wer ist, was ist, wo ist, wann war, was war - Lexikon / Chronik / Biografie / Wissen - Pietismus


Werbung

Produkte / Services :|: Chronik CD :|: als Startseite | zu den | empfehlen :|: Impressum
Lexika @ InfoBitte.de :|: Universal-Lexikon | WeltKunst | Geteiltes Deutschland | Zweiter Weltkrieg
WeltChronik.de :|: Welt | Deutschland | Kultur/Kunst/Technik :|: BildDatenBank :|: Biografien

Navigation

WeltChronik
Deutsche Chronik
KulturChronik
Biografien
Bilddatenbank
Kalenderblatt
Epochen
Lexika @ InfoBitte.de
Produkte

Suchfunktionen
Chronik-Jahr direkt

Nur Zahl eingeben
Bereich: '0'-'2001'
PARTNER
Ahnenforschung

Quellen für die Schule

FREE 4 WebMasters

Wir haben eine ganze Palette kostenloser Angebote von uns
für WebMaster und HomePage Besitzer aufbereitet

Holen Sie sich hier ab

was Sie gerne einsetzen würden
Suchfunktionen, Kalenderblatt, uam
für Ihre WebSite



Pietismus

ein InfoBitte / WeltChronik
Sach-Artikel (Enzyklopädie / Lexikon)

Entwickelt von ICA-D aus der XML-Version der deutschen WikiPedia
© 2004/2005 ff by de.wikipedia.org, teilw. by ICA-D
blättern» voriger Artikel | Hauptseite | nächster Artikel «blättern

Pietismus (zu frz. piété, »Frömmigkeit«) ist nach der Reformation die wichtigste Reformbewegung im deutschen Protestantismus.


Inhaltsverzeichnis


1 Begriff

2 Eigenart

3 Strömungen

  3.1 Lutherischer Pietismus

4 Zentren

5 Neupietismus

6 Wirkung

7 Kritik am Pietismus

8 Spannungen

9 Freikirchen und Gruppen in pietistischer Tradition

10 Herausragende Gestalten des Pietismus

11 Vom Pietismus beeinflusste Denker / Theologen

12 Vom Pietismus beeinflusste Politiker

13 Literatur

14 Weblinks


Begriff

Das Wort "Pietismus" ist eine lateinisch-französisch-griechische Hybridbildung. Zum französischen Wort "piété", das seinerseits aus dem Akkusativ "pietatem" des lateinischen Wortes "pietas" ("Pflichtgefühl") gebildet ist, tritt die Latinisierung der griechischen Endung "-ismós" für intensivierte Denkhaltungen oder übersteigerte Ideologien. Ursprünglich diente das Wort als spöttische Bezeichnung für "Frömmelei". Als positive Selbstbezeichnung bedeutet es das Streben nach intensivierter, vertiefter Frömmigkeit.


Eigenart

Der Pietismus ist eine Bibelbewegung, Laienbewegung und Heiligungsbewegung. Er betont die subjektive Seite des Glaubens, entwickelte aber auch einen starken missionarischen und sozialen Grundzug. In der pietistischen Praxis haben Hauskreise mit gemeinsamem Bibelstudium und Gebet oft größere Bedeutung als Gottesdienste.


Der Pietismus hat das Priestertum aller Gläubigen betont und deshalb neben Theologen auch Laien ohne akademische Bildung, vorrangig Männer, zum Predigtamt geführt: als Redner, "redende Brüder", in den Hauskreisen ("Stunden", das heißt Erbauungsstunden / Bibelbesprechstunden). Zinzendorf hat gesagt:


"Gesegnet sei die Gnadenzeit,
In der auch ungeübte Knaben
Befehl und Macht erhalten haben
Zu werben für die Seligkeit."

Strömungen

"Pietismus" ist eine Sammelbezeichnung für viele unterschiedliche Strömungen. Neben dem lutherischen Pietismus, als dessen "Vater" der Elsässer Philipp Jacob Spener (1635-1705) gilt, entwickelte sich der reformierte Pietismus, zu dessen Vertretern Theodor Undereyck und Gerhard Tersteegen gehören. Als Programmschrift des lutherischen Pietismus gilt Speners 1675 erschienenes Werk Pia desideria (Fromme Wünsche), in denen er für eine persönliche Frömmigkeit eintrat. Als neue Form der Zusammenkünfte entwickelten sich die Privatversammlungen (Konventikel, Versammlungen, in Württemberg "Stunden"), in denen man die Predigt des Pfarrers noch einmal besprach, christliche Erbauungsbücher las, betete und sang. Aber Spener forderte auch eine Reform der Theologenausbildung.


