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Die Palästinensische Befreiungsorganisation (aus dem englischen Palestine Liberation Organization, arabisch Munazzamat at-Tahrir Filastiniyya), kurz PLO wurde 1964 gegründet, um mit friedlichen Mitteln die Gründung eines unabhängigen arabischen Staates zu erreichen und Palästina von den Israelis zu befreien. Ihr Vorsitzender ist seit 1969 Jassir Arafat.


Inhaltsverzeichnis


1 Geschichte

  1.1 Gründungsgeschichte

    1.1.1 Motive für die Gründung

  1.2 Weitere Entwicklung

2 Weblinks


Geschichte

Gründungsgeschichte

Die PLO wurde 1964 auf der Gipfelkonferenz der arabischen Liga in Alexandria gegründet. Am 28. Mai 1964 trat der erste palästinensische Nationalrat zusammen und beschloss die Gründung einer "Organisation zur Befreiung Palästinas". Unter dem Vorsitz von Ahmad Shuqairi und Y. Hammouda war die PLO praktisch ein Werkzeug der ägyptischen Politik.


Motive für die Gründung

  • Die Initiative ging vom damaligen ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abdal Nasser aus, der in den Flüchtlingslagern lebenden jungen Palästinensern ein politisches und militärisches Potenzial sah, das er für sich zu nutzen gedachte. Seinen Freund Achmed Shuqairi betraute er mit dem PLO-Vorsitz.
  • Die PLO sollte eine offizielle Vertretung des arabischen Volkes von Palästina darstellen, die unter der Kontrolle der arabischen Liga stehen sollte
  • Die Führung der verschiedenen palästinensischen Gruppen, die bis dahin als geheime Widerstandsbewegungen agiert hatten, sollte zentralisiert werden.


Weitere Entwicklung

Der Sechs-Tage-Krieg 1967 führte zu einer Verschärfung des Palästinenser-Problems im Nahen Osten. Infolge der israelischen Neueroberungen gelangten hunderttausende Palästinenser unter Fremdherrschaft. Durch die verheerenden Niederlagen der arabischen Armeen wurde den Palästina-Flüchtlingen ihre, seit zwanzig Jahren bestehende Hoffnung, "sie bräuchten in ihren Lagern nur die Hilfe der arabischen Nachbarländer abwarten", nicht erfüllt. Statt der immer wieder versprochenen Lösung des Palästina-Problems brachte der ständige Kriegszustand neues Elend und Besatzung anstelle Freiheit und Selbstbestimmung, mit sich. Die Palästinenser wollten nicht mehr ein Kalkül in der Interessenspolitik Nassers und anderer aufstrebender arabischer Machthaber sein.


Nach der Niederlage Nassers im Sechstagekriege von 1967 verlor auch Schukeiri an Einfluss und musste die PLO-Führung an den Anwalt Hammoudi abgeben.1968 kam es, nach einem Terroranschlag auf einen mit israelischen Kindern besetzten Bus zur Schlacht von Karame. Im gleichen Jahr wurde der bewaffnete Kampf gegen Israel in die Nationalcharta, dem Grundsatzprogramm der PLO, aufgenommen. Hammoudi unterlag am 3. Februar 1969 Jassir Arafat, Gründer und Chef der militant-revolutionären PLO-Unterorganisation Al-Fatah und mit seinem traditionellen Kopftuch, das Symbol für die Befreiungsbestrebungen der Palästinenser. Von da an verfolgte die PLO das Ziel der Errichtung eines säkularen Staates Palästina in den Grenzen des alten britischen Mandatsgebiets von 1920.


Mit der Machtübernahme der PLO durch die Fatah verschob sich der Schwerpunkt der Arbeit vom Politischen ins Militärische. Zahlreiche radikale Untergruppen wurden Teil der PLO und prägten ihre Tätigkeit seitdem sehr stark. Ab 1970 kämpfte die PLO vor allem von Beirut im Libanon aus im bewaffneten Untergrundkampf, nachdem sie und andere Widerstandsgruppen aus Jordanien ausgewiesen worden waren.


Auf dem Treffen der arabischen Liga 1974 wurde die PLO als einzige rechtmäßige Vertretung des palästinensischen Staates anerkannt, kurz darauf auch von den Vereinten Nationen. Zudem erhielt sie Beobachterstatus in der UN-Generalversammlung.


Mit der ersten Intifada ab 1987 litt ihr Alleinvertretungsanspruch und ihre Führungsrolle unter den Palästinensern. Organisationen mit noch radikaleren Standpunkten, wie die Hamas und der islamische Jihad, gewannen mehr und mehr an Bedeutung.


Ab 1993 spielte die PLO als palästinensischer Partner in den Verhandlungen von Oslo und Kairo mit den USA und Israel eine bedeutende Rolle und trieb aufgrund des Gaza-Jericho-Abkommens die palästinensische Autonomie voran. Bei den ersten Wahlen in den Autonomiegebieten am 20. Januar 1996 erhielt sie einen hohen Stimmanteil und PLO-Führer Arafat wurde zum Präsidenten der Autonomiebehörde gewählt.


Mit dem Scheitern der Verhandlungen in Camp David 2000 war eine Friedensregelung wieder in weite Ferne gerückt, mangelnde Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten führte seitdem zu wachsenden Konflikten. Ende 2000 brach die zweite Intifada aus und seitdem machte eine Spirale aus Terror und Vergeltung viele Fortschritte wieder zunichte.


Mit der unter Hausarreststellung Jassir Arafats 2001 durch die Israelis sank seine und die Machtposition der PLO weiter und extremistischere Organisationen gewinnen seitdem weiter an Bedeutung.


Zu den unrühmlichen Seiten der PLO gehört, dass sie im Libanon eigene Gefängnisse unterhielt, in denen Palästinenser eingesperrt waren, die den Kampf der PLO weder persönlich noch finanziell unterstützen wollten.


Siehe auch: Al-Fatah, PFLP, Israelisch-palästinensischer Konflikt, Hamas, Libanesischer Bürgerkrieg


Weblinks



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