Ein Prätorianerpräfekt (lateinisch: praefectus praetorio oder praetorii) war Befehlshaber der als Garde des römischen Kaisers dienenden Elitetruppe der Prätorianer.
In der Spätantike war er der höchste zivile Verwaltungsbeamte des Römischen Reiches.
In diesem Zeitraum war der P.p. Kommandeur der römischen Gardetruppen (Prätorianer), die den Kaiser beschützten. Ursprünglich ein Amt mit nur geringer Macht, änderte sich dies unter Tiberius. Mehrmals kam es zu Umsturzversuche gegen den Kaiser. In späterer Zeit vereinigte das Amt mehrere Befugnisse (Verwaltung, Heer, Finanzen).
Die Zahl der Praefecti schwankte. Ursprünglich waren es zwei, später konnte es jedoch durchaus vor kommen, dass drei oder mehr Personen dieses Amt bekleideten, gerade weil sie im Laufe der Zeit so viele (auch zivile) Kompetenzen an sich gerissen hatten.
Die Praefecti wurden in der Regierungszeit Konstantins des Großen entmachtet. Zu oft hatten sie sich in die Politik eingemischt - ihnen war nicht mehr zu trauen. Daher entband Konstantin sie von ihren militärischen Aufgaben und wies ihnen stattdessen rein zivile Aufgaben zu. Die Prätorianerpräfektur wurden somit zum zentralen Verwaltungsorgan des Reiches. Ab nun existierten vier Praefecti, die sich um die Verwaltungsdistrikte (Diözesen) zu kümmern hatten:
Im Westen:
Praefectus praetorio Italiae (Praefectus praetorio Illyrici Italiae et Africae), zuständig für Italien, Africa, in den ersten jahrzehnten auch für den Balkan und Griechenland.
Später kam noch im Osten der Praefectus praetorio Illyrici hinzu. Ihm wurde die Kontrolle über die Provinzen Griechenland und Teile des Illyricums übertragen. Er war dem oströmischen Kaiser verantwortlich, wobei mehrere Provinzen ein Zankapfel zwischen dem West- und Ostreich blieben.
Diese Rolle spielte sie bis in die frühbyzantinische Zeit. Erst mit dem Verlust der westlichen Reichsgebiete und der Neuorganisation des Reiches in Themen verliert sie ihre zentrale Stellung und wird schließlich zerschlagen.
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