Mit der Verwirklichung dieser Forderungen wies der Pietismus den Gläubigen eine eigenständige religiöse Autorität zu. Zudem förderte er die Individualisierung der Persönlichkeit, indem er die persönliche Glaubensüberzeugung in den Mittelpunkt rückte. Auch die Lesefähigkeit wurde durch das Lesen und Hören der oftmals nicht einfachen Texte aus den Erbauungsbüchern stimuliert.


Sowohl beim lutherischen als auch beim reformierten Pietismus ist jeweils eine kirchliche und eine kirchenkritische Strömung (Radikaler Pietismus) zu unterscheiden.


Lutherischer Pietismus

Der lutherische Pietismus des Barock im 17. Jahrhundert und 18. Jahrhundert war eine Reaktion auf Erstarrungserscheinungen innerhalb der orthodoxen lutherischen Kirche; der Pietismus konnte allerdings auch an Erneuerungsbestrebungen innerhalb dieser Institution anknüpfen, wie sie zum Beispiel bei Johann Gerhard sichtbar werden.


Zentren

Als besonders pietistisch geprägt gilt neben Westfalen das Gebiet des einstigen Herzogtums Württemberg, wo es heute noch eine starke pietistische Strömung gibt (repräsentiert im Gesprächskreis "Lebendige Gemeinde" innerhalb der Württembergischen Landessynode) (vergleiche Pietismus, Württembergischer). Allerdings ist der Einfluss des Pietismus gerade in diesem Land häufig überschätzt worden, weil man allgemeine Verhaltensweisen ungeprüft pietistischen Einflüssen zuschrieb. Im frühen 19. Jahrhundert kam es zur Gründung der beiden pietistischen Gemeinden Korntal (1819) und Wilhelmsdorf (Württemberg) (1824), die mit religiösen Sonderrechten ausgestattet wurden.


Neupietismus

Im 19. Jahrhundert entstanden Erweckungsbewegungen im Siegerland, in Wuppertal, in Minden, im Ravensberger Land und in Pommern, die als Neupietismus bezeichnet werden.


Wirkung

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung des Pietismus für die deutsche Literatur in der Epoche der Aufklärung. Pietisten waren gehalten, ihr Inneres genau zu beobachten und ein etwaiges Erweckungserlebnis im Kreise der pietistischen Brüder und Schwestern zu berichten. Dies führte zu einem sensibleren Umgang mit seelischen Entwicklungen, durch den auch in der Literatur das Innenleben der Helden größere Bedeutung gewann. Ein Beispiel für das Zusammenspiel von Pietismus, Psychologie und Literatur ist Karl Philipp Moritz' Roman Anton Reiser. Goethes Wilhelm Meister diskutiert im 6. Buch der Lehrjahre ("Die Bekenntnisse einer schönen Seele") unter anderem den Pietismus Zinzendorfs und der Herrnhuter, der ihn in seiner Jugend stark beeinflusst hatte.


Kritik am Pietismus

An Kritik an pietistischen Lehrinhalten und pietistischer Frömmigkeitspraxis hat es zu keiner Zeit seit seiner Entstehung gemangelt.


Vor allem aus Kreisen der so genannten Dialektischen Theologie wurde eine fruchtbare Auseinandersetzung mit Grundproblemen des Pietismus geboten.


So hat der Berliner Privatdozent und Pfarrer Dietrich Bonhoeffer den Pietismus als letzten Versuch bezeichnet, den christlichen Glauben als Religion zu erhalten.


Bei der negativen Beurteilung der Religion - er wurde gleichsam als Gegenbegriff zur Offenbarung Gottes angesehen - wiegt diese Kritik schwer.


Weiter verwarf Bonhoeffer gerade als biblisch-reformatorischer Theologe das Grundanliegen des Pietismus, beim Menschen eine 'erwünschte Frömmigkeit' erwirken zu wollen.


Spannungen

Heute grenzen sich manche Kirchen und Gruppen in pietistischer Tradition oft speziell von Charismatischen Kirchen und Gruppen ab.


Die heutigen Pietisten werden zu den Evangelikalen gerechnet.


