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Pitcairninseln

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Die Pitcairninseln (engl.: Pitcairn Islands Group) sind eine Inselgruppe im Pazifik auf 130°W und 25°S und bestehen aus den Inseln Pitcairn, Ducie, Henderson und Oeno. Die Inselgruppe wurde am 2. Juli 1767 von Philip Carteret entdeckt und ist seit 1838 britische Kronkolonie.


Tabelle


Die einzige bewohnte Insel ist Pitcairn. Der kleine vulkanische Felsen hat eine Fläche von 4,5 km² und 48 Einwohner (September 2003). Einzige Siedlung ist Adamstown.


Ducie ist ein unbewohnte, sandige Insel. Sie ist flach, mit niedrigem Buschwerk bewachsen, hat jedoch eine seltene Unterwasserflora und -fauna.


Die Insel Henderson ist eine ebenfalls unbewohnte Insel des Pitcairn-Archipels. Hinter einem stellenweise palmengesäumten Strand erhebt sich ein Plateau aus Korallenkalk, das undurchdringlich mit Kriechpflanzen und Buschwerk bewachsen ist. Henderson ist die Heimat einiger seltener Vogelarten, zum Beispiel der endemischen Henderson-Ralle, ein unscheinaberer, flugunfähiger Vogel, der nirgendwo sonst auf der Welt vorkommt. Auf Henderson landeten 1899 die Schiffbrüchigen des Walfängers "Essex" aus Nantucket, nachdem ihr Schiff bei den Marquesas-Inseln von einem Wal gerammt wurde und sank. Das Drama der "Essex" bildete die Vorlage für den Roman "Moby Dick".


Pitcairn wurde am 23. Januar 1790 von neun Meuterern der HMS Bounty und ihren zwölf polynesischen Gefährtinnen, sechs Polynesiern und zwei Säuglingen besiedelt, insgesamt 28 Personen. Die polynesischen Männer hinterließen keine Nachkommen. Aus diesen Personen ging eine eigene Volksgruppe hervor, die Pitcairner. Auf der Insel gibt es noch einige Relikte der Bounty, zum Beispiel die Schiffsbibel, die in der Kirche ausgestellt ist sowie den Anker und eine kleine Karronade vor dem Gemeindehaus am Hauptplatz. Das Wrack der Bounty liegt in 15 Metern Tiefe vor der Mole. Der wegen der starken Strömung nicht ungefährliche Tauchgang zum Wrack verläuft enttäuschend, denn außer einem - allerdings gut sichtbaren - Haufen Grobkies aus dem Ballast ist von dem Schiff nichts mehr übrig geblieben.


Die Umgangssprache ist Englisch mit starker polynesischer Färbung (siehe auch: Kreolsprachen). Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung mit eigener Landwirtschaft kaum noch ernährt werden konnte, siedelten die derzeit 194 Pitcairner 1856 auf die 6100 km westlich gelegene Norfolkinsel um. Im Laufe der folgenden Jahre kehrte jedoch fast ein Viertel der ursprünglichen Bewohner zurück. Heute leben aber etwa 700 Pitcairner auf der Norfolkinsel. Am 14. September 2003 ist zum ersten Mal seit 17 Jahren wieder ein Kind auf Pitcairn zur Welt gekommen: Emily Rose Christian.


Die Einwohner leben allerdings durchaus nicht "hinter dem Mond". Die kleine Schule ist mit Video-Recorder, DVD-Player, Computerarbeitsplätzen und Internet-Anschluss besser ausgestattet als manches Gymnasium in Deutschland. Funk und Satellitentelefon sind selbstverständlich. Ein kleines, gut ausgestattetes Krankenhaus mit einer ausgebildeten Krankenschwester ermöglicht eine medizinische Grundversorgung. Allerdings gibt es auf der Insel keinen Arzt.


Die Pitcairninseln sind nur auf dem Wasserwege erreichbar. Es existiert eine unregelmäßige Verbindung mit Versorgungsschiffen etwa dreimal im Jahr. Da die Insel über keinen Hafen verfügt, müssen sämtliche Personen und Waren mit kleinen Booten, die Longboats genannt werden, an Land gebracht werden.


Sehenswürdigkeiten sind ein kleines Museum, in dem einige Ausrüstungsteile der Bounty zu besichtigen sind. Schön gearbeitete Steinwerkzeuge belegen, dass die Insel bereits vor den Bounty-Meuteren zumindest zeitweilig besiedelt war. Oberhalb der Inselhauptstadt Adamstowm liegt in einem steilen Felsen Christians Cave, ein Aussichtspunkt, der einen überwältigenden Blick über die Insel und das Meer bietet. Dort soll der Anführer der Bounty-Meuterer, Fletcher Christian, jeden Tag gesessen und das Meer nach englischen Segelschiffen abgesucht haben. Zu besichtigen ist auch das Haus von Thursday October Christian, dem Sohn von Fletcher Christian und einer tahitianischen Königstochter. Nahebei liegt der kleine Friedhof, romatisch verwittert und mit blühenden Schlingpflanzen überwuchert. Interessant ist auch das außerhalb des Ortes gelegene Grab von John Adams, dem letzten überlebenden Bounty-Meuterer, der neben seinen Frauen bestattet ist.


Hauptexportgüter sind Briefmarken und Handwerksarbeiten. Letztere werden vor allem auf Kreuzfahrtschiffen verkauft, die ab und zu für einen Tag vor der Insel ankern, sind aber zusammen mit anderen Souvenirs auch im Internet erhältlich [1].


Die Bevölkerung der Insel gehört mehrheitlich der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten an, die Alkohol- und Tabakkonsum missbilligt.


Einer zweistelligen Zahl (Gesamtbevölkerung: 48) von männlichen Bewohnern der Pitcairninseln wird der Ausübung von sexuellem Missbrauch an Kindern vorgeworfen. Die neuseeländische Jusitz behandelt zur Zeit diese Fälle. Ob die Fälle tatsächlich substantiiert sind oder nur ein bösartiges Gerücht, ist noch offen. Die vier Schulkinder (Stand März 2001) machen jedenfalls einen durchaus lebensfrohen und unbelasteten Eindruck.


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