboratoriums an der Universität Leipzig durch Wilhelm Wundt im Jahre 1879 hat sich das Fach von seiner Ursprungsheimat, der Philosophie, gelöst und ist zu einer eigenständigen Disziplin mit vielen Teilbereichen geworden.
Die Psychologie hat dabei Züge einer bereichsübergreifende Wissenschaft die sich nicht einseitig den Geistenswissenschaften, den Sozialwissenschaften oder den Naturwissenschaften zuordnen lässt. Dabei haben sich im Lauf der Entwicklung der Psychologie die Schwerpunkte vom geisteswissenschaftlichem Denken (Wundt, aber auch Freud) und den Sozialwissenschaften hin zu den Naturwissenschaften verlagert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg löste der Informationsverarbeitungsansatz den Behaviourismus als führendes Paradigma ab. Themen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis traten in den Vordergrund. Im Gegensatz zum Behaviorismus, der die Funktionsweise des Gehirns als Blackbox auszuklammern versuchte, wurde versucht die Funktionsweise bewusster Vorgänge zu ergründen. Der Computer wurde zur Metapher des menschlichen Geistes, wenngleich man sich den Beschränkungen des Computermodells schnell bewusst wurde, da beispielsweise die parallelverarbeitungsleistungen des Gehirns damit nur schwer erklärbar sind. Neben diese Sichtweise trat in den 1980er Jahren der Konnektionismus, dessen zentrales Konstrukt Netzwerke sind. Statt des Computers dient hier das Gehirn als Metapher des Geistes.
Die Psychoanalyse Freuds sowie psychoanalytische Theorien anderer Psychoanalytiker wie Jung oder Adler spielen dagegen in der akademischen Psychologie nur eine Nebenrolle, an manchen Fakultäten wird die Psychoanalyse praktisch ausgeklammert.
Bei der in der Öffentlichkeit häufig anzutreffenden Gleichsetzung von Psychologie und Psychoanalyse bzw. dem Verständnis von Psychoanalyse als Teildisziplin der Psychologie handelt es sich um einen populären Irrtum. Psychoanalytische Ideen spielen gleichwohl in der Entwicklungspsychologie, der Sozialpsychologie und der pädagogischen Psychologie sowie der klinischen Psychologie eine gewisse Rolle.
Mietzel, Gerd: Wege in die Psychologie. 10. Aufl. 2000. ISBN_3-608-91660-1
Joachim Grabowski u. Elke von der Meer (Hrsg.): Hilgards Einführung in die Psychologie, Von Rita L. Atkinson, Richard C. Atkinson, Edward E. Smith u.a. Spektrum Lehrbuch. 2001. ISBN_3-8274-0489-4
J. Müsseler & W. Prinz (Hrsg.)(2002), Allgemeine Psychologie. Heidelberg, Berlin: Spektrum Akademischer Verlag.
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Paco Underhill: Warum kaufen wir? Die Psychologie des Konsums.1. Aufl. 1999, 2. Aufl. 2000 (Orig.:Why we Buy: The science of shopping. New York, 1999)
Sacks, O.: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte. 1987.
Dörner, Dietrich: Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen. 1989. ISBN_3-499-19314-0
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