Freikirchen und Gruppen in pietistischer Tradition



Herausragende Gestalten des Pietismus



Vom Pietismus beeinflusste Denker / Theologen



Vom Pietismus beeinflusste Politiker

Genannt seien exemplarisch nur


  • Der ehemalige Bundespräsident D. Dr. h. c. (mult.) Johannes Rau, Sohn eines Wuppertaler Kaufmanns und nebenamtlichen Predigers
  • Bundespräsident D. Dr. Dr. Dr. h. c. (mult.) Gustav Heinemann (durch die Pfarrer Friedrich Graeber und Wilhelm Busch in Essen/Ruhr).
  • Reichskanzler Dr. Georg Michaelis


Literatur

  • Johannes Wallmann: Der Pietismus. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1990. (Rascher, umfassender Überblick)
  • Dietrich Blaufuß: Korrespondierender Pietismus. Ausgewählte Beiträge. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2003. (umfassender Forschungsbericht)
  • Geschichte des Pietismus. 4 Bände. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1993-2003. (Standardwerk)
  • Reinhard Breymayer: Pietismus. In: Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Herausgegeben von Gert Ueding, Bd. 6. Tübingen: Niemeyer 2003, Sp. 1191-1214. (Verhältnis Pietismus-Redekunst (Rhetorik))
  • Eberhard Fritz: Radikaler Pietismus in Württemberg. Religiöse Ideale im Konflikt mit gesellschaftlichen Realitäten (Quellen und Forschungen zur württembergischen Kirchengeschichte 18). Tübingen 2003. (Über den radikalen Pietismus in Württemberg)
  • Pietismus und Neuzeit. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. (Mit der aktuellen Pietismus-Bibliographie, hg. von Udo Sträter)
  • Eberhard Busch: Karl Barth und die Pietisten. Die Pietismuskritik des jüngeren Barth und ihre Erwiderung, München 1978. (Zur Auseinandersetzung von Karl Barth mit dem Pietismus)


Weblinks



blättern» voriger Artikel | Hauptseite | nächster Artikel «blättern

Dieser Beitrag ist aus der XML-Version der deutschen WikiPedia® entwickelt worden und unterliegt inhaltlich den GNU FDL-Lizenzbestimmungen. Linkziele außerhalb der wikipedia-Inhalte unterliegen den Urheberrechten der jeweiligen Anbieter




Wörterbuch


Produkte
2000 Jahre
Chronik CD-ROM


Kalenderblatt in
Schmuckblatt
Ausführung


Geburtstags-Bios

Suchen/Google-Ads
Kalenderblatt
druckfertig
( DirectDownloads )
Kalenderblätter
druckfertig aufbereitet für Schmuckblätter
zum Selbstdrucken

im Word DOC6/RTF Format, je Euro 5
über Click&Buy
JAN | FEB | MÄRZ
APRIL | MAI | JUNI
JULI | AUG | SEPT
OKT | NOV | DEZ

Das Geschenk für jeden Anlass, nicht nur bei 'runden' Jubiläen
Andere Einzeltage
oder Zahlungsarten

bitte HIER bestellen


© 2000 ff by ICA-D, D-76751 Jockgrim, Germany
Verantwortlich im Sinne des Presse- und Multimedia-Rechts: Dipl.-Ing. Rainer Detering, Waidweg 18, 76189 Karlsruhe


| Immer | Unsere | InfoBitte weiterempfehlen
KALENDERBLATT von HEUTE | SUCH-Funktionen ALLE und nach BEREICHEN | Startseite
Welt-Chronik | Kunst-, Kultur-, Technik-Geschichte | Deutsche Chronik | 2000 Biografien | Bild-Datenbank
Gesetzestexte | SkateGuide | Online Jigsaw Puzzles | GeschenkTip | Produkte, Services, Impressum



*NEU* bei InfoBitte *NEU*



die deutsche WikiPedia
bei InfoBitte.de mit
650,000 Querverweisen zu
2000 Jahre Chronik



InfoBitte
Portal zu Portalen
Hauptseite


Suchfunktionen

Wissen, Biografien, Geschichte
besser gezielt suchen mit
domain-Filterung

die Links führen im neuen Fenster
zu den jeweiligen Hauptseiten,
das Anklicken eines Buttons zur
Filterung für die Google-Suche



Google
Lexika @ InfoBitte.de

ib InfoBitte.de (alle Lexika)
ib Universal-/Hand-Lexikon
die WikiPedia @ InfoBitte
ib L. WeltKunstGeschichte
ib L. Geteiltes Deutschland
ib L. Zweiter Weltkrieg

2000 Jahre Chronik

WeltChronik.de (Texte)
  
WeltChronik auf CDROM
deutsche Geschichte
Kultur-/TechnikGeschichte
WeltChronik Bilder
Chronik Biografien

Google
2000 Jahre Chronik
offline auf CDROM

Hier Kaufen


WeltChronik Jahr...
(eigene Suchfunktion)

Nur Zahl eingeben
Bereich: '0'-'2001'





Diese Web Site verdient ihr Geld durch Produktverkäufe (CD-ROM, downloads) und in erster Linie durch Anzeigen. Wenn Sie als Webmaster zuverlässige Partner suchen für Ihr eigenes Anzeigenschäft, dürfen Sie sich gerne auf unsere Empfehlungen stützen:
z.B.: GigaCash & ProfiWin