In der Mathematik ist ein Polynom eine Summe von Vielfachen von Potenzen einer VariablenX. In der elementaren Algebra identifiziert man diese formale Summe mit einer Funktion in X (einer Polynomfunktion), in der abstrakten Algebra unterscheidet man streng zwischen diesen beiden Begriffen.
Die ai stammen aus dem Definitionsbereich und werden Koeffizienten genannt. Als Grad des Polynoms wird der höchste Exponent n von x bezeichnet, dessen zugehöriger Koeffizient an nicht null ist. Dieser Koeffizient heißt Leitkoeffizient. Ist der Leitkoeffizient 1, dann heißt das Polynom normiert. Der Koeffizient a0 heißt Absolutglied. Beispielsweise ist 2x³ - 7x² + x ein Polynom vom Grad 3 mit Leitkoeffizient 2 und Absolutglied 0.
3 werden kubische Funktionen genannt (z.B. P(x) = 4x³ - 2x² + 7x - 2).
n Alle weiteren werden Polynom n-ten Grades genannt.
Eigenschaften
Polynome sind von besonderer Bedeutung, weil sie die einfachsten Funktionen bilden, die insbesondere leicht zu differenzieren und integrieren sind. Daher gibt es viele (erfolgreiche) Versuche, komplexere Funktionen durch Polynome anzunähern (siehe z.B. Taylor-Formel).
Als Nullstellen oder Wurzeln eines Polynoms werden jene Werte von x bezeichnet, für die der Wert von P(x) Null ist. Sie sind also die Lösungen der Gleichung P(x) = 0. Der Fundamentalsatz der Algebra besagt, dass ein Polynom vom Grad n höchstens n reelle Nullstellen hat und genau nkomplexe. Polynome lassen sich mit Hilfe des Wurzelsatzes von Vietá in ein Produkt von Linearfaktoren zerlegen.
Die Nullstellen von Polynomen ersten, zweiten, dritten und vierten Grades lassen sich mit Formeln exakt berechnen (z.B. pq-Formel).
Polynome höheren Grades lassen sich nur in Spezialfällen exakt faktorisieren.
Polynome wachsen als Summe von Potenzen langsamer als jede exponentielle Funktion, unabhängig von den Koeffizienten.
wobei die Koeffizientenai aus einem RingR stammen und X ein formales Symbol ist.
Zwei Polynome sind genau dann gleich, wenn sie in allen Koeffizienten übereinstimmen. Polynome werden koeffizientenweise addiert und die Multiplikation ergibt sich mit dem Distributivgesetz aus den Regeln
X · a = a · X für a aus R
Xm · Xn = Xm+n für natürliche Zahlen m,n.
Stellt man Polynome durch die Folge ihrer Koeffizienten dar, dann ist das Produkt zweier Polynome die Faltung ihrer Koeffizientenfolgen.
Polynomfunktion
Indem man an Stelle von X ein Element x des Rings R einsetzt, erhält man ein Element f(x) von R als Bild. Diese Zuordnung x->f(x) ist eine Funktion von R nach R, die von finduzierte Funktion, eine Polynomfunktion.
Zum Beispiel ist
f = X2 + 1
ein Polynom mit Koeffizienten in Z. Dagegen ist
f(x) = x2 + 1, x aus Z
eine Funktion von Z nach Z.
Für Polynome über den reellen oder ganzen Zahlen gibt es eine eineindeutige Zuordnung zwischen Polynomen und Polynomfunktionen; stammen die Koeffizienten jedoch aus einem endlichen Ring, dann gibt es verschiedene Polynome, die dieselbe Funktion induzieren: Z.B. induzieren f = X2 + 1 und g = 0 auf dem RestklassenringZ/2Z dieselbe Funktion f(x) = g(x) = 0.
Polynomring
Die Menge aller Polynome mit Koeffizienten in einem Ring R und der Unbestimmten X bezeichnet man als R[X]. Sie ist mit der oben angegebenen Addition und Multiplikation ein Ring, der so genannte Polynomring über R.
Auch die Menge der Polynomfunktionen über dem Ring R bildet einen Ring, der jedoch nur selten betrachtet wird. Es gibt einen natürlichen Ring-Homomorphismus von R[X] in den Ring der Polynomfunktionen, dessen Kern die Menge der Polynome ist, die die Nullfunktion induzieren.
Für weitere Informationen siehe den Artikel Polynomring.
Verallgemeinerung
Allgemein versteht man jede Summe von Monomen der Form aijxij als Polynom:
Auch die Polynome in den n Unbestimmten X1 bis Xn über dem Ring R bilden einen Polynomring, geschrieben als R[X1,._.., Xn].
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