Unter Pigmenten (lat. pigmentum, Malfarbe) versteht man praktisch unlösliche Farbmittel. Ihr Farbeindruck entsteht entweder durch Absorption oder Reflexion (Remission) bestimmter Frequenzanteile des sichtbaren Lichts.
Speziell spricht man von Pigmenten
in der Biologie als Farbträger so gut wie aller pflanzlichen oder tierischen Zellen und Oberflächenbildungen wie Haaren oder Federn. Ein Pigmentmangel führt bei Tieren und Menschen zum Albinismus.
Technische Verwendung finden Pigmente
in den Misch- und Färbetechniken (beispielsweise: Färben von Papier und anderen Kunstmassen, Buntstifte/Kreidestifte, Pastellstifte, Kunststoffe, Textilien)
in den Dispersionstechniken (zum Beispiel: Temperafarben, Öl-, Lackfarben, Siebdruckfarben, Tapetenfarben)
Es gibt keine allgemeingültige Nomenklatur der Pigmente. Infolge der langen Entwicklung der Anwendungs- und Herstellungstechniken besitzt beinahe jedes Pigment eine Reihe so genannter Beinamen. Gebräuchliche Namen werden oft erst durch Hinzufügung von naturwissenschaftlichen, zumeist aus der Chemie stammenden Begriffen eindeutiger definierbar.
Da verschiedene Pigmente gemeinsame Eigenschaften aufweisen, lassen sie sich zu Gruppen zusammenfassen. Je nach Fachrichtung (Chemie, Maltechnik) fällt eine solche Einteilung unterschiedlich aus.
Bei den anorganischen Pigmenten (Mineralfarben) unterscheidet man natürliche und künstliche Mineralfarben.
Zur erstgenannten Gruppe gehören Erden und Mineralien (Erdfarben), die zur Anwendung keine oder nur einer mechanischen Aufbereitung bedürfen.
Künstliche anorganische Pigmente sind Produkte unterschiedlicher Herstellungsverfahren.
Nicht in jeden Fall lässt sich am Material feststellen, ob es natürlicher oder künstlicher Herkunft ist. Das gilt beispielsweise für bestimmte eisenoxydhaltige Farbschichten der prähistorischer Malerei. Das darin nachweisbare rote Pigment könnte aus natürlichem Vorkommen stammen oder gezielt aus gelben Ocker am Lagerfeuer erzeugt worden sein. Ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Nennung von Zinnober. Der Name des Pigments Zinnober (Quecksilbersulfid), sagt nicht darüber aus, ob es natürlichen Ursprungs ist oder hergestellt wurde. Hinzu kommt, dass der Name Zinnober im Altertum auch ein Synonym für rot war oder gleichbedeutend für Minium (Mennige, Blei(II)/(IV)-Oxid) steht. Deshalb entbehrt eine in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitete Untergliederung der anorganischen Pigmente in natürliche und künstliche die allgemeine Gültigkeit.
Organische Pigmente
Organische Pigmente kommen in der Natur vor (Tier- oder Pflanzenfarben) und lassen sich mit einfachen Mitteln produzieren, so beispielsweise das Rebschwarz. Andere erfordern aufwendigere Gewinnungsmethoden. Manche haben ihre Bedeutung verloren, wie das einst aus dem Urin von Kühen hergestellte Indisch Gelb.
Zur Gruppe der künstlich organischen Pigmente zählen auch Farblacke. Dabei handelt es sich um Produkte aus löslichen Farbstoffen (Färbemitteln), die auf Substrate fixiert wurden. Für dieses chemo-technische Verfahren (Verlackung) wurden verschiedene Methoden entwickelt. Es besteht eine Analogie zwischen der Fixierung eines Farbstoffes an eine Textilfaser. Substratfarben bestehen also aus einer farbtongebenden Komponente und einem mehr oder weniger farblosen Pigment, dem Substrat. Beide Komponenten werden in einem Umwandlungsprozess wasser- und bindemittelunlöslich aneinander gebunden.
Andere synthetisch-organische Farbstoffe erfüllen die für Pigmente unabdingbare Eigenschaft der Unlöslichkeit, wie z.B. die (Teerfarbstoffe) Permanentgelb oder Heliogenblau. Im Handel erhältliche Pigmente dieser Art sind oft verschnitten, mit Substraten gestreckt.
Geschichte
Belege für die Verwendung von Erdfarben reichen bis weit in die Prähistorie zurück. In der Fels- und Höhlenmalerei sind Erdfarben nachgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass sie seit der Frühzeit der Menschheit auch der Körperbemalung dienten. Ockergelbe, weiße und rostrote bis braune Farbtonabstufungen sind als natürliche Vorkommen häufiger anzutreffen. Seltener kommen grünliche Erden vor, ebenso rar sind als Pigment geeignete schwarze Mineralien. Dennoch konnte der prähistorischen Maler seine Farbpalette leicht mit schwarzer Holz- oder Knochenkohle erweitern.
Solche aus dem Lagerfeuer hervorgehenden Produkte können bereits den künstlichen Farbstoffen zugeordnet werden. Das gilt auch für ziegelrot gebrannten Ocker. Er und ebenso Holzkohle können allerdings auch durch natürliche Feuer entstehen. Unter solchen Umständen macht die in maltechnischer Tradition stehende schematischen Gruppierung in natürliche und künstliche Pigmente unter geschichtlichen Aspekten wenig Sinn.
Die Geschichte der Herstellung und Verwendung von Pigmenten ist deshalb im einzelnen zu betrachten. Erschwerend ist dabei Bestimmung der Pigmenten anhand überlieferter Namen.
Liste der Pigmente
hier sollte eine Aufstellung der einzelnen Pigmente stehen, die gegliedert ist nach Namen, Beinamen, chem. Zusammensetzung, Herkunft/Herstellung, u.a.
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