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Pirat

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Piraten als Seeräuber. Für das gleichnamige Segelboot siehe Pirat (Jolle).


Ein Pirat ist ein Räuber, der von einem Schiff oder Boot aus sein Opfer attackiert und ausplündert, wobei manchmal auch Küstenorte Angriffsziele sind. Manche Piraten arbeiten auch mit der küstennahen Bevölkerung zusammen, die das Strandrecht besitzen.


Inhaltsverzeichnis


1 Geschichte

2 Weitere Begriffe und Synonyme

3 Symbole und Klischees

4 Bekannte Piraten

5 Bekannte Freibeuter

6 Fiktive Piraten

7 Moderne Piraterie

8 Literatur

9 Weblinks


Geschichte

Bereits in der Antike (Homer) sind Kaperfahrten zum Haupterwerb bekannt. Insbesondere die Küsten der Ägäis luden als Versteck und Schlupfwinkel geradezu ein. Die überhandnehmende Seeräuberei wurde erstmals durch die kretische Marine bekämpft. Eine wahre Plage im römischen Imperium veranlasste den Senat, Pompeius (67 v. Chr.) mit besonderen Vollmachten auszustatten. Sein regelrecht geführter Seekrieg führte zum vorläufigen Ende der Piraterie (man soll jedoch nicht vergessen, dass das Imperium selbst Beutezüge unternahm, auch wenn diese nicht mehr den Namen Piraterie hatten); Byzanz, am Ende seiner Macht, wird wiederum vom arabischen Seeräuberwesen beeinträchtigt.



Weitere Begriffe und Synonyme

  • Freibeuter waren staatlich geduldete/beauftragte Piraten, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert auf Kaperfahrt gingen. Dabei hatten sie das verbriefte Recht, die Schiffe anderer Nationen aufzubringen, nicht jedoch Schiffe der eigenen Nation. Oft hielten sich die Freibeuter weder an Rechte noch an Pflichten der Kaperbriefe, ähnlich wie deren Aussteller.

  • Seeräuber

  • Korsar ist die im Mittelmeer gängige Bezeichnung (franz.) für Seeräuber gewesen.

  • Bukaniere waren Piraten mit fester Basis in der Karibik, wie etwa die Insel Tortuga. Sie sicherten ihren Lebensunterhalt aber auch durch Jagd im Hinterland.

  • Mit Flibustier bezeichnete man eine hauptsächlich aus Franzosen bestehende Vereinigung von Seeräubern, die im 17. Jahrhundert die Karibik heimsuchten. Später wurden dann generell Seeräuber und Freibeuter so bezeichnet.


Mit dem Standortwechsel der Bukaniere von Hisponiola nach Tortuga wählten weitere Piraten der Karibik Tortuga als Basis. Sie bezeichneten sich nicht mehr als Brüder der Küste, sondern als Flibustier. Die Herkunft dieses Namens ist nicht eindeutig. Eventuell leitet er sich aus dem französischen Wort "flibot" ab, was leichtes Boot bedeutet. Denn zu Beginn ihrer Tätigkeit benutzten viele Flibustier tatsächlich kleine offene Boote, wenn sie spanische Schiffe in den seichten Küstengewässern der Inseln überfielen. Sie besaßen allerdings auch größere selbstgebaute Segler, um den spanischen Schiffen auf offener See auflauern zu können.
Ab 1655 wurde Port Royal auf Jamaika zum zweiten Stützpunkt der Karibik-Piraten. Hier fanden vornehmlich englische Piraten ihren Stützpunkt, auf Tortuga hauptsächlich französische. Port Royal wurde 1692 von einem Erdbeben und der nachfolgenden Flutwelle zerstört. Danach wichen die Piraten auf die Bahamas-Inseln (bis 1718) und nordamerikanische Häfen wie z.B. New York aus.

Symbole und Klischees

Der Jolly Roger ist die schwarze Flagge (meist mit einem Totenkopf) von Piratenschiffen, sie wurde erstmals 1700 am Mast des Piraten Emmanuel Wynne gesichtet.


Bekannte Piraten



  • Koxinga (Taiwan/China, um 1661)
  • Francis L'Ollonais (Karibik, um 1666)
  • Henry Morgan (Karibik um 1670)
  • Grammont (Karibik, gegen 1686)
  • Henry Every (Karibik, um 1695)
  • William Kidd (Indischer Ozean, gegen 1700)




Bekannte Freibeuter



Fiktive Piraten



Moderne Piraterie

Auch heute gibt es noch Piraterie.


Besonders in den Gebieten Süd- und Südostasien im Südchinesischen Meer, in Teilen von Südamerika und vom Süden des Roten Meers über den Golf von Aden um die Insel Sokotra bis an den Indischen Ozean attackieren die Piraten heute die modernen Schiffe.


Auch die Straße von Malakka und die Gewässer um Sri Lanka gelten als unsicheres Seegebiet.


Müssen die großen Schiffe wegen Defekten, Wetterunbilden oder aus Zeitgründen in den Meerengen bzw. in Küstennähe ihre Geschwindigkeit verringen, können sie dann oft mit Schnellbooten leicht von Piraten geentert werden. Bei voller Fahrt ist dies wegen der Geschwindigkeit moderner Schiffe, den hohen Bordwänden und der Wellenbildung am und besonders hinter dem Schiff nicht möglich. Sollte es die Gefahr eines Überfalls bestehen, so schließt die Besatzung alle offenen Türen und Luken. Die Abwehr erfolgt sehr effektiv mit Wasserschläuchen, aus denen mit hohem Druck Wasser auf die angreifenden Piraten gespritzt wird.


In den meisten Fällen sind die modernen Piraten nicht an der Ladung interessiert, sondern eher am Inhalt des Schiffs-Safe, der häufig große Bargeldsummen aufweist, die für die Bezahlung der Gehälter und der Hafengebühren bestimmt sind.


In einigen Fällen zwangen die Piraten die Besatzung, das Schiff zu verlassen und fuhren dann damit in einen Hafen, wo es neue falsche Papiere bekam und unter anderem Namen weitergenutzt wurde.


Im Jahr 2002 wurden 370 Überfälle von Seeräubern gezählt.


Siehe auch: Piratenschatz, Schatzkarte, Schatzinsel, Kaperbrief, Musikpiraterie, Patentfreibeuter


Literatur

Eine eher literarische Darstellung des Freibeuterwesens im Elisabethanischen Zeitalter findet sich in dem von Andreas Venzke herausgegebenen Buch "Gasparan oder Die letzte Fahrt des Francis Drake".


Aus erster Hand vom Leben der Freibeuter der Karibik lesen kann man in "Das Piratenbuch von 1678 - Die Amerikanischen Seeräuber" von Exquemelin, wo unter anderem die Eroberung Panamas durch Henry Morgan beschrieben wird.


Ein interessantes wissenschaftliches Buch zum Theme ist die Dissertation "Freibeuter in der Karibischen See. Zur Entstehung und gesellschaftlichen Transformation einer historischen Randbewegung" von FRANK BARDELLE (Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 1986). Hier findet man auch eine umfangreiche Bibliographie.


Ein Buch, das sich ausschließlich mit der modernen Piraterie befasst, ist "Piraten. Das organisierte Verbrechen auf See" von DOUGLAS STEWART (Hamburg 2002).


Weblinks



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