Bereit in früher Jugend trat die künstlerische Begabung Picassos zutage. So beginnt er im Alter von 8 Jahren unter Anleitung seines Vaters Leon Ruiz zu malen. Mit 15 Jahren schaffte er mühelos die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule in Barcelona. Nur ein Jahr später verließ er Barcelona, um an der angesehenen Akademie der Hauptstadt Madrid zu studieren. Dort besuchte Picasso die Museen, vor allem den Prado und die Künstlerlokale. Schon während dieser Zeit hatte er erste erfolgreiche Ausstellungen.
1901 besuchte der aufstrebende Künstler mehrfach die Kunstmetropole Paris. Dort lernte er die Arbeiten der ImpressionistenCézanne, Degas und Toulouse-Lautrec kennen, die ihn sehr beeindruckten und ihn selbst zu Bildern von Außenseitern der Gesellschaft wie Bettler, Obdachlose und einsame Menschen inspirierten. Seine Darstellung reduzierte er sowohl in Farbe als auch in der Formgebung auf ein Minimum. Da die zwischen 1901 und 1904 entstandenen Bilder in kühlen bläulich-grünlichen Tönen gehalten sind, nennt man diese Schaffensphase die "Blaue Periode".
Ab 1905 begannen rosa Töne in Picassos Werken vorzuherrschen. Picasso zelebrierte geradezu Schönheit. Im Vergleich zur Blauen Periode gab es nur noch wenig Melancholie in seinen Werken, das Blau wich in den Hintergrund. Besonders Gaukler, Seiltänzer und Harlekins (traurige Spaßmacher), in kontrapostischer Körperhaltung und klassischer Schönheit, zählten zu seinen Bildmotiven. Der "süße Schmerz" ist immer wieder ein Ausdruck in seinen Bildern. Wichtige Werke sind: "Frau mit Krähe" und "Gauklerfamilie".
1906 vollzog sich während eines Sommeraufenthalts in Gosol im Norden Kataloniens eine Stilwende in Picassos Schaffen. Nach dem Vorbild der schwarzafrikanischen Plastik und der Gemälde Cézannes gelangte er zu einer radikalen Reduktion des Gegenständlichen auf geometrische Strukturen. Zusammen mit Georges Bracque begründete er die in Europa neue Kunsstform des Kubismus.
Gerade hatten Publikum, Kritiker und Kollegen Picasso als Begründer des Kubismus und damit der modernen Kunst kennengelernt. Nun verblüffte er mit Zeichnungen und Gemälden, die zu Abbildern zurückkehrten. Picassos Bilder zeigten jetzt wieder Figurendarstellungen, die ganz nach Tradition der Klassik von der formbestimmenden Linie ausgehen. Durch Schatten- und Lichtreflexe entsteht eine Räumlichkeit.
In dieser Zeit spielen Picassos Werke vorsichtig auf die allgegenwärtige Bedrohung von Leib und Leben an und sprechen zunehmend deutlicher von einem inneren Engagement, das nach Ausdruck verlangte. Das eigene Erleben einer Mangelsituation in einer ungeheizten Wohn- und Arbeitsstätte verallgemeinert sich zur Mahnung.
Werke (Auswahl)
1897 Wissenschaft und Nächstenliebe (Museo Picasso, Barcelona)
"Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen lässt."
"Das Geheimnis der Kunst liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet."
"Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben."
"Man braucht sehr lange, um jung zu werden."
"Wenn ich wüßte, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten."
"Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht, aber es gibt auch den, der mit Überlegung und Geschick aus einem gelben Fleck eine Sonne macht."
"Ein Maler ist ein Mann, der malt, was er verkauft. Ein Künstler ist dagegen ein Mann, der das verkauft, was er malt."
"Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale."
"Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen."
"Arbeit bedeutet atmen für mich; wenn ich nicht arbeiten kann, kann ich nicht atmen!"
"Ich würde gern leben wie ein armer Mann mit einem Haufen Geld."
"Das Flüstern einer schönen Frau hört man weiter als den lautesten Ruf der Pflicht."
"Genie ist Persönlichkeit mit zwei Groschen Talent."
"Ich sehe die Natur als etwas Leidenschaftliches, Stürmisches, Unheimliches und Dramatisches an wie mein eigenes Ich."
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