Das Präsens (lat.) ist eine grammatikalische Zeitform und beschreibt die Gegenwartsform eines Verbs. Bei den Zeitangaben handelt es sich um relative Zeitpunkte, mit deren Hilfe sprecherbezogene oder objektbezogene Abläufe in der Zeit geordnet werden können.
Konjugation am Beispiel des stark konjugierten Verbes 'schreiben'
ich schreibe
du schreibst
er/sie/es schreibt
wir schreiben
ihr schreibt
sie schreiben
Besonderheiten
1. Person Singular (ich)
Das abschließende e wird in der gesprochenen Umgangssprache oft weggelassen, während es in der Poesie oft mit einem Apostroph ersetzt wird.
Standardsprache: ich gehe
Umgangssprache: ich geh
Poesie: ich geh'
2. Person Singular (du)
In der Umgangssprache wird oft bei Wörtern, die auf einen Zischlaut enden, statt st nur t an die Stammform (das ist der Verbstamm ohne Endung -en, -eln, -ern, -n)angefügt.
Standardsprache: du wäschst
Umgangssprache: du wäscht
Lautwechsel bei stark gebeugten Verben
Bei starken Verben, die ein a, o oder au als Stammvokal haben, wird dieser in der zweiten und dritten Person Singular gegen einen Umlaut ausgetauscht.
Starkes Verb fahren: ich fahre, du fährst, es fährt
Analog dazu wird bei manchen starken Verben mit e als Stammvokal dieses gegen ein i ausgetauscht.
Starkes Verb nehmen: ich nehme, du nimmst, sie nimmt
Das ist aber nicht immer der Fall, wie folgendes Beispiel beweist:
Starkes Verb heben: ich hebe, du hebst, er hebt
Verwendung
Mit dem Präsens wird ausgedrückt, was jetzt gerade oder regelmäßig wiederkehrend geschieht.
Ich stöbere jetzt gerade in der Wikipedia.
Ich stöbere abends in der Wikipedia.
Manchmal wird das Präsens auch in Erzählungen von Vergangenem verwendet (vor allem in historischen Chroniken). Das Perfekt und das Imperfekt treten als Vergangenheitsform jedoch häufiger auf.
Durch die Anwendung des Präsens kann ein vergangenes Ereignis besonders hervorgehoben werden: "Ich ging gemächlich im Wald spazieren, da kommt doch plötzlich ein Bär auf mich zu."
Im Deutschen wird das Präsens auch als Zukunftsform benutzt, besonders wenn Zeitangaben den gemeinten Zeitpunkt in der Zukunft verdeutlichen:
Nächsten Dienstag fahre ich in die Stadt. "Ich gehe heute Abend Skat spielen."
Die Benutzung des Futur impliziert neben den temporalen auch modale (Absichts-)Komponenten(Nächsten Dienstag werde ich in die Stadt fahren.).
Ebenso wird im Deutschen das Präsens für Vorgänge oder Zustände verwendet, die in der Vergangenheit begonnen haben und bis in die Gegenwart reichen:
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