Oft auch Freie Sender genannt, nicht zu verwechseln mit freien Radios.
Der Name stammt von dem Umstand her, daß viele Piratensender oft von Schiffen aus senden. Dies hat zum einem den Vorteil leicht den Standort wechseln zu können und sich durch eine Fahrt auf internationale Gewässer den Zugriffen den Behörden entziehen zu können, zum anderen bietet das Meerwasser eine exzellente Erdung, was insbesondere für den Sendebetrieb auf Kurz- und Mittelwellenfrequenzen von großen Vorteil ist.
Für den Betrieb von Sendeanlagen ist in den meisten Ländern eine Sendelizenz erforderlich, die benötigten Geräte sind jedoch relativ leicht zu bauen. Viele Piratensender senden nur zu bestimmten, angekündigten Zeiten mit einem kurzen Programm und von wechselnden Standorten aus, um sich einer eventuellen Strafverfolgung zu entziehen.
Oft dienen solche Sender zur Verbreitung unterdrückter Nachrichten oder selten gespielter Musik. Viele kleine Stationen wollten das Monopol staatlicher Sender durchbrechen und freien Zugang zu den Mitteln der Verbreitung von Information ermöglichen, was oft im Gegensatz zur Praxis steht. Durch den Verfolgungsdruck durch Staatorgane wie zum Beispiel in Deutschland durch die Bundespost (Funkpeilung) und die Polizei mussten die Macher solcher Radios meist im Geheimen operieren.
Daneben gibt es auch Piratensendern, die von Leuten mit Interesse an der Sendetechnik betrieben werden.
Solche Stationen werden meist im Mittel- und Kurzwellenbereich betrieben, um eine große Reichweite zu erzielen.
Nur wenige Stationen konnten einen längeren und durchgehenden Betrieb aufrecht erhalten, zu ihnen gehörten Sender, die außerhalb des Staatsgebietes von Schiffen aus Programm machten und Radio Hafenstraße, welches aus den besetzten Häusern der Hafenstraße sendete.
Durch die Privatisierung und Vergabe von Lizenzen wurde es möglich, viele der Ziele freier Radios auch legal umzusetzen.
In Großbritannien haben Piratensender in den letzten Jahrzehnten einige Bedeutung erlangt und eine wichtige Rolle bei der Verbreitung neuer Musikrichtungen gespielt. In den 60er Jahren machte Radio Caroline Bands wie die Rolling Stones oder Status Quo bekannt. Seit Ende der 80er Jahre haben insbesondere im Großraum London Sender wie Kiss FM, Kool FM oder Rush FM die Entwicklung von elektronischen Musikstilen wie Jungle/Drum'n'Bass, Techno oder Speed Garage vorangetrieben und eine eigene MC-Kultur hervorgebracht.
Eine Hochburg der Piratensender sind auch die Niederlande. Dort werden insbesondere an den Wochenenden häufig Piratensender, nicht nur auf UKW, sondern auch auf Kurzwelle und im oberen Bereich des Mittelwellenbandes betrieben, welche auch weit entfernt von den Grenzen der Niederlande empfangen werden kann.
Es gibt auch einige Rundfunksender, die ihren Sendebetrieb aus einer etwas unklaren Rechtslage heraus gestartet haben und später legalisiert wurden, wie Radio Bloemendaal und Europe 1.
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