ProSieben sendet ein TV-Vollprogramm rund um die Uhr, das vor allem durch die Ausstrahlung erfolgreicher Spielfilme und TV-Serien bekannt wurde. Gegründet wurde es von dem Medienunternehmer Leo Kirch.
Am 13. Oktober1988 wird die ProSieben Television GmbH als Nachfolgerin von Eureka TV gegründet. Am 8. Dezember1988 kommt es zur Aufschaltung des Senders auf den SatellitenAstra 1a und am 1. Januar1989 nimmt ProSieben mit täglich neun Stunden Programm seinen Sendebetrieb aus München auf. Geschäftsführer ist zu diesem Zeitpunkt der Südtiroler Dr. Georg Kofler. Nach einer Pressemeldung vom 16. März1989 beschäftigte ProSieben damals 70 Mitarbeiter und hatte eine Reichweite von 2,44 Millionen Zuschauern.
Mit der Aufschaltung des Senders auf den Satelliten DFS Kopernikus im Juli1989 wird die Reichweite des Senders ausgebaut. Nach und nach wird die Sendezeit auf 17 Stunden täglich erhöht und ProSieben erhält in München die erste terrestrische Frequenz als ein Privatsender.
Am 1. März1990 zieht der Fernsehsender von München-Schwabing nach Unterföhring bei München um. Zu diesem Zeitpunkt hat ProSieben 120 Mitarbeiter. Zwei Monate später kommt es zur Fertigstellung der ProSieben-Studios in Unterföhring. Kurz vor dem zweiten Geburtstag wird ProSieben am 1. Oktober als erster deutscher Fernsehsender zum Vollprogramm und strahlt sein Programm täglich rund um die Uhr aus.
Im Jahre 1991 wird die 100-prozentige TochterfirmaTeledirekt GmbH gegründet, die die Verbreitung modernster Satellitentechnik in Deutschland fördert. Obwohl sich ProSieben zu diesem Zeitpunkt noch in der Verlustzone befindet, gründet sie 1992 zusammen mit der Deutschen Telekom den Spartensender "Der Kabelkanal", an dem ProSieben mit 45 Prozent beteiligt ist. Durch die Mehrheitsbeteiligung der Deutschen Telekom konnte der Sender anfangs nur über Kabelanschluss empfangen werden. Später wird aus dem Sender dann "Kabel 1" und er kann auch unverschlüsselt über den Satelliten Astra empfangen werden.
1992 kommt es im Juli auch zur Gründung der MGM MediaGruppe München (heute SevenOne Media), die für die Vermarktung von Werbezeiten der ProSieben-Senderfamilie zuständig ist. Ein Jahr später, im Jahre 1993, werden am 24. September die SZM Studios (SZM steht für Sendezentrum München) eingeweiht, die heute eine der modernsten Produktionsfirmen Europas darstellen. Zum Jahresende schreibt ProSieben erstmals schwarze Zahlen.
Im Jahr 1994 startet ProSieben sein Videotext-Angebot und bekommt ein neues Senderlogo. Der Umsatz beträgt in genannten Jahr 1,192 Milliarden Deutsche Mark und der Vorsteuergewinn 144 Millionen Deutsche Mark. Am 19. Dezember1995 wird die ProSieben Television GmbH in die AktiengesellschaftProSieben Media AG überführt und die Rewe Handelsgruppe wird zum Gesellschafter. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Dr. Georg Kofler.
1996 erhält ProSieben eine bundesweite Sendegenehmigung und das Internet-Angebot des Senders wird gestartet. Im selben Jahr werden die Firmen AT&TV Merchandising Concepts GmbH und Merchandising München KG aufgekauft; der Umsatz wächst auf 1,69 Milliarden Deutsche Mark.
In den Jahren 1997 und 1998 werden die Werbefenster für die Schweiz (1997) und Österreich (1998) gegründet. Im Juli 1998 geht ProSieben an die Wertpapierbörse (bei 50-facher Überzeichnung der Aktie), ein Jahr später erfolgt schon der Aufstieg in den M-DAX. 1998 wird außerdem in Berlin das zwölf Millionen Deutsche Mark teure ProSieben-Haus eingeweiht und am 31. Dezember die Nachrichtenagenturddp übernommen.
1999 kommt es zur Gründung des Nachrichtensenders N24 und der Schweizer Wirtschaftsjurist Urs Rohner wird zum Vorstandsvorsitzenden von ProSieben ernannt. Dieser tritt am 1. Februar 2000 die Folge von Dr. Georg Kofler an.
Am 19. September1999 beginnt ProSieben mit der Ausstrahlung von digitalem Mehrkanalton im Dolby Digital Format. Empfangbar ist der Dolby Digital-Stream über das Satelliten-System Astra im DVB-Format. Das komplette Programm wird seit dem im Dolby Digital 2.0 Format ausgestrahlt. Spezielle Spielfilme werden in Dolby Digital 5.1 ausgestrahlt. Der erste Spielfilm im 5.1-Format auf ProSieben war Mut zur Wahrheit.
Im März des Jahres 2000 wird die ProSieben-Tochter SevenSenses gegründet, die inzwischen zu den erfolgreichsten Kreativ-Agenturen zählt.
Am 13. Oktober 2000, 12 Jahre nach der Gründung von ProSieben, werden erstmals Aktien der ProSiebenSat.1 Media AG an der Frankfurter Börse gehandelt. Sie ist die Rechtsnachfolgerin der fusionierten ProSieben Media AG (ProSieben, Kabel 1, N24) und der SAT.1 Holding GmbH (SAT.1). Bereits im Folgemonat November kommt es zur Fusion der Mediagruppe München und von MEDIA 1 zur SevenOne Media.
Im Jahr 2001 starten die Home Order Television AG (HOT) und die ProSiebenSat.1 Media AG zwei Teleshopping-Fenster auf den Sendern SAT.1 und Kabel 1. Im Mai 2001 kommt es zum Erwerb von 48,4 Prozent der Euvia Media AG & Co. KG. Zur Sendergruppe gehören jetzt die Fernsehsender ProSieben, SAT.1, Kabel 1, N24 sowie die Werbesender Home Shopping Europe (HSE24), Neun Live (auch 9.live) und sonnenklar.tv.
Im Laufe des Jahres kommt es zur Fusion der angeschlagenen Kirch New Media und der ProSieben Digital Media GmbH (u.a. SZM) zu Kirch Intermedia (heute SevenOne Intermedia). Der damalige ProSieben Anteil von 49,9 Prozent beträgt heute 100 Prozent.
Am 7. September wird die Fusion der ProSiebenSat.1 Media AG und von Kirch Media bekannt gegeben. Durch die angeschlagene Kirch Media kommt es zum Kurssturz der Aktie. Erst im März 2002 kommt es zur Absage der geplanten Fusion.
Einen Monat später, am 8. April2002, stellt der Medienkonzern Kirch-Gruppe, zu der auch die ProSiebenSat.1 Media AG gehört, einen Konkursantrag. Das Insolvenzverfahren wird am 17. Juni des selben Jahres eröffnet.
Am 17. März2003 kommt es innerhalb einer Woche zur Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch die Saban Group des US-Milliardärs Haim Saban. In den Folgemonaten kommt es zu starken Restrukturierungsmaßnahmen und einer Neuausrichtung der verschiedenen Sender der Gruppe. Auch einige Formate fallen dem Rotstift zum Opfer.
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